Bezirksgericht Bülach/Dielsdorf

Richter urteilen über schwere Straftaten

Die Unterländer Richter können sich im November nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Mehrere in der Region nicht ganz alltägliche Verhandlungen finden statt. Darunter befindet sich auch ein kurioser Fall.

An den Bezirksgerichten Bülach (im Bild) und Dielsdorf gehen im November einige Angeklagte ein und aus, die sich wegen schwerer Delikte verantworten müssen.

An den Bezirksgerichten Bülach (im Bild) und Dielsdorf gehen im November einige Angeklagte ein und aus, die sich wegen schwerer Delikte verantworten müssen. Bild: Francisco Carrascosa

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Falsche Anschuldigung: Dieser Strafbestand in der Anklage klingt vorerst unspektakulär. Dahinter versteckt sich aber eine kuriose Geschichte, die sich im Glattzentrum abgespielt hat.

Ein 40-jähriger Schweizer, der in Südafrika geboren wurde, ist damals Sicherheitsangestellter eines Geschäfts im Einkaufs­center in Wallisellen. An einem Samstagnachmittag im November 2016 verständigt er die Kantonspolizei. Am Telefon berichtet er, dass er jemanden beim Ladendiebstahl erwischt hat.

Den Polizisten schildert er, dass ein Mann die Diebstahlsicherung an einer Hose abgerissen habe, was ausserdem zu einem Riss in dieser geführt haben soll. Deshalb stellt er einen Strafantrag wegen geringfügiger Sachbeschädigung.

Nur blöd, dass die Geschichte des Sicherheitsangestellten nicht ganz der Wahrheit entspricht. Er hat die Diebstahlsicherung zuvor nämlich höchstpersönlich von der Hose weggerissen. Er bezichtigte den Mann somit bewusst einer Tat, die dieser gar nicht ­begangen hat.

Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 10 500 Franken sowie eine Busse von 2100 Franken. Die Busse müsste der 40-Jährige bezahlen. Die Geldstrafe soll bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, ausgesprochen werden. Das Bezirksgericht Bülach behandelt den Fall am 9. November.

Katzen der Partnerin getötet

Einen äusserst brutalen Fall von Tierquälerei verhandelt das Bezirksgericht Dielsdorf am 15. November. Der Beschuldigte, ein 34-jähriger Schweizer, lebt zusammen mit seiner Partnerin in einer Wohnung in Neerach. Dort verletzt er gemäss Anklageschrift sieben gemeinsam gehaltene Katzen so schwer, dass sie entweder versterben oder beim Tierarzt eingeschläfert werden müssen.

Tragisch ist, dass alle Tiere vor ihrem Tod unglaublich leiden müssen. In der Anklageschrift sind die Verletzungen der Katzen aufgeführt. Diese zeigen, mit welcher Brutalität der Beschuldigte die wehrlosen Tiere verletzt hat. Auf genauere Details wird bewusst verzichtet.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

Zwei Sexualdelikte

Auch zwei Sexualstraftäter kommen nächsten Monat vor Gericht. Am 2. November lautet der Strafbestand in Dielsdorf Vergewaltigung. Ein Italiener (76) bedroht, nötigt und vergewaltigt seine Ehefrau, heisst es in der Anklageschrift. Täglich, über zehn Jahre lang. Der Beschuldigte verängstigt seine Ehefrau und setzt sie unter Druck, weshalb sie sich nie traut, bei der Polizei eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt zu erstatten.

Zudem zwingt er seine Frau immer wieder mit Schlägen, Dokumente zu unterschreiben, die sie nicht versteht. Die Staatsanwaltschaft fordert bei einer Schuldigsprechung im Sinne der Anklageschrift eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Der zweite Fall betrifft wiederum das Bezirksgericht Bülach. Einem 47-jährigen Schweizer wird vorgeworfen, die beiden Töchter seiner Lebenspartnerin sexuell missbraucht zu haben. Die Jüngere von ihnen, gerade mal 9 Jahre alt, soll er über ein Jahr lang immer wieder missbraucht haben. Aufgrund einer geistigen Behinderung verfügt das Kind zu diesem Zeitpunkt über die kognitive Entwicklung eines 3-jährigen Kleinkindes.

Deshalb ist es nicht in der Lage, sich zu wehren. Zudem macht der Beschuldigte rund 280 Fotos des nackten Kindes. Der Angeklagte sitzt zurzeit in Unter­suchungshaft. Die Staatsanwaltschaft beantragt beim Bezirksgericht Bülach Sicherheitshaft. Der Grund: Fortsetzungsgefahr sowie Flucht­­gefahr. Die restlichen Anträge werden an der Verhandlung am 29. November gestellt.

Erstellt: 16.10.2017, 09:22 Uhr

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