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Gelegenheit für einen Neustart

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Dass die Lohndumping-In­itia­ti­ve hochkant scheiterte, überrascht. Offenbar ist es nicht so, dass Lohndumping als flächendeckendes Problem wahrgenommen wird. Das heisst aber noch lange nicht, dass es nicht existiert oder vernachlässigbar ist. Es gibt viele Hinweise, dass sich das Problem auf Hotspots wie etwa das Baunebengewerbe beschränkt, dort aber gehäuft auftritt.

Die nun verworfene In­itia­ti­ve war sicher nicht das Gelbe ­­ vom Ei. Zu viele rechtsstaatliche Mängel wies sie auf. Zu Fall brachte sie aber der falsche Absender. Die militant auftretende Gewerkschaft Unia machte es den Gegnern einfach, sich in den Schützengräben zu verschanzen und die Diktatur der Unia zu beschwö­ren. Es half wenig, dass sich die Unia im Abstimmungskampf stillhielt und ein Arbeitgeberkomitee die Arbeit machen liess. Mit bescheidenem Resultat, wie sich nun zeigt.

Trotz dem überdeutlichen Nein stehen Gewerbe- und Wirtschaftsverbände nun in der Pflicht. Sie müssen den Tat­beweis erbringen, dass auch sie Lohndumping entschieden bekämpfen wollen, so wie sie es im Abstimmungskampf beteuerten. Das gestrige Nein wäre ein guter Auftakt für einen gemeinsamen Neustart der Sozialpartner. ­Gewerbeverbände und Gewerkschaften sollen sich an einen Tisch setzen und gemeinsam ­gute Lösungen suchen. Wie das geht, machen die Kantone Waadt und Baselland vor.

Erstellt: 29.02.2016, 09:34 Uhr

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Thomas Schraner, Redaktor Zürich

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