Kaiserstuhl

Neues Theater beerbt Laxdal-Bühne

Nachdem das Laxdal-Theater letztes Jahr schliessen musste, wird es nun mit der Kaiserbühne wieder ein Theater in Kaiserstuhl geben. Die Initianten stehen unter Zeitdruck, denn bereits am 29. April soll das Eröffnungsfest stattfinden. Und das, obwohl zur Zeit noch die Bühne fehlt.

Peter Niklaus Steiner ist Theaterleiter der neuen Kaiserbühne in Kaiserstuhl.

Peter Niklaus Steiner ist Theaterleiter der neuen Kaiserbühne in Kaiserstuhl. Bild: Leo Wyden

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Überraschend gaben die Leiter des Laxdal-Theaters im letzten Oktober bekannt, dass sie das Theater per Silvester schliessen werden. Ein komplizierter Streit mit den US-Steuerbehörden verunmöglichte den weiteren Betrieb des Theaters. Das war für die Kulturszene in Kaiserstuhl, aber auch für den Bezirk Zurzach ein schwerer Schlag. Denn im Nordosten des Aargaus war das Laxdal-Theater mit seinen eigenen Produktionen einzigartig.

Verein rettet Theatertradition

Nun ist jedoch klar, dass es in Kaiserstuhl auch in Zukunft ein solches Theater geben wird. Und zwar in denselben Räumlichkeiten, in welchen früher das Laxdal-Theater operierte. An einer Medienkonferenz präsentierte sich gestern der im Januar gegründete Verein Kaiserbühne. «Nachdem bekannt geworden war, dass das Laxdal-Theater schliessen wird, haben sich verschiedene Personen dafür eingesetzt, dass die Theater-Tradition in Kaiserstuhl irgendwie fortgesetzt wird», sagt Peter Niklaus Steiner.

Steiner ist Schauspieler und Regisseur und war in diesen Kapazitäten – oft gleichzeitig – in den letzten Jahren für das Laxdal-Theater tätig. Daneben ist er auch Theaterleiter des turbine theater in Lagnau am Albis. «Ich bin zwar selbst kein Kaiserstuhler, aber die Umgebung hier und das Laxdal-Theater sind mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen», erklärt Steiner sein Engagement.

Nun ist Steiner neu auch Theaterleiter der «Kaiserbühne». Diese entstand, nachdem eine Interessensgruppe aus ortsansässigen Künstlern und Kulturfreunden – darunter auch Gemeinderäte – den Verein Kaiserbühne gegründet hat, um wieder ein Theater in Kaiserstuhl zu betreiben.

«Ein Verein ist unter anderem deswegen eine gute Sache, weil das Theater damit breiter abgestützt ist», sagt Steiner. Das Laxdal-Theater als Privatunternehmen stand und fiel schliesslich auch mit seinen Besitzern. Ein Verein könne hier solche Risiken minimieren.

Vorgänger bauten Bühne ab

Am 29. April wird die Kaiserbühne ihr Eröffnungsfest feiern. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Denn obwohl das neue Theater im selben Raum im Amtshaus von Kaiserstuhl beheimatet ist wie früher das Laxdal-Theater, verlief die Nachfolgeregelung nicht ganz reibungslos. «Leider blieb uns der Zugriff auf die Zuschauerkartei des Laxdal-Theaters versagt», heisst es in der Medienmitteilung der Kaiserbühne. Was zur Folge hat, dass der neue Verein eine von Grund auf neue Kartei anlegen muss.

Vor eine weitere Herausforderung ist die Kaiserbühne gestellt, weil die Vorgänger des Laxdal-Theaters die gesamte Inneneinrichtung entfernt haben. Die Garderobe fehlt, die Bühne, die Stühle, das Licht und die Tontechnik. «Damit haben wir nicht gerechnet», sagt Steiner. Beim Eröffnungsfest müsse man daher wohl noch ein wenig improvisieren. Auf den Start der Theatersaison am 18. Mai soll dann aber alles bereit sein.

Beim Programm richtet sich die Kaiserbühne teilweise an der Tradition des Laxdal-Theaters aus. Dieses zeigte zwei Produktionen pro Jahr, eine im Frühling und eine im Herbst. « Die Herbstaufführung soll es auch weiterhin in dieser Form geben», sagt Steiner. Wichtig seien ihm beim Programm gute Literatur, eine gesellschaftliche Relevanz, aber gleichzeitig auch eine transparente Erzählweise, welche das Stück zugänglich machen sollen. Steiners turbine theater wird dabei als Co-Produktionspartner fungieren.

Anders als früher das Laxdal-Theater wird die Kaiserbühne aber das Programm im Frühling öffnen. So werden auf der Bühne auch Comedians auftreten oder Gastspiele, die auch ein jüngeres Publikum ansprechen können. Zudem kooperiert die Kaiserbühne auch mit der ortsansässigen Musikerin Daria Zappa und ihrem «Festival der Stille». «Das Gewölbe hat eine phantastische Akkustik und bietet eine sehr intime Atmosphäre», sagt Zappa.

Unterstützt wird die Kaiserbühne voraussichtlich wie früher das Laxdal-Theater vom Aargauer Kuratorium mit jährlich 75 000 Franken. Kaiserstuhl dürfte zudem 1000 Franken einschiessen. Den Rest des Budgets werden voraussichtlich Vereinsbeiträge, Gönner, Sponsoren und die Ticketpreise bestreiten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 20.04.2017, 17:46 Uhr

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Mehr Informationen unter www.kaiserbuehne.ch

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