Niederhasli

Neues Brandschutzkonzept verteuert Mehrzweckhalle massiv

Der bewilligte Kredit von 13,5 Millionen Frankenfür die neue Mehrzweckhalle Seehalde wird voraussichtlich um rund 2,5 Millionen Franken überschritten. Der grösste Brocken geht zulasten einer Zufahrt für Ambulanz- und Feuerwehr­fahrzeuge mit einer Stützmauer zur Hangsicherung.

Die Mehrzweckhalle Seehalde fügt sich nach der Sanierung bestens ins Landschaftsbild ein. Der Fluchtweg (rechts im Bild) mit der Stützmauer generierte allerdings hohe Zusatzkosten. Marco Kurer, Gemeindepräsident von Niederhasli (links), Sandra Monroy, Schulpflegepräsidentin, und Schulpflegemitglied Daniel­ Beck zählten weitere Gründe für die Kreditüberschreitung auf.

Die Mehrzweckhalle Seehalde fügt sich nach der Sanierung bestens ins Landschaftsbild ein. Der Fluchtweg (rechts im Bild) mit der Stützmauer generierte allerdings hohe Zusatzkosten. Marco Kurer, Gemeindepräsident von Niederhasli (links), Sandra Monroy, Schulpflegepräsidentin, und Schulpflegemitglied Daniel­ Beck zählten weitere Gründe für die Kreditüberschreitung auf. Bild: Paco Carrascosa

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Der neue Fluchtweg hinter der Mehrzweckhalle, der mit einer Stützmauer gesichert ist, steht im Zusammenhang mit einem Lösch- und Rettungskonzept. Dieser Weg ist Teil der Sanierung der Halle. Im Zuge der Renovierungsarbeiten zeigte sich, dass dieses Konzept nun realisiert werden musste. Gemäss den Ausführungen des Niederhasler Gemeindepräsidenten Marco Kurer, waren diese Zusatzausgaben nicht vorhersehbar gewesen.

Die Mauer, der Weg und die zusätzlichen Umgebunsgestalten verursachten mehrkosten von etwas über 1 Millione Franken.Daniel Beck ist als Schulpfleger zuständig für Liegenschaften/Infrastruktur und Sicherheit. Er ist Mitglied der Baukommission für die Renovierung und erklärte: «In Bezug auf den Brandschutz hat es kürzlich neue Vorschriften gegeben, denen wir mit dem angepassten Flucht- und Rettungskonzept entsprochen haben.»

Damit einher gehend musste die Umgebungsgestaltung angepasst werden. So ist ein neuer für verschiednene Aktivitäten konzipierter Platz auf der Ostseite des Gebäudes entstanden, unter dem sich die Erdsonden befinden. «Ursprünglich waren diese unter dem Fussballfeld vorgesehen», sagte Kurer. «Aus technischen Gründen wurden sie dann näher zum Gebäude verlegt.»

Zwei Unternehmen sind Konkurs gegangen

Weitere nicht vorhersehbare Kosten sind entstanden, weil zwei Baufirmen während der Umbauzeit Konkurs gegangen sind. «In kurzer Zeit mussten wir neue Unternehmen suchen, welche die Arbeiten fortführen konnten», erklärte Kurer. Und die seien fast doppelt so teuer zu stehen gekommen wie ursprünglich geplant. «In einem Fall ging es um das neue Hallendach. Da konnten wir nicht einfach zuwarten, sondern mussten umgehend eine neue Lösung finden», erklärte Kurer. Das führte zu massiven Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung.

Es sei ein Wettlauf mit der Zeit gewesen, da grosse Verzögerungen mit dem Bau nicht nur Auswirkungen auf den Schulbetrieb gehabt hätten, sondern auch auf die Aktivitäten der verschiedenen Vereine. Das betreffe nicht nur ihre Veranstaltungen, sondern auch weil sie für Trainings und Proben in Lokale der umliegenden Gemeinden ausweichen mussten. Das war jedoch nur für eine begrenzte Dauer möglich. «Die Vereine profitieren in hohem Mass von der sanierten Mehrzweckhalle», sagte der Gemeindepräsident. Als Beispiel nennt er den Ausbau der veralteten Küche in eine moderne Gastroküche, die für die Bewirtung von bis zu 800 Personen ausgelegt ist. Die Zusatzkosten dafür betragen etwa 200 000 Franken.

Die Baukommission, bestehend aus Mitgliedern der Politischen Gemeinde Niederhasli und der Sekundarschulgemeinde Niederhasli, Niederglatt, Hofstetten, erachtet diese Ausgaben als notwendig, um der Bevölkerung eine den Bedürfnissen entsprechende Halle zur Verfügung stellen zu können.

1 Million Franken Subvention vom Kanton

Im Herbst 2015 hatte das Stimmvolk der Gemeinden Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt (Hofstetten) einen Bruttokredit von 13,5 Millionen Franken für die Sanierung der Mehrzweckhalle Seehalde bewilligt. Darin sind die zu erwartenden kantonalen Subventionen von etwas mehr als 1 Million Franken nicht enthalten. Die sich abzeichnenden Mehrkosten von rund 2,5 Millionen Franken, der genaue Betrag lässt sich erst im kommenden Jahr beziffern, verringern sich um den Anteil der Subventionen.

Für Sandra Monroy, Präsidentin der Schulpflege, ist klar, dass die Kreditüberschreitung in die langfristige Finanzplanung der Schulgemeinde einfliessen muss. Gemäss Kurer sind die Mehrkosten für die Gemeinde verkraftbar. Es sei das erste Mal in seiner langjährigen politischen Tätigkeit, dass es zu einem Fehlbetrag in dieser Höhe gekommen sei. Da der Ausbau der Dreifachsporthalle den Anforderungen für nationale Sportanlässe erfüllt und einzelne Firmen und Institutionen bereits Interesse für die Durchführung von Grossanlässen gezeigt haben, rechnet die Betriebskommission mit Einnahmen von Dritten.

Abrechnung kommt nächstes Jahr vors Volk

Schule und Gemeinde stehen hinter den enstandenen Mehrausgaben. Im Sommer kommenden Jahres werden den Stimmberechtigten an den Gemeindeversammlungen der Sekundarschulgemeinde Niederhasli, Nieder-glatt, Hofstetten und der Poli-tischen Gemeinde Niederhasli die Kredite zum Sanierungsprojekt Mehrzweckhalle Seehalde zur Abrechnung vorgelegt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.09.2018, 18:00 Uhr

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