Kloten

Pigna bietet Menschen mit Beeinträchtigung eine Zukunftsperspektive

Nicht alle Menschen mit Behinderung erhalten von der Invalidenversicherung Unterstützung für eine Ausbildung. Die Stiftung Pigna in Kloten hat aber auch für diese Gruppe eine Lösung bereit.

Die zwei Lernenden haben letztes Jahr erfolgreich die interne praktische Ausbildung der Stiftung Pigna in Kloten absolviert. Sie zeigen sich bei der  Abschlussprüfung hoch konzentriert.

Die zwei Lernenden haben letztes Jahr erfolgreich die interne praktische Ausbildung der Stiftung Pigna in Kloten absolviert. Sie zeigen sich bei der Abschlussprüfung hoch konzentriert. Bild: PD

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Die Stiftung Pigna in Kloten ist der Ansicht, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung das Recht auf eine Ausbildung haben sollen. Deshalb bietet sie seit 2016 eine interne praktische Ausbildung (IPA) an. Letztes Jahr haben zwei Lernende die IPA erfolgreich abgeschlossen.

Nach der heilpädagogischen Schule, die die Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr besuchen, können sie eine auf ihre Fähigkeiten zugeschnittene Schulung absolvieren. Die Institution bietet dafür die praktische Ausbildung (PrA) nach Insos (nationaler Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung) und die interne praktische Ausbildung (IPA) an. Beide ermöglichen es jungen Menschen, die keinen Zugang zu einer anerkannten beruflichen Grundbildung haben, einen Ausweis zu erwerben, der ihre beruflichen Kompetenzen dokumentiert.

Neben der Chance, im ersten Arbeitsmarkt einen Platz zu finden, ist der Stiftung auch wichtig, dass die Lernenden während ihrer Ausbildung einiges an Wertschätzung erfahren dürfen.

Berichte sind entscheidend

Die an einer Ausbildung interessierten Personen können in verschiedenen Arbeitsbereichen der Stiftung schnuppern. Die Gruppenleitung schildert ihre Eindrücke daraufhin in einem Bericht. Sie beurteilt die Fähigkeiten der jungen Erwachsenen und ob sich diese im ersten Arbeitsmarkt zurechtfinden würden. Danach erfolgt der Übertritt in eine geschützte Werkstätte und auch darüber wird ein Report verfasst. Weiter bewertet ein Arzt die kognitiven Fähigkeiten und erstellt eine Krankenakte.

Da die PrA nach Insos durch die Invalidenversicherung (IV) finanziert wird, entscheiden diese drei Berichte, ob eine Kostengutsprache von der IV bewilligt wird. Denn diese erhofft sich, dass die jungen Erwachsenen später einen festen Platz in der Arbeitswelt finden und somit nur noch mit einer Teilrente oder ganz ohne IV-Rente ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

IPA als Alternative

Von den zwei bis drei Personen, die bei der Stiftung Pigna pro Jahr einen Antrag an die IV für eine finanzielle Unterstützung stellen, erhalten rund 70 Prozent eine positive Antwort. Für die Abgewiesenen bietet die Stiftung die IPA an. Diese unterscheidet sich nur minim von der PrA nach Insos. Die Schulmaterialien sind identisch, einzig das Fähigkeitszeugnis, welches die Absolventen erhalten, unterscheidet sich, da es von Pigna eigenhändig konstruiert ist. Die IPA wird von der Institution selbst finanziert.

Die Absolventen der PrA nach Insos und der IPA arbeiten in den Werkstätten der Stiftung. Einige haben zusätzlich ein Teilpensum bei Unternehmen in der Region, zum Beispiel bei Coop in Bachenbülach. Dabei stehen diese in einer Zusammenarbeit mit Pigna, damit eine angemessene Beschäftigung garantiert werden kann.

Erstellt: 09.02.2018, 10:57 Uhr

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