Hüntwangen

Nur sehr viel Disziplin bringt Erfolg

Deutsche und Belgische Schäferhunde glänzten mit ihrem Können an der Ausscheidung für Weltmeisterschaften in Dänemark und Italien. Gehorsam, Instinkt und eine enge Bindung zwischen Hund und Besitzer zeigten sich in beeindruckenden Szenen.

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Springen, Bringarbeiten, Täter stellen und bewachen, Fährte aufnehmen – das ist Hundesport, wie er am letzten Samstag beim Rafzer­feld ausgetragen wurde. 15 Deutsche und Belgische Schäferhunde und ihre Besitzer nahmen an der zweiten schweizerischen Ausscheidung für die Weltunion Schäferhundeverein (Wusv), IPO3 & Agility-WM in Dänemark (Deutsche Schäferhunde) re­spek­tive die FCI-WM in Italien (Belgische Schäferhunde) im Oktober teil. Drei Disziplinen waren ein Musterbeispiel an Gehorsam und Teamarbeit zwischen Mensch und Hund.

Hundelaune und Gehorsam

Bei der Unterordnung urteilten die Richter über die Harmonie des Teams, die Schnelligkeit und Aufmerksamkeit der Tiere. Auf dem Fussballplatz Rafzerfeld, mit Hindernissen und Posten ausgestattet, mussten die Hunde Kommandos ausführen. In der Nähe einer Personengruppe sollten die Tiere zudem ihre Unbefangenheit beim Erfüllen von Befehlen beweisen, ebenso wie bei Platzpatronenschüssen. Es galt, über Hindernisse von bis zu 1,80 Meter zu springen und Bringarbeit mit Holzstücken, ohne dar­an zu kauen.

Dass zum Weiterkommen neben allem Können und dem wöchentlichen Training auch eine Prise Glück gehörte, betonten viele Hundebesitzer. Teilnehmerin Myriam Gubler aus Amriswil TG stellte bei ihrem Deutschen Schäfer Lennox vom Drumlin Wolf amüsiert fest: «Hauptsache, beim Turnier ist er gehorsam, aber mein Hund merkt, dass ich an einer Prüfung machtlos bin.» Das bedeutet: Er weiss, er könnte machen, was er will. Doch er tat, was von ihm ­verlangt wurde, und schaffte ­sogar die Qualifikation. Gubler fährt nun in einem fünfköpfigen Schweizer Team an die WM.

Die nötige Prise Glück unterstreicht auch Organisator Marco Luchsinger. «Gerade auf dem höchsten Niveau, bei dem ein paar Punkte Unterschied entscheidend sind, kommt es auf die Tagesform des Hundes an, ob und wie gut er mitmacht.» Luchsinger ist von der Ortsgruppe Zürcher Unterland des Schweizerischen Schäferhund-Clubs (SC), die zusammen mit der Ortsgruppe Zürich-Waid den Event im Rafzerfeld organisiert hatte.

Spürnasen und Schutzinstinkt

Die Fährtenarbeit im Gelände um den Fussballplatz verlangte das Aufspüren von drei Gegenständen aus Teppichmaterial, Holz und Leder, versteckt auf einer Strecke in der Form des Buchstabens R. Die Disziplin Schutztrieb war sicherlich die spektakulärste, sowohl für die 100 Besucher wie auch für die Teilnehmenden. Die Schäferhunde mussten im Schnelltempo durch das ganze Fussballfeld sechs Verstecke umrennen, um dann im letzten einen Schutzdiensthelfer zu stellen, mit Bellen zu bewachen, um ihn dann auf Kommando am Arm zu packen sowie ihn bei der Flucht nicht loszulassen. Vor allem hier zeigte sich, wie sehr der Hund bereit war, mitzuarbeiten. Ein Tier weigerte sich anfänglich, die Aufgaben auszuführen, und rannte fast vom Feld, bevor es dann doch mitarbeiten wollte.

Der Belgische Schäfer von ­René Marro aus Freiburg, M’Dali von Hängelen City, zeigte auch nicht alles, was er kann. «Es gibt Tage, an denen alles klappt, und solche, an denen es weniger gut läuft», stellte Marro leicht enttäuscht, aber entspannt fest. «Man darf nicht vergessen, es ist ein Tier, und das muss man respektieren. Und den Hund selber stört es gar nicht», fügte er amüsiert hinzu. Andere schlugen sich prächtig. Das merkte auch Viktor Hrubizna, der mit dem Schutzarm aus Jute einiges zu tun hatte, wenn die Hunde sich in seinen Arm verbissen: «Manche Hunde kämpfen, ziehen und stossen, und manche laufen mit, was meine Aufgabe einfacher macht.» Bei dieser wie bei jeder anderen Übung würde sehr auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Tiere geachtet, betonte der Organisator Luchsinger. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 01.07.2018, 18:15 Uhr

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