Eglisau

Preisgekrönter Jungwinzer baut Betrieb samt Rebberg um

Der «Gault Millau» hat den Unterländer Weinmacher Mathias Bechtel mit dem Titel «Rookie des Jahres» ausgezeichnet. Nun hat er grosse Pläne für die Zukunft. 

Mathias Bechtel inmitten seiner Reben. Im Hintergrund ist die Baustelle seines neuen Weinkellers zu sehen.

Mathias Bechtel inmitten seiner Reben. Im Hintergrund ist die Baustelle seines neuen Weinkellers zu sehen. Bild: Balz Murer

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«Dieser Preis bedeutet mir besonders viel», sagt der Eglisauer Winzer Mathias Bechtel. «Denn es wird die Konstanz der Weine bewertet, und das ist für mich das Schöne an der Auszeichnung.» Die entsprechenden Preise werden vom «Gault Millau» zum sechsten Mal an Schweizer Winzer vergeben. Und Jungwinzer Mathias Bechtel ist als «Rookie des Jahres 2019» ausgezeichnet worden. Der 35-Jährige erhielt bereits mehrere Weinprämierungen.

Vor zehn Jahren hat Mathias Bechtel begonnen, als Winzer und Kellermeister in Eglisau seine eigene Weinkollektion zu keltern. Damals noch in einem eingemieteten Keller. 2014 konnte er seine ersten eigenen Reben in Eglisau übernehmen, und knapp drei Jahre später entstand daraus sein eigenes Weingut. Heute umfasst seine Kollektion bereits 20 Weine. 

Ausbau des Weingutes

Und Bechtel hat grosse Pläne. Zurzeit baut er seinen Betrieb am Stadtberg aus. Denn in Eglisau gibt es 15 Hektaren Reben. Jedoch wird nur ein kleiner Teil davon vor Ort verarbeitet. Das will er ändern und möchte mit einem Neubau Kapazitäten schaffen. Wo momentan noch ein riesiges Loch klafft, soll im Verlauf dieses Jahres ein neuer Weinkeller entstehen. 400 Quadratmeter Arbeitsfläche im Untergeschoss sowie 200 Quadratmeter im Erdgeschoss. Dort wird es ein Lager geben, das das Zurückhalten von potenziellen Lagerweinen ermöglicht. Daneben werden ein Geräteraum, das Büro sowie ein Showroom gebaut.

Bechtel hat einen sportlichen Zeitplan. «Bis zum nächsten Herbst müssen das UG und das EG fertig sein.» Denn bis im August muss man die gesamte Anlage einrichten können, damit die Produktion im September gewährleistet werden kann. Sein Ziel ist es aber nicht, Platz für eine Massenproduktion zu schaffen, sondern Flexibilität, um eine regionale Verarbeitung zu ermöglichen ­– und Qualität zu gewährleisten. 

Melioration am Stadtberg

Doch der neue Weinkeller ist nicht das einzige Projekt von Bechtel. Er arbeitet zusammen mit der Eglisauer Weinbaugenossenschaft an einer Melioration des 3,5 Hektaren grossen vorderen Stadtberges. Die Idee ist, den Rebberg auf nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung hin zu reorganisieren. Momentan besteht der Hang aus vielen einzelnen Parzellen. «Das sind Anlagen, die in zehn Jahren nicht mehr bewirtschaftet würden», sagt Bechter. Denn der steile Berg macht die Terrassierung kostspielig und aufwendig. Daher wurde die Melioration nötig. Denn qualitativ sei die Lage super. «Die Region ist bisher meist von Frost und Hagel verschont geblieben, da der Rhein als Temperaturpuffer wirkt.» Darum setzte er sich auch so für diese Region ein. «Man darf auch ein wenig stolz sein auf unser gutes Mikroklima.»

Kosten und Nutzen 

Die Kosten der Melioration, die insgesamt 15 Eigentümer betrifft, belaufen sich auf rund 800000 Franken. Der Bund, der Kanton Zürich, aber auch die Gemeinde Eglisau selbst unterstützen den Prozess finanziell. Bechtel sieht in dem Projekt auch eine Chance, der Region etwas zurückzugeben. Seine Absicht ist es, durch den Umbau des Rebberges einen individuellen Pflanzenschutz zu ermöglichen. Das heisst konkret, dass beispielsweise nur noch die Pflanzen mit Pestiziden behandelt werden, die es auch nötig haben. «Mir ist Nachhaltigkeit wichtig, das sind wir der Natur schuldig.» Daher wird auch die Artenvielfalt gefördert. Und zwar mit einer Ausgleichsfläche von 10,5 Prozent des Rebberges. Eine Wildblumenböschung soll zudem dem Hang auch optisch eine spezielle Note verleihen. 

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 08.02.2019, 21:11 Uhr

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