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Niederweningen fördert Solaranlagen mit finanziellen Mitteln

In allen vier Gemeinden zusammen sind bisher 65 Fotovoltaikanlagen auf Hausdächern installiert. Die IG Solar Wehntal setzt sich dafür ein, dass weitere dazukommen.

Auf dem Niederweninger Gemeindehaus ist eine Fotovoltaikanlage installiert.
Auf dem Niederweninger Gemeindehaus ist eine Fotovoltaikanlage installiert.
PD

Die Gemeinde Niederweningen hat im Budget 2020 für die Förderung von Solaranlagen 100000Franken eingestellt. Diesen Betrag bekommt der Gemeinderat von der ZKB aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Bank. «Dieses Geld wollen wir in sinnvolle Projekte investieren, es soll der Bevölkerung zugute kommen», sagt Gemeindepräsidentin Andrea Weber. Damit unterstützt die Politik die Bemühungen der IG Solar, die den Solarstrom propagiert.

Der Förderbeitrag für einen Neu- oder Zubau einer Fotovoltaikanlage beträgt 500Franken pro Kilowatt Peak (kWp), der Höchstbetrag liegt bei 5000Franken. Das heisst, die Gemeinde fördert Anlagen bis maximal 10kWp. Das entspricht einer Jahresproduktion von rund 10000Kilowattstunden. Das ist sowohl in einem Reglement festgehalten als auch in der Leistungsvereinbarung, die Private mit der Gemeinde abschliessen können.

Al Gore gab Ausschlag für Engagement

Initiant dieser IG ist Oliver Franz, der mit seiner Familie in Niederweningen in einem Eigenheim wohnt, das er vor zwei Jahren mit Solarpanels ausgerüstet hat. Er war schon in jungen Jahren sensibilisiert für das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Den Ausschlag für sein Engagement war ein Vortrag von Al Gore, früherer Vizepräsident der USA in Zürich vor 15 Jahren. «Es war schockierend zu erfahren, wie stark sich der CO2-Ausstoss im Laufe einer Generation vervielfacht hat», sagt er. Ein Beispiel aus dem Kanton Baselland, wo bereits vor zwölf Jahren die Idee eines Projekts von 100 mit Solaranlagen ausgestatteten Häusern aufgekommen war, hat ihn motiviert, so etwas im Wehntal zu lancieren.

Oliver Franz hat sein Eigenheim mit Solarpanels ausgerüstet und produziert so seinen eigenen Strom für die fünfköpfige Familie. Foto: Herbert Zimmermann, EKZ
Oliver Franz hat sein Eigenheim mit Solarpanels ausgerüstet und produziert so seinen eigenen Strom für die fünfköpfige Familie. Foto: Herbert Zimmermann, EKZ

Die IG Solar Wehntal ist eine nicht profitorientierte und politisch neutrale Bürgerinitiative, die der nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiewende verpflichtet ist. Ausser dem IT-Unternehmer Oliver Franz wirken mit der Bülacher Jurist Richard Amstutz, die Gemeinderäte Martin Eberhard und Christian Moser, die frühere Gemeinderätin Sibylle Hauser, der Solar-Experte Urs Spengeler sowie der Elektroingenieur Konrad Stadler, alle aus Niederweningen.

«Es war schockierend zu erfahren, wie stark sich der CO2-Ausstoss vervielfacht hat.»

Oliver Franz, Initiant IG Solar Wehntal

Bereits 2008 hat Oliver Franz zum ersten Mal beim Niederweninger Gemeinderat vorgesprochen. Er sei schon damals auf offene Ohren gestossen. «Aber erst mit der Gründung der IG Solar fünf Jahre später sind Aktionen ausgelöst worden.» Oliver Franz wollte nicht nur eine Ideologie vertreten, sondern Projekte vorantreiben. «Als Erstes ist das Schwimmbad mit einer Solaranlage ausgestattet worden, später auch das Dach des Gemeindehauses.»

Der Gemeinderat führt in seinen Legislaturzielen auf, ökologische Anliegen zu unterstützen. «Solaranlagen auf Dächern sind ein wichtiger Bereich für einen neuen Umgang mit Energie», hält die Gemeindepräsidentin fest. Die IG Solar setzte sich zudem bei der Schulgemeinde für den Bau einer grossen Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Doppelsporthalle ein. Rund 43Quadratmeter gross ist die Anlage auf dem Hausdach von Oliver Franz. Das entspricht einer Leistung von 7,3kWp, das sind rund 7000Kilowattstunden Energie pro Jahr und vermeidet rund 4 Tonnen CO2 Emissionen, was circa 40000 Auto-Kilometern entspricht. Für eine solche Anlage belaufen sich die Kosten heute auf ungefähr 24'000Franken. Dafür gibt es einmalige Bundessubventionen von gut 4000Franken.

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Zusätzlich leistet Niederweningen im Fall dieses Beispiels einen Betrag von 3650Franken. «Dazu kommen noch Steuervergünstigungen von etwa 3000 bis 4000Franken. Das führt zu attraktiven Netto-Investitionen von rund 13000Franken«, sagtOliver Franz. «Weil sich derBezug über das herkömmliche Stromnetz erheblich verringert, ist die Anlage nach 12 bis 15 Jahren amortisiert; das bei einer Lebensdauer von etwa 25Jahren.»

Oliver Franz ist es ein Anliegen, nicht nur in Niederweningen, sondern im ganzen Wehntal Unterstützung zu finden. Von den anderen Gemeinden seien jedoch keine Zusagen für Subventionen gekommen. Gefreut hat ihn hingegen das Interesse an der Infoveranstaltung der IGSolar im November letzten Jahres. «40 Personen waren anwesend, das werten wir als Erfolg.» Jetzt wartet er darauf, dass sich die Leute auch tatsächlich für eine Solaranlage entscheiden.

Bewusster Umgang mit Energie

Der Vater dreier Kinder im Alter von 19, 15 und 12 Jahren will etwas für die Erhaltung der Umwelt leisten, damit auch folgende Generationen eine Zukunft haben. Er gibt allerdings zu, dass die Umstellung auf Sonnenenergie ein gewisses Umdenken und Anpassen je nach Lebenssituation erfordert. «Meine Frau und ich fahren beide mit dem ÖV zur Arbeit. Unser Elektroauto laden wir deshalb tagsüber, wenn sonst kein Strom verbraucht wird.» Die Waschmaschine läuft dann, wenn die Sonne scheint und Strom liefert, der Boiler dient als Speicher, der tagsüber die überschüssige Produktion aufnimmt. In die Ferien reist die Familie den Zug und stellt sich auf eine längere dafür entspanntere Fahrt ein. «Das funktioniert bestens.»

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