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Warten auf den Anschlusszug

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Drei Wehntaler Kantonsräte sehen im neuen Halbstundentakt für das Wehntal auch «eine wesentliche Verschlechterung für das ÖV-Angebot». Weil sie im HB länger auf die Fernverkehrszüge warten müssen. Die meisten Wehntaler, Dielsdorfer und Niederhasler werden zwar nicht nach Bern oder Basel, sondern nach Bülach, Oerlikon oder an den HB pendeln. Alles Orte, die besser erschlossen werden. Statt sich dar­über zu freuen, ärgern sich die Kantonsräte lieber und beschäftigen den Regierungsrat mit ihrer Anfrage.

Eigentlich leuchtet es ein, dass nicht alle S-Bahnen zur besten Anschlusszeit gleichzeitig am HB ankommen können. Auch profitieren Oberglatt, Rümlang und Glattbrugg neu von einem reinen Viertelstundentakt. Eine Änderung der Abfahrtszeiten der S15 in den Landgemeinden des Wehntals würde das Angebot in der Boomregion Glattal verschlechtern. Das würde dort wiederum Begehrlichkeiten wecken – wie bei der Walliseller FDP.

Die Gesamtsi­tua­tion zu ignorieren und nur für sich das Beste herausholen zu wollen, ist ein Symptom, an dem unsere Gesellschaft krankt. Dabei könnte man sich über mehr Wartezeit auch freuen: Mal wieder durchatmen und einen Gang runterschalten. Oder Einkäufe erledigen, im Buchladen stöbern, am Kiosk eine Zeitung kaufen. Zumal der Hauptbahnhof nicht der langweiligste Ort der Welt ist, um sich 20 Minuten um die Ohren zu schlagen.

Erstellt: 19.11.2015, 09:22 Uhr

Andreas Frei, Redaktor (Bild: ZU)

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