Eglisau

Nicht nur Dornfinger beissen zu

Diesen Vorfall wird der Unterländer Yannick K.* nicht mehr so schnell vergessen. Während er seinen Garten auf Vordermann brachte, biss ihn eine Spinne in die Hand. Am nächsten Tag kamen die Schmerzen – und der Besuch beim Arzt.

Der Tag nach dem Biss: An der Bissstelle bildeten sich Blasen. Und die Haut verfärbte sich rot.

Der Tag nach dem Biss: An der Bissstelle bildeten sich Blasen. Und die Haut verfärbte sich rot. Bild: PD

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Um das wettermässig herrlich schöne Wochenende in vollen Zügen geniessen zu können, stellte sich Yannick K. aus Eglisau am vergangenen späten Freitagnachmittag in seinen Garten. Seine Absicht: Noch schnell die anstehenden Gartenarbeiten erledigen. Als er seine Hände aus einem Gebüsch zurückzog, erblickte er eine Spinne auf seinem Handrücken. «Sie hatte auffallend helle Beine, die verhältnismässig lang waren – im Vergleich zu ihrem Körper», erzählt Yannick K. Er habe sich nichts Weiter dabei gedacht und das Tier mit der anderen Hand weggewischt. Einen Biss hatte er nicht gespürt.

Blasen und rote Punkte

Als Yannick K. am nächsten Morgen aufwachte, verspürte er Schmerzen an der rechten Hand. An jener Hautstelle, wo Yannick K. die Spinne tags zuvor entdeckt hatte, waren vier weisse Punkte zu sehen. Und die Haut daneben war gerötet. Der Eglisauer nahm ein Brennen wahr – und bei Berührung tat die Haut weh. «Noch dachte ich mir nicht viel dabei», sagt er, erst als sich die weissen Punkte zu veritablen Blasen verwandelt hatten, und eine aufgesprungen war und Flüssigkeit entleert hatte, wurde er misstrauisch.

Yannick K. suchte eine Ärztin auf und schilderte ihr die Begegnung mit dem Spinnentier. «Etwas in der Art habe ich noch bei keinem Patienten gesehen», sagte die behandelnde Ärtzin auf Nachfrage des «Zürcher Unterländers». Die Symptome seien stark ausgeprägt und die Rötung massiv gewesen. Es gäbe keinen Zweifel daran, dass Yannick K. mit einem Giftstoff in Kontakt gekommen sei.

Die Ärztin verschrieb dem Biss-Opfer eine kortisonhaltige Creme und wies ihn an, die verletzte Haut abzudecken. Ausserdem trug sie ihm auf, die Bissstelle genau zu beobachten. Und weil Yannick K. bei seiner Arbeit Handschuhe tragen muss, schrieb sie ihn krank.

Ungewöhnlicher Fall

Gut möglich, dass Yannick K. allergisch auf einen Spinnenbiss reagiert hat. Der Gang zum Arzt war die richtige Entscheidung - bei Allergikern kann ein Spinnenbiss, wie auch ein Bienen- oder Wespenstich, im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock auslösen, der zum Tod führen kann.

Der Biologie-Professor und Spinnen-Spezialist Wolfgang Nentwig von der Universität Bern spricht von einem «sehr ungewöhnlichen Fall» und hegt Zweifel daran, dass Yannick K. tatsächlich von einer Spinne gebissen worden ist. «Den Biss einer Spinne bemerkt man sofort», sagt er, und kann auch anhand der Gewebeschäden an Yannick K.‘s Haut nicht fest machen, ob der Übeltäter eine Spinne war. Jeder Mensch reagiere anders auf einen Spinnenbiss.

Dutzende Spinnen beissen zu

In der Schweiz leben gemäss Professor Wolfgang Nentwig einige Dutzend Spinnenarten, die auch die Haut eines erwachsenen Menschen durchdringen und ihr Gift injizieren können. Das aggressive Verhalten des Ammen-Dornfingers legen jedoch nur wenige Arten an den Tag.

Bei der Kreuzspinne beispielsweise spricht Nentwig von einer ausgeprägten Beisshemmung. Und macht sie’s dann doch, tue der Biss nicht besonders weh, sei vergleichbar mit einem Mücken- oder Wespenstich.

Auch eine der grössten Spinnen der Schweiz, die Hauswinkelspinne, hat das Zeug zum Menschenbeisser. Aber auch ihr Gift kann uns nicht besonders viel anhaben – es sei denn, der gebissene Mensch reagiert allergisch.

Yannick K. aus Eglisau im Übrigen ist noch immer arbeitsunfähig. Er verspürt noch immer Schmerzen an der Bissstelle und muss dafür besorgt sein, dass kein Druck auf die Wunde einwirken kann. In einer Woche fährt er in die Ferien und bis dahin soll das Problem dann auch behoben sein.

*Name der Redaktion bekannt

Erstellt: 10.08.2016, 16:34 Uhr

Ammen-Dornfinger: Biss diese Giftspinne nun auch in Eglisau zu? (Bild: pd)

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