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Pakete erreichen nicht immer den Empfänger im Richti-Areal Wallisellen

Den Bewohnern reicht es. Seit ein paar Wochen verschwinden immer wieder Briefe und Pakete. Betroffene haben jetzt damit begonnen, «Fake-Päckli» in die Briefkästen zu legen, um die mutmasslichen Diebe in die Irre zu führen.

Die Briefkästen im Richti-Areal werden regelmässig von Dieben leergeräumt.
Die Briefkästen im Richti-Areal werden regelmässig von Dieben leergeräumt.
Leo Wyden

Über den Postweg werden immer weniger Briefe versandt, dafür immer mehr Pakete. Wie die Briefe werden Pakete von der Post oder von anderen Lieferdiensten täglich zugestellt. Wenn die Grösse passt, werden die Sendungen in den Milchkasten gelegt. Der Adressat hat das Be­stellte zu Hause und muss sonst nichts mehr unternehmen. Eigentlich praktisch.

Empfänger unbekannt

So weit, so gut. Nicht so gut ist es, wenn die Pakete nicht beim Empfänger ankommen oder geplündert werden. Genau das passiert momentan im Richti-Areal in Wallisellen. In den letzten Wochen haben sich die Fälle gehäuft, in denen Briefe nicht ankommen, Pakete verschwinden oder aufgerissen ohne Inhalt in den Milchkästen oder im Gebüsch liegen. Nicht bekannt ist, wer dahinter steckt und die Pakete «in Empfang» genommen hat. Das sorgt für Unmut bei den Bewohnern.

In der Facebook-Gruppe des Richti-Areals werden die Betroffenen ermuntert, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. «Wir können nicht sagen, wie hoch die Dunkelziffer ist, weil vermutlich nicht ­alle Paketdiebstähle angezeigt werden», sagt Ralph Hirt von der Kantonspolizei Zürich. Eine generelle Zunahme von Paketdiebstählen sei nicht zu verzeichnen. Das Verhalten der Konsumenten habe sich in den letzten Jahren stark verändert, wie auch Nathalie Dérobert von der Post feststellt. Es wird viel mehr online bestellt und die Kunden möchten ihre Waren möglichst schnell bekommen.

Die nicht abschliessbaren «Milchkästen» sind heute nicht mehr für die Milch, die früher täglich geliefert wurde, dafür eben für kleinere Pakete gedacht. Bei der Post nennt man sie deshalb Ablagefächer oder Ablagekästen. Aber sind sie in dieser Form noch zeitgemäss? «In der Regel haben wir keine Probleme damit», sagt Dérobert.

Zeitgemässe Zustelllösungen

Es gibt mittlerweile Alternativen – die jedoch alle nicht so bequem sind wie die Lieferung in die Ab­lagefächer. Die Post bietet verschiedene Zusatzdienstleistungen an, die vermehrt genutzt werden wie «My Post 24» oder «PickPost». Bei diesen erfolgt die Zustellung in ein Schliessfach oder eine bediente Abholstelle. Oder aber der Empfänger einer Sendung lässt sich vorgängig per E-Mail oder SMS die geplante Ankunft eines eingeschriebenen Briefes oder eines Pakets informieren und wählt dann die Lieferkonditionen. So sind beispielsweise Früh- und Abendzustellungen möglich oder die Abgabe bei einem Nachbarn.

Pakete auf eigenes Risiko

Für nicht eingeschriebene Postsendungen zahlt die Post bis maximal 500 Franken. Dies aber nur dann, wenn das Paket nicht korrekt zugestellt wurde. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Paket in den Hauseingang gestellt wird, weil es zu gross ist für den Ablagekasten. Sobald das Paket korrekt ausgeliefert ist, also im Milch­kasten liegt, geht die Verantwortlichkeit an den Besteller über. Dann haftet die Post oder der ­Lieferdienst nicht mehr.

Juristisch gesehen ist der Diebstahl von Paketen aus dem Milchkasten als einfacher Diebstahl über die Hausratsversicherung gedeckt. Es gilt aber ein Selbstbehalt, wie er in der Versicherungspolice vereinbart ist. In der Regel sind das 200 Franken.

Lösungen gesucht

Die Paketklauerei hat vor rund einem Jahr angefangen. Dann gab es aber immer wieder Pausen. Jetzt kommt es offenbar wöchentlich vor, dass Pakete wegkommen. Einzelne Anwohner ha­ben damit begonnen leere ­«Fake-Päckli» in ihren Milchkasten zu legen, gekennzeichnet mit eindeutigen Worten wie «Arschloch» an die Adresse an den oder die Diebe. So kann der Pöstler aber auch keine Kleinpakete mehr im Fach deponieren und muss den Adressat mit einem Abholzettel im Briefkasten über die Lieferung informieren. Die Anwohner hoffen, das der oder die Täter bald gefasst werden. Sie überlegen sich, Kameras zu in­stallieren oder die Briefkästen umzubauen.

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