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Null Kandidaten für die Kirchenpflege

Die reformierte Kirchgemeinde Weiach hat ein ernsthaftes Problem: An der Wählerversammlung vom Donnerstag zeigte sich, dass 70 Tage vor der Wahl keine einzige Kandidatin und kein einziger Kandidat für die Kirchenpflege verfügbar ist. Die anderen Behörden sind gut dotiert.

Bei den anderen Weiacher Behörden waren die Kandidatenlisten, die am Donnerstag an die Wand des Gemeindesaals projiziert wurden, gut gefüllt. Bei der Kirchenpflege sah dies anders aus…
Bei den anderen Weiacher Behörden waren die Kandidatenlisten, die am Donnerstag an die Wand des Gemeindesaals projiziert wurden, gut gefüllt. Bei der Kirchenpflege sah dies anders aus…
Cyprian Schnoz

Gemeinderat mit zwei überzähligen Kandidaten, Primarschulpflege mit einem Überzähligen, Rechnungsprüfungskommission sogar mit drei: Die Weiacher Stimmberechtigten werden an den Gesamterneuerungswahlen vom 14. April eine schöne Auswahl haben. Nicht aber, was die Wahl der reformierten Kirchenpflege betrifft. Die Redewendung «Wer die Wahl hat, hat die Qual» gilt hier also nicht. Ganz im Gegenteil: «Wer gar keine Wahl hat, hat ein Problem» ist die Devise der Weiacher Kirchgemeinde.

Die Vorgeschichte

2017 war ein lebhaftes Jahr für die Weiacher Kirchgänger. Im März lehnte die Kirchgemeinde eine Fusion mit Stadel und Bachs zur Kirchgemeinde Stadlerberg klar ab. Zu arm waren die anderen. Die Weiacher Kirchenpflege hatte erfolglos Annahme empfohlen. Also fusionierten nur Bachs und Stadel.

Nachdem die vierköpfige Weiacher Kirchenpflege – ein Sitz ist schon längere Zeit vakant – bekannt gegeben hat, dass niemand für eine Wiederwahl zur Verfügung stehen werde, war Kandidatensuche angesagt. Diese blieb jedoch bisher erfolglos, wie sich an der Wählerversammlung vom vergangenen Donnerstag im Gemeindesaal gezeigt hat.

An diesem Umstand nichts geändert hat der Entscheid der Budget-Gemeindeversammlung Ende November, die Entschädigung für die Kirchenpflege von 20 000 auf 25 000 Franken jährlich zu erhöhen. Ohne Gegenstimme hiess die Versammlung auch einen Projektierungskredit von 30 000 Franken für die Sanierung der Kirche gut. Nächsten Juni soll der Baukredit zur Genehmigung vorgelegt werden.

Management von aussen

Angesichts der leeren Kandidatenliste trat deshalb vorgestern der noch bis Juni amtierende Kirchenpfleger Daniel Elsener ans Rednerpult. «Ich will noch jemanden motivieren», sagte er auf dem Weg dahin. Elsener appellierte an die reformierten Versammlungsteilnehmer, sie mögen sich doch eine Kandidatur für die Kirchenpflege überlegen. «Viele sagen, sie hätten eben mit Religion und Kirche wenig am Hut.» Dabei, so betonte Elsener, bestehe das Tagesgeschäft eines Kirchenpflegers aus Aktuariat, Finanzen, Liegenschaften usw. Für Theologie und Glaube habe man den Pfarrer und die Katechetin.

Elsener warnte davor, die Selbstbestimmung der Kirchgemeinde aufs Spiel zu setzen. Wenn nämlich nicht mindestens ein Präsident und zwei Kirchenpflegerinnen oder -pfleger gewählt werden können, setze der Kirchenrat einen kostenpflichtigen Sachwalter ein, der die Weiacher Kirche manage. «Und der worst case: die Sanierung der Kirche wird ungewiss sein», sagte Elsener. Auch Gemeindepräsident Stefan Arnold, der die Wählerversammlung als Tagespräsident leitete, wies auf die Folgen einer unbesetzten Kirchenpflege hin.

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