ZUgespitzt

Der Wander-Trend liegt mir nicht

In der Kolumne «ZUgespitzt» ­greifen Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

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Am Montag hat die Nagra mit der Tiefenbohrung in Bülach begonnen. Zum Start der Arbeiten lud die Genossenschaft verschiedene Medien zu einer Führung über den Bohrplatz im Gebiet Herrenwis ein. Im Anschluss wurde die meterhohe Maschine aus Norddeutschland zum ersten Mal eingeschaltet. In der Einladung der Nagra hiess es: «Festes Schuhwerk ist auf dem Bohrplatz aus Sicherheitsgründen obligatorisch. Idealerweise Sicherheitsschuhe, mindestens jedoch Wanderschuhe.» Halb- oder Turnschuhe seien nicht erlaubt.

Am Montagmorgen – das anstrengende Wochenende steckt mir noch in den Knochen – stehe ich also vor meinem hölzernen Schuhgestell. Die Auswahl ist gross. Etwa 15 Paar Schuhe stehen dicht aneinandergereiht im Regal. Das Problem: Wanderschuhe befinden sich keine darunter, geschweige denn Sicherheitsschuhe. Dafür stehen Sneakers in allen Formen und Farben zur Verfügung. Das nützt mir an diesem Morgen jedoch wenig.

Ich habe mich für die «Tausendfüssler» von Adidas entschieden. Diese trage ich sonst beim Fussball. Immerhin haben sie eine etwas dickere Sohle, als die meisten anderen Schuhe im Regal. Trotzdem fallen sie wahrscheinlich am ehesten in die Kategorie der Turnschuhe und solche sind laut Nagra bei der Führung über den Bohrplatz nicht erlaubt. Aber ich musste den Schaden möglichst in Grenzen halten.

Leicht nervös machte ich mich danach auf den Weg in Richtung Bülach. Beim Schützenhaus Langenrain wartet bereits der Shuttle-Bus, der uns Journalisten zum Bohrplatz bringen soll. Die anderen Medienleute scheinen besser vorbereitet zu sein als ich. Zumindest tragen alle von ihnen Wanderschuhe.

Als ich den Nagra-Mediensprecher begrüsse, versuche ich extra freundlich zu sein. Vielleicht werden meine Chancen dadurch besser. Ich zeige sogleich auf meine Schuhe: «Darf ich so mitkommen?». Er überlegt kurz und antwortet dann: «Ja, sollte schon gehen. Wir haben auf dem Bohrplatz noch ein Paar Sicherheitsschuhe, welche Sie anziehen können.»

Letztlich darf ich den Bohrplatz trotz Sportschuhen betreten. Passiert ist glücklicherweise nichts. Da die Sonne scheint, ist der Boden trocken und die Rutschgefahr gleich null. Natürlich ist die Weisung der Nagra trotzdem verständlich. Im Nachhinein lässt sich aber sagen: Ich habe mich ein weiteres Mal erfolgreich gegen den Wander-Boom gewehrt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.04.2019, 16:30 Uhr

Flavio Zwahlen, Redaktor ZU

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