Schöfflisdorf

Riesige Kraken schwebten über dem Wehntal

Am Wochenende gab es in Schöfflisdorf schwebende Kunstwerke zu betrachten. Die Besucher des Drachenfests liessen verschiedenste Kreationen in die Luft steigen.

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Dunkle Wolken, leichter Regen und dazu starker Wind. Das Wetter war am Samstagnachmittag auf den ersten Blick nicht ideal, aber das machte das Schauspiel über Feldern beim Schützenhaus Schöfflisdorf umso stimmungsvoller. Farbige, über 30 Meter lange Riesenkraken schwebten durch die Luft. Das zweitägige Drachenfest liess die Besucher dieses Jahr wieder erstaunt zum Himmel blicken, wo innovative, oft selbst genähte Figuren an Seilen im Wind tanzten.

Hobby für die ganze Familie

Der Drachenclub Wehntal organisierte den Anlass zum 26. Mal. Mitglied René Schlatter aus Urdorf sagt: «Da die Drachenszene in der Schweiz immer kleiner wird, trifft man am Fest jedes Jahr bekannte Gesichter.» Manche Besucher würden gar mit dem Wohnwagen anreisen, um ein paar Tage unter Gleichgesinnten zu verbringen.

So zum Beispiel die Familie Burri aus Langenthal BE. Das Drachenfliegen ist für Marcel und Jeannine Burri sowie für ihre Söhne Manuel und Adrian ein seit 20 Jahren andauerndes Familienhobby. Sie haben sich auf stablose Drachen spezialisiert, die aus einem Hüllsack bestehen, der sich im Wind mit Luft füllt. «Bei starkem Wind halten sie sich besser in der Luft als die Stabdrachen», sagte Marcel Burri.

Seilstark und vielfältig

Die Riesenkraken, deren Tentakel man gelegentlich berühren konnte, waren mit einem sogenannten Dyneema Seil auf dem Boden befestigt. «Dieses hat eine Tragkraft von 2,5 Tonnen. Das ist eine Sicherheitsmassnahme, damit es für die Zuschauer und auch für uns sicher ist», erklärte Marcel Burri. Würde ein schwächeres Seil bei der Spannung eines so grossen Drachen reissen, würde die Hand gleich mitgehen.

Familie Burri besitzt zahlreiche, selbst genähte Riesendrachen: Es gibt den Globi, den Käfer, das Monster und die Schweizer Kuh. Nur die Kraken sind gekauft und daher eine Ausnahme. Die Familie reist auch an Drachenfeste im Ausland. Nicht nur in Deutschland oder Frankreich, sondern auch in Malaysia, Thailand oder Indien. «Dort ist das Drachenfliegen Teil der Kultur.»

Mehrleinige und lenkbare Drachen sind das Spezialgebiet von René Schaffner und seiner Frau Ingrid. «Die zweileinigen Drachen kann man hin und her bewegen, die mit vier Leinen können retour, abwärts, aufwärts und in alle Richtungen gelenkt werden. Ausserdem kann man sie bremsen und im Wind stehen lassen», sagte René Schaffner.

Beim Fest war Ingrid Schaffner für die jüngsten Drachenfans verantwortlich. Kinder konnten in der Stube des Schützenhauses ­ihre eigenen kleinen Drachen basteln und dann steigen lassen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 26.08.2018, 18:47 Uhr

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