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Keine Angst vor dem Goliath

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Mit Liegenschaften lässt sich prima Geld verdienen. Und nun wollen sich gewiefte Eigentümer mit den gesunkenen Hypothekarzinssätzen noch etwas mehr Einkommen holen. Viele Mieter erhalten eine negative Antwort auf ihr Mietzinssenkungsbegehren. Statt die tieferen Zinsen weiterzugeben, wollen sich gewisse Eigentümer noch mehr bereichern. Das entspricht dem Zeitgeist, ist aber weder statthaft noch einem guten Mietverhältnis zuträglich. Zumal einige Mieter die Zinssenkungen aus Furcht vor dem Verwaltungs-Goliath nicht jedes Mal einfordern.

Wer eine Mietzinssenkung erhält, darf sich heute also bereits glücklich schätzen, wird aber mit teilweise überhöhten Kostensteigerungsansätzen wieder unrechtmässig zur Kasse gebeten. Zumal eine Begründung für die Kostensteigerung fehlt und Pauschalargumente wie gestiegene Handwerker- oder Wasserkosten nicht plausibel sind.

In beiden Fällen versuchen einzelne Verwaltungen und Eigentümer dort noch mehr Geld zu holen, wo sie ohnehin schon gut verdienen. Das sollte sich kein betroffener Mieter gefallen lassen, zumal der Gang vor die Schlichtungsbehörde gratis ist. Die Regeln dort sind klar, die Beweislast für eine «ortsübliche Miete» oder für die Begründung einer überhöhten Kostensteigerung liegt bei den Verwaltungen. Die Chancen auf Erfolg stehen für die Mieter also gut. Und je mehr sich wehren, desto eher werden diese Eigentümer und Verwaltungen auf künftige Abzockereien verzichten. Deshalb: Keine Angst vor dem Goliath, denn dieser ist nicht so mächtig, wie es scheint.

Erstellt: 16.07.2015, 08:34 Uhr

Andreas Frei, Redaktor

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