Hüntwangen

«Ragnarök weckt den Wikinger in dir»

Bald ist Götterdämmerung für alle Fans der Nordischen Mythologie. Im Amphitheater geht Ende August die letzte Auflage des Ragnarök-Spektakels über die Freilichtbühne.

Die OK-Mitglieder Tina Kasper, Patrizia Tschurr und Susanna Zachar (von links, es fehlt Andy Eberhard)  sowie Bulldogge Inka freuen sich aufs vorerst letzte Ragnarök-Spektakel in Hüntwangen.

Die OK-Mitglieder Tina Kasper, Patrizia Tschurr und Susanna Zachar (von links, es fehlt Andy Eberhard) sowie Bulldogge Inka freuen sich aufs vorerst letzte Ragnarök-Spektakel in Hüntwangen. Bild: Beatrix Bächtold

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Funken sprühen, Spanferkel schwitzen über der Glut, an mehr als 60 Ständen bieten Händler ihre handgemachten Waren feil, Waffen klirren, die Musikgruppen sind gigantisch – wenn die vier Mitglieder des Organisationskomitees vom bevorstehenden Ragnarök-Spektakel schwärmen, strahlen ihre Augen. Ob es sie nicht ein wenig traurig mache, dass dieses Rägnarök-Spektakel zum letzten Mal stattfinden werde? Die Vier schütteln ihre Köpfe synchron.

«Irgendwie war es von Anfang an klar, dass das Spektakel nach zehn Auflagen ruhmreich ins Valhall eingehen wird. Ein letzter, gewaltiger Showdown der Götter, und dann ist Schluss», erklärt OK-Mitglied Patrizia Tschurr. Die 34-Jährige hat ihre Wurzeln nicht nur in Neerach. Ihr Lebensbaum, den sie in einem Amulett um den Hals trägt, ist tief in der Nordischen Mythologie verwurzelt. Und dann erklärt sie was es mit Ragnarök, mythologisch gesehen, auf sich hat.

Inka ist voll dabei

Sagte ein Wikinger «Ragnarök», so meinte er damit das Ende der Welt und zugleich ihren Neuanfang. «Nach Erdbeben, Fluten, Eiseskälte und Feuer des Weltenbrandes besiegen die Götter das Böse und ebnen den Weg für einen ruhmreichen Neuanfang», erklärt die Spezialistin. Und so ungefähr wird auch das Ragnarök-Spektakel enden.

Und während sie gerade bei 34 Grad im Schatten vom Weltenbrand erzählt, spitzt deren Französische Bulldogge Inka die Lauscher. Inka wird sich mit ihrem schwarzen Mittelalter-Gschältli ins Ragnarök-Getümmel mischen. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, wird die Hundedame an den Ständen die Wohlgerüche inhalieren, sich vom dröhnenden Bühnenbereich fernhalten und ein kurzes «Wau!» beisteuern, wenn potentielle Wikingerkönige oder -königinnen mit Mut und List und um die Krone kämpfen.

Kurioses und Heilsames

Nur noch wenige Sonnenuntergänge trennen also das OK von der Götterdämmerung, dem Ende des Ragnarök-Spektakels. Grund genug, für die vier noch einmal so richtig Gas zu geben. 15 000 Flyer verteilen sie eigenhändig und ständig rufen Händler an, um sich noch einen Stand zu ergattern. Derjenige, der kuriose Kleinodien im Sortiment hat oder seine Küche auf Mittelalter oder Wikinger tunt, hat beste Chancen auf eine Zusage. Den Besuchern wird unter anderem eine weise Frau die Zukunft aus der Hand lesen, ein Wanderdruide wird aufmarschieren und alle möglichen Naturheilmittel sind zu haben. Nur eben gegen das Ende des Ragnarök scheint kein Kraut gewachsen zu sein. «Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist», sagt Tschurr.

Unsere Urkultur

Kamen beim ersten Ragnarök-Spektakel vor zehn Jahren noch rund 1500 Menschen zu den 35 Ständen nach Eglisau, waren es später in Bülach bereits 50 Stände und entsprechend mehr Gäste. «Wir wären einfach froh, wenn Wettergott Thor seinen Hammer vor dem Spektakel schwingen würde, damit kein Feuerverbot die Festlaune trübt. Während des Spektakels soll er den Hammer weglegen und die über 3000 erwarteten Besucher vor Wolkenbrüchen verschonen», erklärt Tschurr. Für die letzte Ausgabe von Ragnarök seien namhafte Bands aus ganz Europa eingeladen worden. Höhepunkt ist die 9-köpfige Schweizer Formation Eluveitie. «Die Jungs und Mädels mit Wurzeln in Winterthur werden die Menge zum Kochen bringen und das Ende des Ragnarök-Spektakels lautstark einläuten», schwärmt sie.

Vor neun Jahren ist die Lehrerin ins Ragnarök-Boot eingestiegen und segelt seitdem auf der Wikingerwelle. Was denn die Faszination für sie persönlich ausmache? Sie erklärt: «Die Nordische Kultur ist unsere Urkultur. Hier haben wir unsere Wurzeln.» In der Schule lehre man aber eher die römisch-griechische Mythologie. «Mittelalterfeste öffnen die Fenster zur eigenen Vergangenheit. Dort erlebt man Geschichten, die voll von Hochachtung und Respekt gegenüber der Natur und ihren Kräften sind. Kurz: Ragnarök weckt den Wikinger in dir!» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 21.08.2018, 16:04 Uhr

Fest mit Markt

Marktzeiten: Freitag, 24. August, 18 bis 22 Uhr; Samstag, 25. August, 11 bis 22 Uhr; Sonntag, 26. August, 10 bis 18 Uhr.

Wettkämpfe: Am Samstag kämpfen Damen und Herren um den Titel des letzten Wikinger-Königs.

Konzerte. Freitag: 18.30 Uhr, Solas Dorcha (CH); 20 Uhr, Cruachan (IRL); 21.45 Uhr Heidevolk (NL).

Samstag: 19 Uhr, Caladmor (CH); 20.30 Uhr, Abinchova (CH); 22 Uhr, Eluveitie (CH); 23.30 Uhr, Feuershow Fuirvolc.

Parkplätze kosten 5 Franken. Im Navi «Amphitheater Hüntwangen» eingeben. Mit ÖV: Zum Bahnhof Hüntwangen/Wil gelangt man mit der S9. 15 Minuten Fussweg zum Spektakel.
Tickets können unter Ticketinfo (www.ticketino.com) bestellt werden oder sind an der Tageskasse erhältlich.

Weitere Infos und Programm: www.ragnarök-spektakel.ch

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