Niederhasli

Oldtimer-Markt erfreute Mofa-Liebhaber

Die Töfflibuebe aus den 60er-Jahren sind in der Nostalgiephase und wollen wieder mit ihren zu Kult gewordenen Mofas fahren. Ersatzteile für ihre alten, verrosteten und defekten Möfis haben sie am Samstag am breitgefächerten 5. Oldtimer-Teilemarkt in Niederhasli gefunden.

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Die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, die Mütze bis zur Stirn heruntergezogen, trotzten die vorwiegend männlichen Besucher im Rentenalter der misslichen Witterung am zur Tradition gewordenen Ersatzteilemarkt in und um die Dreschscheune in Niederhasli. Auf der Suche nach originalen Blinkern, Rückspiegeln, Auspuffen, Ventilen, Schrauben, Schutzblechen, Motoren, Getriebe, Zylindern, Armaturen, Batterien und anderen mechanischen Teilen, die für alte Fahrzeuge nur noch schwer zu finden sind, war die Nachfrage an Ersatzteilen für Mofas besonders gross.

Patrick Schmid aus Steinmaur, der Motoren für die legendären Puch-Mofas anbot, erklärte: «In den letzten beiden Jahren hat sich eine neue Töfflikultur entwickelt. Väter liessen jahrzehntelang ihre Puchs oder Ponys in der Scheune oder in der hintersten Ecke der Garage verstauben. Jetzt wollen sie oder ihre Söhne die Oldtimer reaktivieren, um mit ihrem speziellen Sound mit bis zu 30 Km/h schnell durch die Gegend zu fahren.»

Mofas kommen wieder in Mode

Schmid, der selbst noch mit seinem Puch-Maxi jeweils den Ötztaler Moped-Marathon über vier Pässe und 237 Kilometer mit einer Höhendifferenz von 5500 Metern fährt, ist Spezialist für Motoren. Geheimnisvoll wies er an seinem Stand auf das spezielle Sachs-Dreigangtriebwerk hin, das mit zwei «Wanzen» respektable 2,6 PS erbringt und als stärkster Mofa-Motor gilt. Nicht ohne Stolz bezeichneet sich der Brunnenmeister als begeisterter Hobbychlütteri und Möfi-Fan.

Ersatzteile aller Artsind sehr gefragt

Ein modernes Auto besteht heute aus rund 10 000 Einzelteile. Ungefähr so viele Ersatzteile wurde von rund einem Dutzend Ausstellern am Niederhasler Teilemarkt angeboten. Besucher aus der halben Schweiz interessierten sich vom Auspuff bis hin zur Zylinderkopfdichtung der verschiedensten Automarken, Traktoren und Motorrädern. Renzo Provenzano aus Schlieren war glücklich: «Endlich habe ich eine Lampe mit Tacho für meinen Maxi-Puch gefunden», sagte er.

Er ist ständig auf der Suche nach Ersatzteilen aller Art und tauscht oder bietet selbst auch Teile an. Einen besonderen Verkaufsstand betrieb der Buchser Beat Hollenstein mit seinen Kollegen. Augenfällig waren seine alten, blechernen Benzin- und Ölkanister sowie die Kofferradios aus den 50er-Jahren. Raritäten wie Email-Werbetafeln und anderes Zubehör ergänzten sein Angebot. Hollenstein war mit seinem Verkaufserfolg zufrieden: «Wir hatten viele Spontankäufer und gute Kontakte.» Dem pflichtete auch Organisatorin Lolita Fernandez bei: «Das schlechte Wetter hat einige Aussteller und vor allem die Besitzer von Oldtimer davon abgehalten nach Niederhasli zu kommen.

Trotzdem waren es wieder viele Besucher, welche die Gelegenheit nutzten, Ersatzteil und Raritäten zu kaufen, aber auch um sich mit Kollegen zu treffen, zu Fachsimpeln und in Erinnerungen zu schwelgen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 02.04.2018, 18:30 Uhr

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