Neerach

Sanierung ja, Verbreiterung nein

Nächstes Jahr wird die Neeracherstrasse in Riedt saniert. Auf eine Verbreiterung kann der Gemeinderat verzichten, da die dazu nötigen Enteignungsverfahren ungewisse Konsequenzen hätten. Das beschloss am Montag die Gemeindeversammlung mit klarem Mehr.

Seit die Bushaltestelle Riedacher um einige Dutzend Meter Richtung Wehntalerstrasse verlegt worden ist, hat sich gemäss Gemeinderat die Verkehrssituation auf der Neer­acher­strasse markant verbessert.

Seit die Bushaltestelle Riedacher um einige Dutzend Meter Richtung Wehntalerstrasse verlegt worden ist, hat sich gemäss Gemeinderat die Verkehrssituation auf der Neer­acher­strasse markant verbessert. Bild: Paco Carrascosa

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Bereits vor Jahresfrist hatte die Exekutive den Stimmberechtigten ein Sanierungskonzept für 160 Meter Neeracherstrasse von der Buck- bis zur Wehntalerstrasse im Ortsteil Riedt vorgelegt. Dabei sollen auch die Wasserleitungen und die Strassenbeleuchtung ersetzt werden. In der Folge wurde jedoch ein Rückweisungsantrag aus der Versammlung angenommen, wonach zu prüfen sei, ob die teilweise enge Fahrbahn nicht verbreitert werden könnte. Wenn nämlich der Bus an der Haltestelle stehe, würden passierende Fahrzeuge aufs Trottoir ausweichen und sogar Kinder auf ihrem Schulweg gefährden.

Kosten und Verzögerungen

Als Folge des Rückweisungsantrags legte der Gemeinderat am vergangenen Montag den 134 anwesenden Stimmberechtigten (5,6 Prozent) zwei Varianten zur Wahl vor: eine ohne Verbreiterung und eine mit. Der Grund, warum die Behörde nicht antragsgemäss nur eine Verbreiterungsoption präsentierte, lag darin, dass für die Ausweitung der Fahrbahn Landkäufe nötig gewesen wären. Private Grundeigentümer hätten insgesamt 112 Quadratmeter ihrer Vorgärten und Parkplätze abgeben müssen, wozu keiner bereit gewesen sei, wie eine Umfrage ergeben habe, erklärte Gemeindepräsident Markus Zink.

Also wären Enteignungs- und Gerichtsverfahren unausweichlich gewesen – mit zeitlich und finanziell unbekannten Folgen. «Es wäre mit einem hohen sechsstelligen Betrag zu rechnen», erklärte Zink.

Klare Mehrheit

«Sind die Stimmberechtigten bereit, diese Kosten mitzutragen?», fragte der Gemeindepräsident. In der 15 Minuten dauernden Diskussion wurden auch Vorschläge für die Einrichtung einer Lichtsignalanlage zugunsten des Busses gemacht. Zink versuchte die Problematik in Relation zu stellen: Dermassen stark sei die Neeracherstrasse nicht befahren und die «Vorwürfe des Trottoirfahrens werden dramatisiert und sind übertrieben.»

Und Martin Engelhard, Vorstand Tiefbau und Werke, wies darauf hin, dass die Verlegung einer Bushaltestelle in den unteren, breiteren Bereich der Neeracherstrasse das Problem bereits dermassen entschärft habe, dass es vernachlässigbar sei.

«Die Vorwürfe des Trottoirfahrens werden dramatisiert und sind übertrieben.» Markus Zink, Gemeindepräsident

Die Abstimmung, bei welcher die Varianten einander gegenübergestellt wurden, ergab ein klares Resultat: 113 stimmten für die Sanierung ohne Verbreiterung, während nur 3 für die aufwendige Lösung waren.

Danach wurde unmittelbar über das Projekt und den Kredit von 415 000 Franken für die Sanierung und 213 000 Franken aus Gebühren für den Ersatz der Wasserleitungen befunden. Der Antrag passierte klar, nur vier waren dagegen. Das Projekt soll nächstes Jahr realisiert werden.

Tiefer Steuerfuss bleibt

Einstimmig und diskussionslos hiessen die Anwesenden die Voranschläge 2019 der Politischen und der Primarschule gut. Bei einem Gesamtaufwand von 11,6 Millionen Franken und einem Ertrag von 11,3 Millionen sieht das Budget der Politischen Gemeinde einen Verlust von knapp 290 000 Franken vor.

Dennoch senkt sie ihren Steuerfussanteil von 22 auf 21 Prozent, während die Primarschulgemeinde ihren Anteil um drei Punkte auf 33 Prozent erhöht. Wenn die Oberstufenschulgemeinde Stadel-Bachs-Neerach-Weiach ihren Steuerfuss wie vorgesehen von 24 auf 22 Prozent senkt, ergibt sich fürs neue Jahr in Neerach ein gleichbleibender Gesamtsteuerfuss von weiterhin tiefen 76 Prozent.

Einheitsgemeinde angestrebt

Beide Vorsitzende, Gemeindepräsident Markus Zink und Schulpräsident Philipp Simmen, betonten in ihren Eingangsvoten das nun gute und kooperative Verhältnis der Behörden. «Sowohl der Gemeinderat als auch die Schulpflege wollen das Thema Einheitsgemeinde angehen», erklärte Zink.

Er warf einen Blick auf das vergangene Jahr und sprach mahnende Worte: Wegen der Trockenheit hatte der Gemeinderat die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Trotzdem sei zeitweise die doppelte Menge des üblichen Tagesverbrauchs bezogen worden. Es bestehe zwar keine gesetzliche Handhabe gegen übermässigen Wasserverbrauch, «aber die Betreffenden müssen es mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass sie so sorglos mit dem kostbaren Wasser umgehen.»

Schliesslich verabschiedete Zink Behördenmitglieder, die dieses Frühjahr nicht mehr zur Wahl angetreten sind. Darunter auch Carlos Speck, der während 20 Jahren im Gemeinderat sass.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.12.2018, 15:09 Uhr

Verkehrssicherheit wird analysiert

Unter dem neuen Paragraphen 17 des Gemeindegesetzes, nach welchem Stimmberechtigte Anfragen von allgemeinem Interesse an die Behörden einreichen können, hatten Priska Dimitri-Waldvogel und Nick Glättli fünf Fragen im Zusammenhang mit der Verkehrsinfrastruktur, Verkehrssicherheit und Strassenlärmbelastung gestellt. So wollten die beiden Neeracher unter anderem wissen, ob der Gemeinderat über ein solches Konzept verfüge.

Der Gemeinderat verfüge nicht über ein derartiges Konzept, antwortete Gemeindepräsident Markus Zink, aber er habe bereits im September im Mitteilungsblatt angekündigt, dass er die Verkehrssituation in Neerach überprüfen lasse. Dabei sollen die Schwachstellen der Verkehrssicherheit analysiert werden. «Sobald die Untersuchung vorliegt, werden wir Prioritäten setzen und die nötigen Massnahmen ergreifen», sagte Zink. Was den Strassenlärm betreffe, sei bereits im Jahr 2016 in einem Lärmkataster festgehalten, dass keine Liegenschaften übermässig lärmbelastet seien.

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