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Opernstar sorgt für witzige Verwirrung

Die Bühne Wehntal wird ab diesem Freitag in der Mehrzweckhalle vom Schulhaus Schmittenwis dem Publikum eine temperamentvolle Verwechslungskomödie mit glamourösen Bühnenbildern bieten.

Opernstar Tito Merelli (Erhard Wyss, links) hat Magenbeschwerden, Streit mit seiner Frau Maria (Liliana Angst) und will die Hauptprobe platzen lassen. Für Operndirektor Saunders (Mark Staub. 2.v. links) und für seine «rechte Hand» Max (Marco Waltenspühl eine Katastrophe.
Opernstar Tito Merelli (Erhard Wyss, links) hat Magenbeschwerden, Streit mit seiner Frau Maria (Liliana Angst) und will die Hauptprobe platzen lassen. Für Operndirektor Saunders (Mark Staub. 2.v. links) und für seine «rechte Hand» Max (Marco Waltenspühl eine Katastrophe.
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«Otello darf nicht platzen» – im Originaltitel «Lend me a Tenor» – ist das erfolgreichste Stück des amerikanischen Dramaturgen Ken Ludwig, das 1986 im West End in London uraufgeführt wurde. Morgen Freitag feiert es mit dem Laienschauspielverein Bühne Wehntal Premiere in Niederweningen in der Mehrzweckhalle vom Schulhaus Schmittenwis.

Die Szene: Eine Provinz-Oper unter der Leitung des aufbrausenden Direktors Saunders (Mark Staub). Zum zehnjährigen Bestehen soll ein weltberühmter Tenor anreisen und den Titelcharakter in Giuseppe Verdis Oper «Othello» singen: «Lo Stupendo» Tito Merelli (Erhard Wyss).

Bei Saunders, seiner Tochter Maggie (Ramona Pusceddu) und seinem Assistenten Max (Marco Waltenspühl) liegen die Nerven blank. Endlich taucht «Il Stupendo» im Hotel auf, natürlich verspätet und zudem mit seiner zurecht eifersüchtigen Frau Maria (Liliana Angst). Fremde Frauenunterwäsche in Titos Koffer sorgt schon bei der Ankunft für schlechte Stimmung, doch auch Titos Wohlbefinden ist alles andere als passend für die Generalprobe. Während Schlafpillen die Situation beruhigen sollen, sorgen sie für eine Katastrophe und Saunders steht ohne Tenor da – mit ausverkauften Haus am Abend. Was tun?

Leistung mit Freude

Die Regie übernahm zum vierten Mal Hans-Peter Rieder aus Winterthur, der auf eine über 50-jährige Karriere als professioneller Regisseur und Schauspieler zurückblickt. Seine Einstellung zu seiner Arbeit sei immer noch von Faszination geprägt: «Natürlich gibt es eine gewisse Routine. Aber ich gehe immer wie zum ersten Mal an jedes Stück heran, immer neugierig und mit Fantasie, was man alles machen könnte. Naher wird es automatisch den Gegebenheiten angepasst.»

Beim Amateur- und Profitheater seien seine Schwerpunkte anders: «Beim Profitheater sind das Stück und das Publikum das Wichtigste. Beim Amateurtheater ist die Freude der Spieler genauso wichtig wie das Endprodukt.» Denn es sei ein sehr zeitaufwändiges Hobby. «Sie kommen neben der Arbeit zweimal die Woche in die Probe, müssen den Text lernen, und es ist meine Aufgabe, die Probe so zu gestalten, dass die Spieler Spass haben und sich wohlfühlen.»

Und die Spieler haben Freude, auch deshalb, weil alle 45 Aktivmitglieder das Ziel haben, «jährlich gehobenes Theater zu bieten, so professionell wie möglich», sagte Saunders-Darsteller und Gemeinderat von Niederweningen, Mark Staub. «Es soll kein Schwank sein – Komödie ja, aber auf hochstehendem Niveau, immer mit einem Profiregisseur.» Letztes Jahr führten die Bühne Wehntal Friedrich Dürrenmatts «Die Physiker» auf.

Damals spielte Marco Waltenspühl, in Niederweningen aufgewachsen, eine kleine Rolle als Sohn von Möbius, nun spielt er im neuen Stück die Hauptrolle. «Max ist ein scheuer Assistent, der einerseits den Durchbruch als Opernsänger haben möchte, anderseits es sich nicht zutraut, bis er von einem Opernstar gesagt kriegt, dass er es könnte – dies steigt ihm etwas in den Kopf.»

Das Lampenfieber habe ihn noch nicht gepackt. «Das kommt dann vor der Premiere. Wir spielen ohne Souffleur», fügte Tito-Darsteller Erhard Wyss aus Lengnau an. «Wenn etwas schiefläuft, muss jeder selber schauen, wie er aus der Situation rauskommt.» Damit das nicht passiert, hat die Truppe bis zu 45 Proben.

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