Neerach

Riedter flüchteten vor der Flutwelle

Beim Unwetter floss in Riedt eine braune Wassermasse die Wehntalerstrasse hinab. Sie verwüstete zahlreiche Wohnungen und Tiefgaragen.

Patrick Brocca hat das von der Flutwelle zerstörte Mobiliar vor dem Haus aufgeschichtet.

Patrick Brocca hat das von der Flutwelle zerstörte Mobiliar vor dem Haus aufgeschichtet. Bild: Werner Bucher

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Patrick Brocca sass in der Stube seiner Soussol-Wohnung, als sich sein Vorplatz langsam mit Wasser füllte. «Ich sah nach und dann kam schon eine grosse Flutwelle.» Zusammen mit seiner Lebenspartnerin versuchte er, die Türe abzudichten, um das Wasser zurückzuhalten, was nicht gelang. «Wir waren machtlos. Wir packten unseren Hund und flüchteten.»Während der Keller vollgefüllt war, stand die Wohnung knapp einen Meter unter Wasser. «Alles ist kaputt», sagt Brocca. «Wir haben fast keine Kleider mehr zum Anziehen, aber zum Glück sind wir unverletzt geblieben.»

Nach der abhaldigen S-Kurve lief das Wasser in Riedt auf die Vorplätze und in die Gebäude auf der linken Strassenseite. Ein betagtes Geschwisterpaar war durch die Schlammmasse im Haus eingeschlossen und rief einen Nachbarn um Hilfe. Réne Pfändler hörte die Hilferfe. «Mein Vater und ich waren kurz nach 19 Uhr daran, das Wasser abzulenken, als sich die Nachbarin bemerkbar machte. Wir und ein weiterer Anwohner griffen helfend ein. Als Tief-und Gartenbauunternehmer konnte ich nach dem Gewitter meine Maschinen zum Räumen einsetzen. Dies dauerte bis 2 Uhr morgens.»

Von der Flut überrascht wurde auch der Champion-Jockey Julien Lemée: «Als ich nach Hause kam, war der Eingang schon mit Schlamm versperrt. Ich konnte nur noch kurz in die Wohnung und den Fernseher retten.» Gleich gegenüber hatte sich eine Baustelle mit rund zwei Meter Wasser gefüllt und verhinderte so, dass es im Unterdorf zu grösseren Schäden kam. Die Gebäude- und Mobiliarschäden in Riedt gehen in die Hunderttausenden von Franken. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.05.2018, 15:57 Uhr

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