Buchs

Politiker lernen, wie der Gemüseanbau funktioniert

Politiker liessen sich auf dem Hof der Gebrüder Meier in Buchs zeigen, wie Gemüse in grossen Mengen produziert wird. Sie verfolgten den Weg vom Setzling bis zum verpackten und etikettierten Salat.

Fritz Meier (rechts) erklärt, wie die Setzlinge durchs Gewächshaus befördert werden. Barbara Steinemann, Bruno Walliser, Mauro Tuena und Claudio Zanetti von der SVP sowie Hans-Ulrich Bigler und Ruedi Noser von der FDP (von links) hören aufmerksam zu.

Fritz Meier (rechts) erklärt, wie die Setzlinge durchs Gewächshaus befördert werden. Barbara Steinemann, Bruno Walliser, Mauro Tuena und Claudio Zanetti von der SVP sowie Hans-Ulrich Bigler und Ruedi Noser von der FDP (von links) hören aufmerksam zu.

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Bei Mauro Tuena (SVP) hat es immer Cherrytomaten zu Hause und Ruedi Noser (FDP) mag keinen Fenchel. Während eines Hofbesuchs beim grössten Furttaler Gemüseproduzenten am Samstagmorgen liess sich das eine oder andere über die Gemüsevorlieben der anwesenden National- und Ständeräte der SVP und der FDP herausfinden. Doch der Gemüseproduzentenverband Zürich (GVZ) nutzte die Gelegenheit in erster Linie dazu, den Politikern näherzubringen, mit welchen Rahmenbedingungen sich die Gemüsebauern herumschlagen und was aus ihrer Sicht in Zukunft schwierig werden könnte.

Ein geschlossener Kreislauf

Walter Leuzinger, Präsident des GVZ, sagt: «Es gibt viel Unwissen, was den Gemüseanbau in der Schweiz anbelangt. Wir sind ein Spezialzweig der Landwirtschaft. Wir machen bereits sehr viel für nachhaltigen Gemüseanbau und produzieren qualitativ gutes Gemüse zu fairen Arbeitsbedingungen. Das möchten wir vor Ort zeigen.»

Zunächst geht es in eines der Gewächshäuser. In einem davon werden Setzlinge in Rinnen über Förderbänder transportiert, regelmässig mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt, bis sie nach rund drei Wochen für die Auslieferung an die Detailhändler und den Verkauf parat sind. Rund 260 000 Pflanzen wachsen in dieser Halle bis zur Ernte heran. Fritz Meier junior erklärt den Ablauf im Gewächshaus: «Wir arbeiten mit einem geschlossenen Kreislauf. Wir brauchen nur ein Minimum an Wasser und Nährstoffzusätzen, weil wir die Pflanzen punktgenau mit dem Nötigen beliefern können, bis sie reif sind. In der Regel kommen wir mit Regenwasser aus, das wir in einem Tank sammeln.»

Im Gewächshaus daneben wachsen Radieschen direkt im Boden. Gesät wird hier mit der Maschine, geerntet nach wie vor von Hand. Nationalrat Hans-Ulrich Bigler (FDP), dessen Frau im Garten Gemüse anpflanzt, sagt: «Ich bin beeindruckt vom Einsatz der Technologien und von der logistischen Planung, die es braucht, bis das Gemüse frisch im Laden landet.» Derweil wünscht sich Claudio Zanetti (SVP) wirtschaftsfreundlichere Lösungen und grosszügigere Regelungen: «Weite Teile von Zürich sind Agrarland. Die Landwirtschaft ist für unseren Kanton wichtig.»

Technik und Handarbeit

Im Freiland setzt Meier sowohl auf konventionelle Technik wie auch auf Hightech. Zum Jäten zwischen den Reihen stehen Traktoren mit bewährtem System zur Verfügung, die Unkraut aus dem Boden rupfen, das dann vertrocknet. In den Reihen ist es schwieriger. Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist der neuste Traktor mit GPS ausgestattet, der auch gleich abspeichert, welche Fläche bereits bewirtschaftet wurde und welche nicht.

Wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, wird die Technik eingesetzt, aber es bleibt immer noch viel Handarbeit zu erledigen, bis das Gemüse in die Läden kommt. Das zeigt sich in einer anderen Halle auf dem Anbaugebiet. Hier wird bei konstant kühler Temperatur das Gemüse wenn nötig gewaschen und verpackungsfertig gemacht. Das Gemüse für Abnehmer wie Migros oder Coop wird gleich hier so verpackt und etikettiert, wie es im Laden dann in die Verkaufsregale kommt.

Importschutz ist wichtig

Im Verlauf des Morgens legen die Vorstandsvertreter des GVZ auch dar, wie wichtig für sie der Importschutz für die Schweizer Gemüsebauern ist, wobei es regulierte und unregulierte Phasen gibt, je nach Verfügbarkeit des Schweizer Gemüses. Bei einzelnen Gemüsesorten wie Peperoni, Spargeln und Melonen besteht aber saisonal gar kein Importschutz, was die Menge und die Preise der Schweizer Produkte unter Druck setze. Die Diskussion über den Gewässerschutz verdeutlichen die GVZ-Vertreter, indem sie zeigen, welche Fläche im offenen Feld nicht mehr bewirtschaftet werden dürfte.

Ruedi Noser (FDP) begründet seinen Besuch am Rundgang damit, dass Parlamentarier über vieles Bescheid wissen müssen: «Solche Anlässe sind nicht für oder gegen etwas. Aber sie klären auf und zeigen, was dahintersteckt. Das ist für die Entscheidungsfindung wichtig. Man wird vorsichtiger mit Vorurteilen.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.09.2018, 18:57 Uhr

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