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Nicht alles gut, aber gut genug

Es war ein spannendes Spiel, gegen gefährliche Gegnerinnen, mit einem packenden Anfang und einem guten Ende: Die Kloten-Dietlikon Jets stehen dank einem 4:2-Sieg gegen die Wizards Bern Burgdorf im Cup-Halbfinal

Der Start war es, mit dem Co-Trainerin Simone Berner am Ende besonders zufrieden war: «Wir sind mit viel Tempo und Bewegung eingestiegen und haben die Gegenseite gezwungen, die Räume zu öffnen.» Das war genau so auch geplant, denn im ersten Meisterschaftsduell Ende September hatten die Jets nämlich am Defensivbollwerk der Wizards noch Punkte liegen lassen. In diesem Cup-Viertelfinal in der Dietliker Hüenerweid lief es nun besser für die Unterländerinnen, Tore wollten aber zu Beginn trotzdem keine fallen. Das geschah erst kurz vor Ende des ersten Drittels, als die Burgdorfe­rinnen auf dem spielerischen Niveau der Jets angelangt waren und die Partie sich die Bezeichnung Cup-Fight so richtig verdiente: Julia Suter traf nach einem Freistoss zum 1:0 für die Gastgeberinnen.

Frisk flink, Gerig mit Gespür

Im Mitteldrittel liess das Tempo etwas nach, dafür fielen nun die Tore: Zuerst schloss die souve­räne slowakische VerteidigerinKatarina Klapitová einen durchdachten Angriff des dritten Blockes auf Pass von Christelle Wohlhauser zum 2:0 ab, dann folgten die Minuten der Schwedin Elsa Frisk. Flink und unermüdlich präsentierte sie sich in diesem Cup-Duell, so auch in der 27. Minute, als sie mit Ball rund um das gegnerische Tor stiebte und mit gutem Auge Sereina Zwissler bediente, die mit einem platzierten Weitschuss zum 3:0 traf. Gut zwei Minuten später glänzte Frisk dann auch als Torschützin, diesmal leistete Isabelle Gerig exzellente Vorarbeit, indem sie einen Gegenstoss der Wizards geschickt abfing und ihr gutes Gespür für die (besser platzierte) Mitspielerin zeigte.

Zur besten Spielerin wurde am Schluss aber verdientermassen Elsa Frisk gewählt. Die 22-Jährige zeigte sich später, als der Halbfinaleinzug realisiert war, zufrieden: «Unsere Linie harmonierte heute viel besser als in den vergangenen Partien.» Gleicher Meinung war Simone Berner, die in der Agilität der jungen Schwedin eine grosse Stärke sieht: «Sie ist unserer oberster Flügel und kann extrem gut reagieren, wenn die Gegnerinnen Schwächen zeigen. Dank ihr kommen wir immer wieder zu Ballgewinnen und können Nadelstiche setzen.»

Negativbeispiel Schlussdrittel

Dass die Dietlikerinnen kurz vor der zweiten Pause noch einen Shorthander kassierten, war so etwas wie der Prolog eines Schlussdrittels, das durchaus zu einer Anleitung dafür hätte werden können, wie eine Mannschaft eine Partie, die sie eigentlich im Griff hat, noch aus den Händen geben kann. Vier Minuten spielten die Jets in Überzahl in diesen letzten 20 Minuten, erneut ohne das Tor zu treffen, in der Folge liessen sie die Gegnerinnen mit dem Anschlusstreffer zum 2:4 nochmals Hoffnung schöpfen und boten ihnen kurz darauf durch eine unnötige Strafe von Topskorerin Michelle Wiki eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Spiel nochmals richtig spannend zu machen. Dass es schliesslich nicht dazu kam und aus diesem letzten Drittel doch kein Negativbeispiel wurde, lag vorab an den Gegnerinnen, die es ebenfalls nicht schafften, ihre Überzahl zu nutzen. Und es war das Verdienst von Torhüterin Monika Schmid, die sicher stand, als so einiges im Dietliker Spiel plötzlich wackelte und deren Leistung Sportchef Antti Uimonen nach Spielschluss schmunzelnd sagen liess: «Die anderen haben eine Torhüterin, wir haben Moni.» Trainerin Berner konstatierte: «Wenn wir ein Resultat verwalten müssen, passiert es uns noch zu oft, dass wir an Geradlinigkeit verlieren.»

Nati-Linie läuft es nicht

An ebendieser Geradlinigkeit mangelte es in diesem Viertelfinal auch dem Nati-Sturm mit Julia Suter, Topskorerin Michelle Wiki und Andrea Gämperli, die nie auf Touren kamen, auch nicht im Powerplay, das an diesem Abend eindeutig der grösste Schwachpunkt der Jets war. Acht Minuten Überzahlspiel, ein Gegentreffer lautet die miserable Bilanz. Berner nimmt die Spielerinnen in Schutz: «Sie waren mit der Nationalmannschaft eben erst auf der Euro Floorball Tour mit Trainings und drei Spielen in drei Tagen intensiv gefordert.» Das entspreche der Belastung von Profisportlerinnen, fügt Berner an und betont: «Gerade Andrea Gämperli hat eigentlich ein gutes Spiel gezeigt und viel Defensivarbeit erledigt.»

Fakt ist, dass die Breite des aktuellen Kaders es den Jets erlaubt, auch ohne Nationalspielerinnen in Topform den Tabellennachbarn zu bezwingen. Und zu guter Letzt steht da die Tatsache, dass sich die Gelb-Blauen wie schon in den vergangenen fünf Jahren einen der lukrativen Cup-Halbfinalplätze sicherten – heuer neben Titelverteidiger Chur, den Skorpions und Mendrisiotto als einzigem NLB-Vertreter.

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