Birrfeld/Niederweningen

Pilot der Unfallmaschine war selber Sicherheitsexperte

Der Niederweninger, der am Dienstag mit einem Privatflugzeug tödlich verunfallte, arbeitete bis 2014 für die Sicherheitsuntersuchungsstelle.

Die private Selbstbaumaschine war am Dienstag beim Flugplatz Birrfeld verunfallt.

Die private Selbstbaumaschine war am Dienstag beim Flugplatz Birrfeld verunfallt. Bild: zvg

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Am Dienstag, kurz nach 17 Uhr, unmittelbar nach dem Start vom Regionalflugplatz Birrfeld (AG), schlug die Eigenbau-Maschine des Typs «Alfa 207» neben der Autobahn A1 auf. Der Pilot, ein 66-jähriger Mann aus Niederweningen, kam beim Absturz ums Leben (Ausgabe von gestern). Noch am selben Abend hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ihre Arbeit aufgenommen; ihre Aufgabe besteht primär in der Klärung der Absturzursache.

Schon der Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, Bernhard Graser, hatte gegenüber «20 Minuten»: «Man kann sagen, dass er ein erfahrener Pilot war». Inzwischen wurde bekannt, dass der Verunfallte mehr als nur ein pflichtbewusster Pilot war: Laut einem Bericht der «Aarguer Zeitung» war er beruflich bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahr 2014 als Untersuchungsleiter bei der Sust tätig; wenngleich nicht bei der Abteilung für Flugunfälle, sondern für Unfälle mit Bahnen und Schiffen.

Wer ein Eigenbau-Flugzeug besitze, der warte und unterhalte dieses zumeist auch selber, so führt Werner Maag im Bericht aus. Eben erst wurde auf dem Birrfeld ein neuer Wartungshangar eingeweiht; und der Pilot aus Niederwenigen war seitens des Vereins EAS (für Experimental Aviation of Switzerland) der Verantwortliche dafür. Zum Verein gehören 530 Mitglieder, die eine Flotte von 130 Eigenbau-Flugzeugen betreiben.

Eine Ackernotlandung mit demselben Flieger

Der Niederweninger mit derselben Maschine bereits im August 2016 eine heikle Situation erlebt: Damals musste er kurz vor dem Flugfeld Bad Ragaz in einem Acker notlanden, weil beim Motor der Antriebsriemen gerissen war.

In der Folge musste der Pilot die Maschine ohne Antrieb im Gleitflug zu Boden bringen; das Flugzeug wurde dabei an Fahrwerk, Propeller, Motorverkleidung und an beiden Tragflächen schwer beschädigt. Damals konnte der Verunfallte das Wrack unverletzt verlassen, wie es im Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle heisst.

Ein Strömungsabriss in geringer Höhe

«Das war eine brenzlige Situation, in der er sein fliegerisches Können und seine Fähigkeiten als Pilot unter Beweis gestellt hat», sagt sein Kollege und EAS-Vereinsvorsitzende Werner Maag in der «Aargauer Zeitung». Zum Unfall vom Dienstag kann er nur Vermutungen anstellen. Aufgrund des Unfallhergangs sei es wohl zu einem Strömungsabriss gekommen, meinte Maag. «Wenn das in einer geringen Flughöhe passiert, hat der Pilot keine Chance, das Flugzeug wieder in den Griff zu bekommen, dann ist ein Absturz praktisch unvermeidlich.»

Ob für einen solchen Strömungsabriss ein Problem mit dem Motor oder allenfalls eine starke Windböe die Ursache gewesen sein mag, das lasse sich heute noch nicht sagen. «Ich weiss aber, dass der Flugbetrieb auf dem Birrfeld am Nachmittag ganz normal verlief», so Maag weiter. Es seien auch Schulungsflüge durchgeführt worden, demnach seien die Wetterbedingungen wohl nicht schlecht gewesen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.05.2019, 17:59 Uhr

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