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Pferdeliebhaber sind spendenfreudig

Ein Crowdfunding brachte über 22'000 Franken für den Kastelhof ein. Damit will der Betrieb die verstorbenen Pferde ersetzen. Doch vorerst muss er noch zuwarten.

Esther Bachmann von Kastelhof in Niederhasli mit dem Warmblueter Corgon.
Esther Bachmann von Kastelhof in Niederhasli mit dem Warmblueter Corgon.
Sibylle Meier

Esther Bachmann ist überwältigt. 22 410 Franken sind beim Crowdfunding für neue Pferde zusammengekommen. «Mit so viel Solidarität hätte ich niemals gerechnet», freut sich die Inhaberin der Reitschule Kastelhof in Niederhasli. Letztes Jahr hatte sie wegen Verletzungen und Krankheiten gleich vier ihrer Pferde verloren. Deshalb hatte eine Gruppe von Eltern, deren Kinder auf dem Landwirtschaftsbetrieb reiten, vor Weihnachten eine Spendenaktion auf der Plattform lokalhelden.chgestartet. Das Ziel war, 18 000 Franken für neue Pferde zu sammeln.

«Wir haben bewusst Gas gegeben, damit die Aktion noch vor Weihnachten aufgeschaltet wird», sagt Initiator Steff Aellig. «Denn so konnten wir sie unter dem Motto Spenden statt Geschenke laufen lassen.» Zudem hat Aellig extra für die Crowdfunding-Webseite ein Video erstellt, in dem zwei pferdebegeisterte Mädchen anrührend über die Schicksalsschläge auf dem Betrieb erzählen. Eines davon ist seine Tochter Lynn. Auch sie hat sich auf Weihnachten von Gotte und Götti eine Spende für den Kastelhof gewünscht.

Insgesamt spendeten 121 Personen. «Es ist zu einem richtiggehenden Schneeballeffekt gekommen», sagt Aellig. Das Anliegen sei im Internet und auf persönlicher Ebene verbreitet worden. Und auch der Artikel im ZU habe mitgeholfen, Portemonnaies zu öffnen. Es seien sogar unbekannte Spender darunter gewesen und solche, die nicht direkt mit dem Kastelhof verbunden sind.

Immer noch Herpes-Viren

Esther Bachmann will mit dem Geld demnächst zwei bis drei neue Pferde anschaffen. Doch zurzeit muss sie damit noch zuwarten. Denn der Kastelhof steht immer noch unter Quarantäne. Ende November war auf dem Betrieb eine Herpesinfektion ausgebrochen, an der 8 von insgesamt 18 Tieren erkrankt waren. Eines musste wegen seiner Leiden eingeschläfert werden.

Jede Woche nimmt Bachmann bei den infizierten Tieren nun eine Probe mit einem Nasentupfer und lässt sie auf Viren untersuchen. In den letzten Wochen war die Anzahl Viren immer noch so hoch, dass sie gemeinsam mit dem Tierarzt beschloss, die Quarantäne zu verlängern. «Das ist eine freiwillige Massnahme», betont die Reitlehrerin. «Wir wollen verhindern, dass sich die Krankheit auf andere Betriebe überträgt.»

Personen, die noch mit anderen Pferden in Kontakt kommen, sollten den Kastelhof deshalb meiden. Hingegen blieb das Angebot Ponyclub, wo Kinder Pferde und Ponys striegeln, satteln und reiten dürfen, die ganze Zeit über bestehen. Denn für Menschen ist die Krankheit nicht ansteckend.

Bachmann geht davon aus, dass die Quarantäne nächste oder übernächste Woche aufgehoben werden kann. Dann wird sie beginnen, sich nach neuen Tieren umzusehen. Das restliche Geld will sie in neue Ausrüstung oder die Verbesserung des Reitplatzes investieren. «Es kommt ganz bestimmt alles dem Hof zugute», versichert sie. Die Grosszügigkeit der Spender habe sie nicht nur aus finanziellen Gründen gefreut, sondern auch moralisch aufgebaut. «Einen besseren Start ins neue Jahr hätte ich mir kaum vorstellen können.»

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