ZUgespitzt

Wo bleibt da der Service public?

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

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Kürzlich brachte ich in Dällikon ein Päckli für Freunde in den USA zur Post. Ich staunte nicht schlecht, als mir der Poststellenleiter höchstpersönlich erklärte, die Adressetikette müsse nun online ausgefüllt werden. Er war so nett und erledigte das für mich. Er gab mir jedoch einen Flyer mit, auf dem das Vorgehen erklärt war. Ein paar Tage später wollte ich wieder ein Päckli nach Übersee schicken. Diesmal das alljährliche Geburtstagsgeschenk für unseren ehemaligen Austauschstudenten.

Zum Glück wog ich die Schachtel samt Inhalt und schaute, dass sie nicht schwerer als 1Kilo war. Denn immerhin hatte ich online bereits herausgefunden, wie sich die Höhe des Portos aufgrund des Gewichts berechnen lässt. Danach machte ich mich ans Ausfüllen des Formulars für die Empfängeradresse samt Zolldeklaration. Name und Adresse waren kein Problem. Doch schon beim Land blieb ich stecken. Es gibt keine Auswahl für die USA. Man muss Vereinigte Staaten von Amerika wählen, wie ich nach einigem Pröbeln herausfand. Es folgte jeeine Zeile für E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Person, die das Paket erhalten soll. Die E-Mail kannte ich, nicht aber die Telefonnummer.

Ohne diese beiden Zeilen auszufüllen, geht es nicht weiter mit dem Formular. Ich überlegte, was wohl der nette Herr auf der Post dort hingeschrieben hätte. Und plötzlich erinnerte ich mich: Man kann auch einfach die eigene E-Mail-Adresse und Telefonnummer eintragen. Und siehe da, es funktionierte. Alles Weitere ging ganz flott, bis ich die Adresse ausdrucken sollte. Auch das noch. Natürlich kam beim Drucker eine Fehlermeldung. Allerdings nicht wegen der Etikette, sondern weil offenbar eine Farbpatrone leer war. Ich hatte Glück und fand noch eine. Esratterte, und die Adresse wurde fein säuberlich mit allenerforderlichen Angaben ausgedruckt.

Aber jetzt brauchte ich auch noch starkes Klebeband, um die Etikette auf dem Karton zu befestigen. Stolz präsentierte ich dann das Paket bei der Post. Es stimmte alles, sogar der von mir errechnete Preis fürs Schicken. Ich war erleichtert nach all dem Aufwand.

Ab 1. Januar 2020 gelten diese «Bestimmungen für den Export von Waren» für alle Länder ausserhalb der Schweiz, nicht nur für die USA. Falls man nicht über die nötige Infrastruktur verfügt, übernimmt die Post diesen Service natürlich gerne weiterhin, für 3Franken zusätzliche Gebühr pro Sendung.

Erstellt: 04.12.2019, 15:36 Uhr

Barbara Gasser, Redaktorin

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