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Über 15000 SP-Wähler wechselten zur SVP

Die gemeinsame Nachwahlbefragung der Tamedia-Onlineplattformen und Sotomo zeigt, wer warum im Vergleich zu 2011 eine andere Partei gewählt hat.

Erstaunlich viele ehemalige SP-Wählende gaben am letzten Sonntag der SVP ihre Stimme. Das zeigt die Nachwahlbefragung von Sotomo und den Tamedia-Onlineplattformen.
Erstaunlich viele ehemalige SP-Wählende gaben am letzten Sonntag der SVP ihre Stimme. Das zeigt die Nachwahlbefragung von Sotomo und den Tamedia-Onlineplattformen.
Keystone

Die grosse Wahlsiegerin, die SVP, erhielt von allen Parteien Stimmen, selbst aus dem linken Lager. Im Gegensatz zu den Kantonsratswahlen 2015 in Zürich sind auch ehemalige FDP-Wähler ins SVP-Lager übergelaufen. Das zeigt die Nachwahlbefragung der Zürcher Forschungsstelle Sotomo, die auf den Tamedia-Newsplattformen durchgeführt wurde – rund 40000 Personen haben teilgenommen.

Die grossen Verlierer der Wahlen sind die Mitte-Parteien. Sie mussten herbe Verluste hinnehmen. Die CVP verlor vor allem in ihren einstigen katholischen Hochburgen Stimmen – und diese gingen zumeist an die SVP. Die beiden strahlenden Wahlsiegerinnen von 2011, BDP und GLP, verloren Wählende an die SVP, aber auch an die FDP. Die GLP verlor einen Teil ihrer Wählerschaft zudem an die SP.

SP verliert an die SVP

Für die SP ist der Verlust an Wählerstimmen zur SVP besonders schmerzlich. 7000 Wähler sind zwar von der SVP zur SP gewechselt – 15600 aber von der SP zur SVP. Einige kehrten der SP auch den Rücken zu, um eine der kleineren Linksparteien zu wählen. Diese Verluste konnten aber durch die Stimmen von Überläufern der Grünen und der GLP weitestgehend kompensiert werden. Zudem wählten Erstwählende überdurchschnittlich oft SP.

Der Verlust der Grünen kann unter anderem damit erklärt werden, dass sie übermässig stark demobilisiert haben. Sie sind die einzige Partei, die mehr Stimmen an das Lager der Nichtwählenden verlor, als durch Erstwähler und 2011 Nichtteilnehmende kompensiert werden konnte.

Die Gründe für einen Parteiwechsel bei den Wahlen sind unterschiedlich. Wähler, die neu zur SVP gewechselt haben, haben als häufigsten Wechselgrund eine geänderte Problemlage angegeben. Bei keiner anderen Partei war dieser Anteil annähernd so hoch.

SP und SVP, die beiden Polparteien, konnten allein aufgrund ihrer Parteipositionen am wenigsten Stimmen hinzugewinnen, umgekehrt aber am stärksten von veränderten Problemfeldern profitieren.

Asylfrage bremste FDP-Zuwachs

Von der aktuellen Problemlage hat eine der Wahlsiegerinnen, die FDP, am wenigsten profitieren können. Die Auswertung der Problemwahrnehmung zeigt, dass dies vor allem Wähler waren, die zur SVP überliefen. Mit anderen Worten: Die FDP hätte wohl noch besser abschneiden können, wäre die Asyl- und Flüchtlingsfrage nicht zum dominierenden Thema geworden.

Die Nachwahlumfrage zeigt zudem, welche Themen die Wechselwähler, die neu zur SVP, FDP und SP hin wechselten, besonders bewegten. Am auffälligsten ist die hohe Bedeutung der Asylfrage bei denen, die zur SVP wechselten. Andere Wechselgründe waren bei der SVP im Vergleich zur Asylfrage kaum nennenswert – mit Ausnahme der Bilateralen. Diese spielten hingegen auch bei der FDP und der SP, die diesbezüglich bekanntlich eine gegensätzliche Position zu derjenigen der SVP einnehmen, eine relativ wichtige Rolle. Wer sich entschied, seiner «alten» Partei den Rücken zu kehren und die SP zu wählen, tat dies zudem häufig aufgrund der Sozialpolitik der SP.

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