Niederglatt

Niederglatt sagt einer Problemzone den Kampf an

Für 5,77 Millionen Franken will die Gemeinde an der Bahnhofstrasse eine neue Abwasserleitung bauen. Am 19. Mai wird darüber an der Urne entschieden.

Über das Verkehrskonzept während der Bauarbeiten an der Bahnhofstrasse wird die Gemeinde rechtzeitig informieren.

Über das Verkehrskonzept während der Bauarbeiten an der Bahnhofstrasse wird die Gemeinde rechtzeitig informieren. Bild: Johanna Bossart

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Nebst den beiden Vorlagen auf Bundesebene wartet auf die Niederglatter Stimmbevölkerung am 19. Mai auch eine kommunale Abstimmung: Für 5,77 Millionen Franken soll an der Bahnhofstrasse eine Entlastungsleitung neu gebaut werden. Denn die Strasse sei – was das Kanalisationssystem angeht – das «Problemgebiet» der Gemeinde. Am Mittwoch veröffentlichte der Gemeinderat den beleuchtenden Bericht sowie sämtliche Baupläne auf der Niederglatter Website.

Es gab schon Rückstau

Von der Problematik betroffen sind die Wohngebiete Gwyd und teilweise Eschenberg sowie der grösste Teil der Gewerbe- und Industriezonen rund um den Bahnhof. Die beiden unter der Bahnhofstrasse liegenden Leitungen haben zusammen eine Kapazität von weniger als 2000 Liter pro Sekunde – gegenüber möglichen Abwassermengen von bis zu 4000 Liter pro Sekunde. Zu überschwemmten Kellern sei es im Wohngebiet zwar noch nicht gekommen, sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid. «Aber es wurde schon Rückstau festgestellt. Man kann davon ausgehen, dass bei Extremlagen wie etwa im Mai 2018 ein kritisches Ausmass erreicht wird.»

Problematisch sei die Situation ausserdem, weil mehrmals jährlich sauberes Regenwasser direkt zur Kläranlage geleitet wird, wenn es nicht in die Glatt abgeführt werden kann. «Das führt zu Mehrkosten, die wir verhindern könnten», sagt Schmid. Nebst dem ökonomischen sei auch der ökologische Gedanke wichtig: «Es ist nicht sinnvoll, sauberes Regenwasser durch die Kläranlage zu schleusen.»

«Es ist nicht sinnvoll, sauberes Regenwasser durch die Kläranlage zu schleusen.»Stefan Schmid, Gemeindepräsident

Gebaut werden soll – voraussichtlich im Jahr 2021 – also eine neue Regenwasserleitung, die gemäss Bericht einen Durchmesser von 1 bis 1,2 Meter haben und zwischen 5 und 9 Meter unterhalb der Bahnhofstrasse verlegt werden soll. Sie würde südwestlich des Bahnhofs an die bestehende Regenwasserleitung angeschlossen und dann bis zum Kreisel verlaufen. Die SBB, deren Grundstück die neue Linie tangiert, haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Auch mit dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sowie dem Immobilienamt des Kantons Zürich wurde bereits vorab gesprochen.

Kosten wird das Vorhaben die Gemeinde Niederglatt rund 5,77 Millionen Franken. Wie der Gemeinderat schreibt, werden diese Kosten über die Abwassergebühren der politischen Gemeinde finanziert. Dies könnte zu einer «mittelfristigen moderaten Erhöhung» selbiger Gebühr führen. «Das betrifft aber nicht den Steuerfuss, steuerzahlende Personen in der Gemeinde werden also keine Erhöhung spüren», betont Schmid.

«Die beste Variante»

Der Gemeinderat und die Rechnungsprüfungskommission von Niederglatt empfehlen der Stimmbevölkerung, die Vorlage anzunehmen. «Wir haben in den vergangenen drei Jahren mehrere Varianten geprüft. Jene, die zur Abstimmung kommt, ist die beste von allen», sagt Schmid. Sollte die Mehrheit im Mai ein Nein einlegen, müsste der Gemeinderat nochmals über die Bücher – und sich auch überlegen, im Rahmen gebundener Ausgaben am Abwassersystem im Gebiet Bahnhof, Gwyd und Seebler zu arbeiten.

Erstellt: 24.04.2019, 17:11 Uhr

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Alle Pläne und Berichte sind unter www.niederglatt-zh.ch unter der Rubrik Politik bei Abstimmungen/Wahlen einsehbar.

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