Boppelsen

Restaurant Hochwacht bleibt noch bis Herbst geschlossen

Die Wiedereröffnung des beliebten Ausflugsrestaurants auf dem Lägerngrat verzögert sich. Parallel zu den Bauarbeiten läuft die Suche nach einem geeigneten Gastgeber für den geschichtsträchtigen Ausflugsort.

Nachdem die Bauarbeiten lange unterbrochen waren, laufen die Arbeiten auf der Hochwacht nun wieder auf Hochtouren. Rechts vom Turm entsteht ein Anbau samt Restaurant mit Aussicht aufs Furttal. Links vom Turm entsteht die neue Wehntalerstube.
Video: Paco Carrascosa

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Das Wetter über Ostern verspricht warm und sonnig zu werden. Was also liegt näher, als ein Ausflug in der Region? Wer sich für eine Wanderung auf die Lägern entscheidet, muss sein Picknick aber nach wie vor selber mitbringen. Das Restaurant, das seit Ende August 2016 geschlossen ist, bleibt auch in den nächsten Monaten zu. Nicht wie geplant per Frühling/Sommer 2019 feiert das bekannte Ausflugsziel Eröffnung, sondern voraussichtlich erst im kommenden November. Grund für die Verzögerung ist eine Entdeckung, die kurz nach Baustart ans Licht kam. «Beim Rückbau der Anbauten haben wir festgestellt, dass der historische Turm einsturzgefährdet ist», sagt Bauleiter Oliver Hintermann. Der aus dem Jahr 1895 stammende Bau sei stellenweise gar nicht gemauert worden. «Damals hat man offenbar nur lose Steine aufeinander geschichtet.» Solange die Anbauten standen, habe man das nicht gesehen.

Nun erwartet man keine bösen Überraschungen mehr

Um das Einstürzen des schützenswerten Turms zu verhindern, wurde ein sofortiger Baustopp verfügt. Zwei Monate lang haben die Verantwortlichen verschiedene Varianten geprüft und schliesslich einen Spezialisten für altes Mauerwerk gefunden, der die Lücken zwischen den losen Steinen in mühevoller Handarbeit mit Mörtel gefüllt hat. Wie ein Augenschein auf der Baustelle zeigt, laufen die Bauarbeiten mittlerweile wieder auf Hochtouren. «Nun erwarten wir keine bösen Überraschungen mehr», sagt Architekt Johannes Leibundgut. Er rechnet mit der Eröffnung im November 2019.

Pächter müssen Gastroerfahrung mitbringen

Bis dahin muss auch ein Pächter für den Restaurantbetrieb gefunden sein. Die Suche laufe bis jetzt gut, sagt Kommunikationsverantwortliche Franziska Arnold. Sie macht aber auch darauf aufmerksam, dass die Herausforderungen für eine Pacht des auf 850 Metern über Meer liegenden Betriebs nicht zu unterschätzen seien. Denn bei schönem Wetter strömen die Besucher in Scharen zum Ausflugsrestaurant. Dann müssen Service und Küche parat sein und im Akkord Speisen und Getränke liefern.

«An einem regnerischen Dienstagnachmittag hingegen kann es recht ruhig sein», sagt sie und spricht damit die massiv schwankende Anzahl Besucher an, mit der die zukünftigen Pächter des Restaurants Hochwacht umgehen müssen. Gastronomische Erfahrung und Organisationstalent seien daher unumgänglich. «Als Pächter der Hochwacht ist man auch eine Art Hüttenwart», sagt sie. Entsprechend bestehe für die Pächter oder ein Mitglied des Teams Wohnsitzpflicht. Den Bewerbern werde nun die genaue Pachtausschreibung übergeben, worauf diese einen Businessplan erstellen müssten. Die Bewerbungsfrist ist noch nicht abgelaufen. «Interessierte können sich immer noch melden», sagt Franziska Arnold.

Essen ist neu auch mit Blick aufs Wehntal möglich

Momentan lässt sich höchstens erahnen, dass auf dem Areal auf Bopplisser Gemeindegebiet dereinst wieder Gäste bewirtet werden sollen. Noch herrscht hier nämlich reger Baubetrieb. Das Umbau- und Sanierungsprojekt der Leibundgut Architekten AG sieht die Wiederinstandstellung des einst bewährten Konzeptes von Restaurant, Wirtewohnung, Waldschenke sowie land- und forstwirtschaftlichem Nebenbetrieb vor. Neben dem Restaurant mit rund 60 Plätzen und Blick auf das Furttal, wird die neue Wehntalerstube (rund 20 Plätze) neu Aussicht auf die andere Seite der Lägern und damit übers Wehntal bis in den Schwarzwald bieten. Auch die historische Hoferstube im Turmbau (rund 12 Plätze), benannt nach Erbauer Fritz Hofer, soll den Gästen wieder zugänglich gemacht werden. Zu den Innensitzplätzen kommen 165 Plätze in der Gartenwirtschaft dazu.

«Die Besitzerin konnte eine ungenutzte Truppenunterkunft des Militärs hier im Wald übernehmen, die für uns ein wichtiges Element für die Energieerzeugung ist»Johannes Leibundgut, Architekt

Läuft alles nach Plan, beginnt Ende Mai die Erstellung des hölzernen, eingeschossigen Anbaus, der die beiden grossen Restaurantsäle beherbergt. Danach steht der Innenausbau an. Eine grosse Wichtigkeit misst der Architekt der geplanten Photovoltaik-Anlage auf dem Stall und der Scheune sowie der Solaranlage auf dem Neubau bei. «Die Besitzerin konnte eine ungenutzte Truppenunterkunft des Militärs hier im Wald übernehmen, die für uns ein wichtiges Element für die Energieerzeugung ist», erklärt Leibundgut. Die durch die Solaranlagen erzeugte Wärme kann in diesem Bunker zwischengelagert werden. «Damit fallen auch die regelmässigen Lastwagenfahrten mit Heizöl über den Wanderweg weg, was wiederum den Spaziergängern zugutekommt.»

Ehrliche und bodenständige Küche gewünscht

Wichtige Elemente der Hochwacht sind auch die Nebengebäude Stall und Waldschenke. Gemäss Franziska Arnold wäre es sehr erwünscht, wenn die Pächter neben dem Restaurant wieder Landwirtschaft und vielleicht einen kleinen Streichelzoo im Stall betreiben würden. Denkbar sei auch die Ausbildung von Lernenden in Küche und/oder Service, denn im umgebauten Restaurant sind zwei Personalzimmer vorgesehen. Was das kulinarische Angebot anbelangt, soll sich die Pächterin oder der Pächter kreativ ausleben dürfen. «Wir sind aber der Meinung, dass das Angebot zu einem Bergrestaurant passen muss», sagt sie. Gewünscht sei eine ehrliche und bodenständige Küche. Franziska Arnold ist zuversichtlich, bald einen geeigneten Pächter zu finden. «Die Hochwacht ist ein ganz spezieller Sehnsuchtsort. Hier kann sich ein Pächter noch verwirklichen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.04.2019, 16:17 Uhr

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