Bülach

Neues Bülacher Kulturzentrum kommt auf das Sonnenhof-Areal

Das heutige Bülacher Ladenzentrum Sonnenhof steht vor einem Umbruch. Auf dem Areal soll in ein paar Jahren ein neues Kultur- und Begegnungszentrum für die Bevölkerung entstehen.

Das Bülacher Sonnenhof-Areal umfasst nebst dem Einkaufszentrum (rechts hinten) mit Migros auch einen grossen Parkplatz. Foto: Paco Carrascosa

Das Bülacher Sonnenhof-Areal umfasst nebst dem Einkaufszentrum (rechts hinten) mit Migros auch einen grossen Parkplatz. Foto: Paco Carrascosa

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Was sich in Bülach über Jahre angedeutet hatte, wird immer konkreter. So liess Stadtpräsident Mark Eberli (EVP) am Wochenende verlauten, dass «der Grundstein für ein wegweisendes, breit abgestütztes und finanzierbares Kultur- und Begegnungszentrum» gelegt sei.

Das mag noch etwas hoch gegriffen sein, denn ein Bauprojekt existiert freilich noch nicht. Aber dennoch gibt es Grund zuversichtlich zu sein in der Bezirkshauptstadt. Denn nun ist man einen grossen Schritt weiter und hat den Standortentscheid bekanntgeben können, wo ein solch ambitionierter Wurf für die Entwicklung der Stadt verwirklicht werden soll. Es ist dies das Sonnenhof-Areal, wo sich heute ein Einkaufszentrum mit der Migros als Hauptmieter befindet.

«Das ist für uns wie ein Sechser im Lotto», sagt Stadtpräsident Eberli. Denn die Stadt habe zuletzt 17 Standorte angeschaut und abgeklärt, wo allenfalls ein neues Kultur- und Begegnungszentrum entstehen könnte. Dabei war der Sonnenhof nicht als aussichtsreichste Adresse in diese Überprüfung gegangen. Das zeigt ein Blick auf die Vorschläge aus der ersten Mitwirkungsveranstaltung der Stadt, bei welche die Bevölkerung im Frühling 2019 erstmals konkret eingebunden wurde.

Von den 113 Teilnehmern bekamen die Standorte bei der Stadthalle und in der «Herti», dem Bülacher Bahnhofsquartier, je 22 Stimmen, während der Sonnenhof mit 9 Stimmen knapp vor dem Güterbahnhof (8), der Kaserne (7) und dem Erachfeld (6) vorgeschlagen wurde. Eberli erklärt, dass von allen geprüften Standorten letztlich die meisten verworfen werden mussten, nur gerade fünf seien überhaupt «theoretisch in Frage gekommen».

Den Sonnenhof findet der Stapi eine «fantastische Lösung», da sich damit auch die Investitionsrechnung der Stadt künftig entlasten liesse. Statt selber zu bauen, wird Bülach am Sonnenhof mit der prominenten Stiftung zusammenarbeiten, deren Immobilienfirma die konkrete Planung und bauliche Entwicklung des Areals vorantreiben wird.

Eine Stefanini-Liegenschaft

Das ganze Areal gehört nämlich nicht der öffentlichen Hand – spricht der Stadt Bülach – weshalb man von einer sogenannten «Public-Private-Partnership» spricht. «Eine Win-win-Situation», wie Eberli findet. Das neue Kultur- und Begegnungszentrum wird somit in einer grossen Kooperation zwischen der Stadt und der Terresta Immobilien als Vertreterin der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) aus Winterthur entstehen. Die Stiftung verwaltet das Erbe des national bekannten Kunstsammlers und Immobilienbesitzers Bruno Stefanini, der im Dezember 2018 verstorben ist.

Wie genau das neue multifunktionale Zentrum letztlich aussehen soll, ist noch völlig offen. Klar ist nur, dass der Grossverteiler mit einer Anzahl von weiteren Geschäften vor Ort präsent bleiben wird. Und was sich die Bülacher Bevölkerung wünscht, ist seit der öffentlichen Beteiligung an zwei gut besuchten «Stadtwerkstätten» und einer Onlinebefragung mit rund 500 Teilnehmern auch klar: Gefordert wird ein Veranstaltungraum für mindestens 300 Besucher, ein einladendes Gastroangebot, mehrere flexibel zu nutzende Nebenräume sowie attraktive Aussenflächen mit Parkplätzen für genügend Velos und auch Autos.

Ohne Scheuklappen planen

Die Wünsche ans neue Bülacher Kulturzentrum hat nicht nur der Stadtrat auf dem Radar, sondern auch die Planer von Terresta. So heisst die Immobilienfirma, welche nun die weiteren Schritte an die Hand nehmen wird. Mediensprecher Matthias Meier sagt: «Hier besteht die ganz grosse Chance ein Projekt zu verwirklichen, von dem beide Seiten profitieren.» Wie der Sonnenhof genau (um)gestaltet werden könnte, wisse er auch noch nicht. «Es gibt keine Einschränkungen.»

Als nächstes werde eine ganz klassische Projektentwicklung durchgeführt. Zusammen mit der Stadt würden nun die Leitplanken definiert. Wie dieser «städtebauliche Hotspot», wie es Stapi Eberli nennt, am Ende aussehen wird, lässt man bewusst offen. Gut möglich, dass am Sonnenhof kein Stein auf dem andern bleiben wird. Gemäss Stapi Eberli soll bis 2022 «etwas Zählbares» vorliegen. Dann muss das Stadtparlament und allenfalls eine Urnenabstimmung darüber entscheiden, ob das Vorhaben umgesetzt werden kann.

Erstellt: 20.01.2020, 19:00 Uhr

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