Zum Hauptinhalt springen

Hornissen lesen keine Statistiken

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

Hornissen sind nicht gefährlicher als Wespen. Zumindest konnte man dies erst kürzlich in einem Artikel in dieser Zeitung lesen. Und diverse Experten haben das der damaligen Autorin einhellig versichert. Und diese hat es natürlich geglaubt und vielfach verbreitet.

Als die Autorin – zufälligerweise identisch mit der Schreiberin dieser Kolumne – einem Schädlingsbekämpfer dabei zusah, wie er die Tierchen vergif­tete, spürte sie doch ein wenig Erbarmen mit ihnen. Doch wie weit her ist es mit dem Vertrauen, wenn die grossen, gelbschwarzen Insekten dann im eigenen Heim herumbrummen und -schwirren?

Ironischerweise wurde ich just am Abend vor Erscheinen meines Artikels über Hornissen von so einem Biest gestochen. Pardon: einer Vertreterin der geschütz­ten, wertvollen und nützlichen Spezies. Ich war gerade mit dem Abwasch beschäftigt und spürte plötzlich ein leichtes Kitzeln am Oberarm. Geistesgegenwärtig schlug ich den Ärmel zurück. Aber zu spät. Autsch! Ein jäher, brennender Schmerz.

Sorgenvoll beobachtete ich die gerötete Stelle, die langsam anschwoll. «Drei Hornissenstiche können einen Menschen töten, sieben ein Pferd», ging mir ein geflügeltes Wort durch den Kopf. Ein Märchen, wie die Experten mir ebenfalls erklärt hatten. Als ich dann in der Wohnung noch zwei weitere Hornissen ausmachte, die nervös um die Lampe herumschossen, war es mit meiner Tierliebe endgültig vorbei. Ich packte eine Plastikschale und machte Jagd auf die Insekten. Zwei davon konnte ich unbeschadet ins Freie befördern. Die dritte geriet mit dem Hinterleib unter den Rand des Gefässes.

Ich gebe zu, dass ich dann absichtlich noch ein wenig zudrückte und sie so zerquetschte. Die Einstichstelle am Oberarm ist unterdessen wieder verheilt. Der Schmerz hielt sich tatsächlich in Grenzen. Aber es waren ja zum Glück auch nicht drei Hornissenstiche, sondern nur einer …

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch