Regensdorf

Noch gibts keine Bussen für Temposünder

Im Adliker Quartier Sonnhalde gilt ab sofort Tempo 30. Neue Vorschrif­ten regeln auch das Parkieren: Fahrzeuge dürfen nur auf markierten Parkfeldern während höchstens vier Stunden stehen. Noch verteilt die Polizei aber keine Bussen.

Tafeln in der Sonnhalde signalisieren die Tempobeschränkung und die neuen­ Vorschriften.

Tafeln in der Sonnhalde signalisieren die Tempobeschränkung und die neuen­ Vorschriften. Bild: Ignaz Derungs

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Regensdorf. Die Sonnhalde ist seit Ende April eine Tempo-30-Zone. Für die Be­woh­ner hat sich somit der langjährige Kampf gegen den Autolärm im Quartier gelohnt. Ein Rückblick: Ende 2014 haben 560 Personen eine Petition unter­zeich­net, die im ganzen Quartier die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränken wollte. Mit der Petition verlangten die Unterzeichner von der Gemeinde, die Liegen­schaften­ver­wal­tun­gen und Eigentümer der Privatstrassen aufzufordern, eine Tempo-30-Zone einzuführen.

Die Krux: Einige Strassen sind im öffentlichen Besitz, andere im privaten. Das heisst, die Gemeinde musste ­zunächst die Zuständigkeiten klären. Im August 2015 bewilligte der Gemeinderat schliess­lich einen Kredit für die Erstellung eines Gutachtens; aus dem Gutachten entstand ein Pro­jekt­, und dieses ist jetzt umgesetzt.

Keine Zeitbeschränkungfür Anwohner

Die Gemeinde hat gleichzeitig auch das Parkreglement geändert. Neu ist das Parkieren nur noch auf markierten Parkfeldern erlaubt – dies maximal während vier Stunden. Um die Parkdauer kontrollieren zu können, müssen die Autofahrer eine Parkscheibe mit der Ankunftszeit hinter das Frontfenster legen.

Die Anwohner der Sonnhalde können weiterhin zeitlich unbeschränkt parkieren. Sie müssen aber eine Parkkarte bei der Gemeindepolizei lösen. Und: Wer sein Fahrzeug nachts auf einem öffentlichen Parkplatz in der Sonnhalde stehen lassen will, muss weiterhin eine Nachtparkgebühr zahlen.

Wie Polizeichef Harry Kühn auf Anfrage sagt, erhalten fehlbare Lenker zurzeit noch keine Busse. In einer ersten Phase hat die Polizei mit Tafeln auf die neuen Regeln hingewiesen. Später hat sie falsch parkierten Autos einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt, der über die neue Parkordnung informiert. Derzeit zeigen Geschwindigkeitsgeräte am Strassenrand das aktuell gefahrene Tempo an. Erscheint ein Smiley, stimmt das Tempo, fährt man zu schnell, zeigt die Tafel einen Daumen nach unten. Ab wann Park- und Temposünder mit Bussen rechnen müssen, will Kühn nicht verraten.

Die Bewohner aus deneigenen vier Wänden locken

Ignaz Derungs, Leiter der Ar­beits­gruppe Wohnen und Verkehr in der Sonnhalde, ist begeistert über die positive Entwicklung der Siedlung. Er lebt seit 40 Jahren im Quartier und empfindet die Einführung von Tempo 30 als grosse Aufwertung. «Es war uns klar, wir mussten handeln, um das Quartier aufzuwerten», sagt er. «Früher war der Zusammenhalt in der Sonnhalde gross, man hat Feste gefeiert und sich getroffen.

Mit viel Geduld gehen wir nun Schritt für Schritt weg von der Anonymität und locken wieder mehr Bewohner aus den eigenen vier Wänden, damit sie eine Gemeinschaft bilden», sagt Derungs. Nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Eigentümer helfen laufend mit, die Sonnhalde zu verschönern. So hat man den Veloweg durch die Siedlung beleuchtet und die Spielplätze aufgewertet. Ebenso haben die Verwaltungen die Grünanlagen neu gestaltet, was der Siedlung äusserlich frischen Schwung verleiht. Um auch die Abfallent­sor­gung sauberer abzuwickeln, werden die Verwaltungen bald Unterflur­sammelstellen eröffnen.

Erstellt: 17.05.2018, 16:30 Uhr

Infobox

Informationen: www.regensdorf.ch unter Verwaltung, Dienstleistungen, Parkieren in Regensdorf. Die Gemeindepolizei gibt Auskunft unter 044 842 36 00 oder per Mailan parkkarten@regensdorf.ch.

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