Boppelsen

Radarkugel beschädigt – Ursache unbekannt

In der zweiten Hälfte Oktober wird die Radarkugel auf der Hochwacht abgebaut und durch eine neue ersetzt. Dies, nachdem Schäden an einigen Paneelen entdeckt wurden. Die Reparatur kostet mehr als eine Million Franken.

Da einige Teile der Wetterschutzhülle der Radaranlage auf dem Lägerngrat beschädigt sind, wird die ganze Kugel neu gebaut.

Da einige Teile der Wetterschutzhülle der Radaranlage auf dem Lägerngrat beschädigt sind, wird die ganze Kugel neu gebaut. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie ist weit herum sichtbar und zu einem eigentlichen Wahrzeichen geworden. Die Rede ist von der Radarkugel auf der Lägern-Hochwacht. Die Kugel – Radom genannt – hat einen Durchmesser von 17,5 Metern und beherbergt den eigentlichen, sich drehenden Radar, der der Überwachung des Flugverkehrs dient. Die markante Hülle schützt die Radaranlage vor der Unbill des Wetters.

Alle Hüllenteile auswechseln

Nun stellte die Betreiberin der Anlage, die Flugverkehrssicherung Skyguide, fest, dass einige der Hüllenpaneele beschädigt sind. Die Ursache für die Schäden sei noch nicht bekannt und werde gegenwärtig abgeklärt, sagt Skyguide-Mediensprecher Raimund Fridrich: «Wir vermuten, dass die schwarze Farbe des Radoms zu einer schnelleren Materialermüdung führte, da es sich im Sonnenlicht stark erhitzt und in der Nacht wieder stark abkühlt. Das ist aber momentan eine Vermutung.»

«Wir vermuten, dass die schwarze Farbe des Radoms zu einer schnelleren Materialermüdung führte, da es sich im Sonnenlicht stark erhitzt und in der Nacht wieder stark abkühlt. Das ist aber momentan eine Vermutung.»

Raimund Fridrich, Mediensprecher Skyguide

Bevor die Ursache für die Schäden feststehe, könnten denn auch keine Schlüsse gezogen werden, wie zum Beispiel ein Entscheid, hellere Paneele zu montieren. Man werde wohl auch weiterhin auf dasselbe Material setzen, da es die Funktionsweise des Radars nicht beeinträchtigen dürfe.

Die Radarkugel besteht aus etwa 120 Einzelelementen. Etwa ein Viertel davon würden Schäden aufweisen oder es bestehe der Verdacht auf eine Beschädigung, sagt Fridrich. Im Zug der Sanierung werden alle 120 Paneele ausgewechselt. Dazu muss um die ganze Kugel ein Baugerüst errichtet werden.

Daten von Deutschland

Noch stehe nicht fest, wann genau mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. «Wir sind von drei Faktoren abhängig: Das neue Radom muss geliefert werden. Für den Rück- und Aufbau muss das Wetter mitspielen. Und die Baubewilligung muss erteilt werden. Wir hoffen, dass wir in der Woche 43 oder 44 mit den Arbeiten beginnen können», erklärt Skyguide-Sprecher Fridrich. Das wäre Ende Oktober, Anfang November. «Wenn alles klappt, können die Arbeiten im Dezember beendet werden.»

Während des Ab- und Wiederaufbaus werde die Anlage abgestellt. Dazwischen würde sie auch ohne Hülle funktionieren, erklärt Fridrich. Das Radom habe keine eigentliche operative Rolle ausser dem Schutz der Anlage vor dem Wetter. «Während die Anlage abgeschaltet ist, beziehen wir Radardaten von einer Anlage in Deutschland. Die Arbeit muss daher auch mit unseren deutschen Kollegen bestens koordiniert werden», sagt der Mediensprecher. Skyguide rechne nicht mit bedeutenden operationellen Auswirkungen.

Strasse gesperrt

Im Verlauf der Arbeiten muss die Strasse auf die Hochwacht teilweise gesperrt werden. Aus Sicherheitsgründen, wie die Flug­sicherung Skyguide im Mitteilungsblatt der Gemeinde Regensberg festhält. Die Sperrzeiten würden von den Arbeitsschritten und den Windverhältnissen abhängen. In Absprache mit den lokalen Behörden gilt die jeweilige Sperrung für den Autoverkehr, für Fussgänger und für Velofahrer. Zudem sei die Strasse jeweils von 18 bis 6 Uhr geschlossen. Mit den Sperrungen werde ein Sicherheitsdienst beauftragt.

«Wenn alles klappt, werden die Arbeiten im Dezember abgeschlossen.»

Raimund Fridrich, Mediensprecher Skyguide

Die Sperrungen gelten bis auf Widerruf. Täglich, auch an den Wochenenden, werde ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma von 6 bis 18 Uhr vor Ort sein und die nötigen Massnahmen vornehmen. «Ausserhalb dieser Zeit wird der Zugang mit Sperrgitter permanent gesperrt. Betreten oder Befahren der abgesperrten Strecke ist dann untersagt und erfolgt auf eigenes Risiko», hält Simon Müller, Leiter Radarunterhalt bei Skyguide, fest.

Erstellt: 08.10.2018, 15:55 Uhr

Lägern-Kugel

Radaranlage besteht seit 60 Jahren

Im Jahr 1959 wurde das heu­tige Gebäude inklusive Turm gebaut. Wie dem Buch «Die Lägern – eine Gratwanderung» entnommen werden kann, ging im Jahr 1960 das alte Luftstrassen-Radar ARSR + (Air Route Surveillance Radar) auf der offenen Plattform in Betrieb.

Im Jahr 1980 wurde die ­alte Radaranlage durch eine neue (ARSR 3) ersetzt. Der Turm wurde modifiziert, mit einem Lift ergänzt und das erste Radom (Wetterhülle) wurde gebaut. Im Jahr 2006 tauschte die Flugkontrolle Skyguide die Radaranlage erneut aus. Dabei wurde auch die Schutzkugel durch ein Radom aus Fiberglas-Paneelen ersetzt.

Im vergangenen Jahr kontrollierte Skyguide in der Schweiz und im angrenzenden Ausland knapp 1,24 Millionen Flüge – fast 40 000 mehr als im vorausgegangenen 2016. Trotz Verkehrszunahme konnte Skyguide eine hohe Pünktlichkeit gewährleisten: 97 Prozent aller Flüge konnten ohne von der Flug­sicherung verursachte Verspätungen abgewickelt werden, wie Skyguide mitteilte.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.