Hüttikon

Ostereier verwandeln sich in Kunstobjekte

Im Strohdachhaus in Hüttikon fand einmal mehr die alljährliche Ostereierausstellung statt.

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Wer im Strohdachhaus in Hüttikon zu Besuch war, der hatte am vergangenen Wochenende wenig Mühe, Ostereier zu finden. Denn in dem traditionsreichen Gebäude fand die alljährliche Ostereierausstellung statt. Das Forum Hüttikon, welches sich um das Bauwerk aus dem Jahr 1683/1684 kümmert, organisiert in ihm auch mehrere Veranstaltungen, darunter eben auch diese Ausstellung.Man würde sich schwertun, einen besseren Ort für die Handwerker und Künstler zu finden, die hier ausstellten. Denn wiedas Haus sind auch die Techniken für die Verzierung von Ostereiern alt und traditionell.

Wer nun glaubt, dass die Gestaltung von Ostereiern mit ein bisschen Farbe getan ist, dem sei geraten, sich im nächsten Jahr eines Besseren belehren zu lassen. Denn ein Besuch zeigt, dass sehr viel mehr dazu gehört, als beispielsweise ein paar Zwiebelschalen auf Ostereier zu klatschen. Mit Lupen und feinsten Pinseln zeigen die anwesenden Künstlerinnen und Künstler,wie sie auch noch so detailreiche Motive malen können. Da finden sich auf den Eiern plötzlich eine Stadtansicht von Zürich, in der jedes noch so kleine Fenster millimetergenau dargestellt ist, oder eine Biene mit so fein gemalten Härchen, dass einem mit Blick auf die eigenen ungelenken Hände ganz anders wird.

Mal bemalt, mal geritzt

Bereits nach einem kurzen Gang durch die Ausstellung wird klar: Die Zahl der Techniken zur Gestaltung von Eierschalen ist genauso gross wie die Zahl der Eierarten selbst. Der eine graviert, der andere malt mit Öl oder Tusche. Eine weitere Technik verwendet Ruth Merz aus Zürich. Zunächst bemalt sie ein Ei vollständig mit zwei Schichten verschiedener Farben. Danach kratzt sie mit einem Messer entweder die erste oder beide Schichten Farbe ab. So entstehen unter ihren Händen geometrische Muster auf der Schale. Die Ornamente sind so genau, wenn die Frau nicht vor einem sitzen würde, man müsste glauben, eine Maschine wäre für solche Präzision verantwortlich.

Unter den Ausstellern finden sich nicht nur Ostereierkünst­lerinnen und -künstler. Monika Amrein aus Otelfingen stellte ihre Aquarelle aus und bietet dazu noch Malen für Kinder an. «Man muss sich schon etwas überlegen, sonst steht man den ganzen Tag nur rum. Das wäre ja langweilig», sagt die Künstlerin. Deswegen sei sie auf die Idee gekommen, Kindern eine Einführung in Aqua­relle zu geben. Gerade eben hätte sie ein Bild verkauft, fügt sie stolz hinzu und zeigt auf eine leere Stelle an der Wand.

Eier für den guten Zweck

Die Kinder der Schule Otelfingen haben sich ebenso an die eindrückliche Kunst der Eierbemalung gewagt und verkaufen ihre Eier an einem Stand. Auch wenn ihre Produkte malerisch eher dem naiveren Stil angehören, so kaufen sich die Besucher dennoch gerne ein paar Eier, denn der Erlös geht an das Theater Hora, dessen Ensemble aus Schauspielern mit einer geistigen Beeinträchtigung besteht. Von der zweiten bis zur sechsten Klasse hätten alle Kinder Eier gebastelt. Amelie Roth, 9 Jahre alt, sagt stolz: «Wir haben 500 Eier bemalt.» Sofort fällt ihr Agnes Szilágyi-Bogács, ebenfalls 9, ins Wort: «Nein, es waren 600.» Drei Tage lang hätten sie daran gebastelt und am liebsten gar nicht mehr aufgehört. Bei so vielen Eiern kann man Ostern kaum mehr ­abwarten.

Michèle Sohre, Organisatorin der Ostereierausstellung, zieht eine positive Bilanz. Wenn auch der Freitag etwas schwächer besucht war, so sei am Wochenende, gerade am Sonntag, die Ausstellung sehr gut besucht gewesen. Etwa tausend Personen hätten, nach ihrer Einschätzung, die Ausstellung gesehen. Auch die Verkäufer waren am Sonntagabend zufrieden. Michèle Sohre bekräftigt: «Eine Ausstellerin hat nächste Woche wieder einen Stand und musste dringend nach Hause, um mehr Eier zu produzieren, so viele hatte sie dieses Wochenende verkauft.» Da freut man sich natürlich aufs nächste Jahr. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.03.2018, 16:23 Uhr

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