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Her mit dem alten Glanz!

Vom Amt des Gemeinderats ist der Lack längst abgeblättert. Prestige und Ansehen des Titels sind in demselben Masse verschwunden, wie Mobilität und Individualismus die dorfgesellschaftlichen Verbindlichkeiten aufgelöst und aus einst belebten Landgemeinden Schlafdörfer gemacht haben. Die Folge für den Gemeinderat: Weniger Kandidaten, mehr Stille Wahlen und noch mehr Aufgaben – das Milizsystem bröckelt.

Doch jetzt bietet Artikel 5 des neuen Gemeindegesetzes die einmalige Chance, ohne einen Franken Aufwand dem verstaubten Image der Gemeindeexekutive einen Teil der einstigen Pracht zurückzugeben. Wo der Titel Gemeindepräsident heute kaum noch Aufsehen erregt, wie wäre es da mit «Gouverneur von Regensdorf», «Premierminister von Höri» oder «Kanzlerin von Eglisau»? In den Städten wären eine «Senatorin von Opfikon» oder ein «Bülacher Repräsentantenhaus» denkbar.

Klar, im Kanton Zürich ist absehbar, dass so viel künstlerische Freiheit einem hohen Mass an Tradiditionsbewusstsein gegenübersteht. Da ist die Gefahr, dass die Dörfer die Zeichen der Zeit nicht erkennen und lieber bei der staubigen Bezeichnung «Gemeinderat» bleiben wollen. Für diesen Fall sei hier an die Kreativität der Bevölkerung appelliert. Denn das Volk hat es über die Revision der Gemeindeordnungen selbst in der Hand, klingendere Namen für die Kommunalregierungen zu finden. Und solange es noch schöpferische Kräfte wie ein Fasnachtskomitee Bassersdorf gibt, betrachte man die Chancen dafür als intakt.

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