Boppelsen

S-Bahn-Anschluss nach Baden ist erneut ein Thema

Der Regierungsrat hat den Rekurs, den die Gemeinde gegen den Verbundfahrplan 18/19 eingelegt hat, abgelehnt. Aufgrund einer dringlichen Anfrage muss sich der Regierungsrat nun aber doch noch einmal mit dem Bopplisser Anschlussproblem an die S-Bahn Richtung Baden befassen.

Eine Umfrage soll zeigen, ob die Pendler nach Zürich eine Wartezeit im Bus in Kauf nehmen würden. Während die Gemeinde weiterhin auf diese Umfrage hofft, hat sich das Thema für die VBG momentan erübrigt.

Eine Umfrage soll zeigen, ob die Pendler nach Zürich eine Wartezeit im Bus in Kauf nehmen würden. Während die Gemeinde weiterhin auf diese Umfrage hofft, hat sich das Thema für die VBG momentan erübrigt. Bild: Francisco Carrascosa

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Lediglich ein paar Minuten sind es, die in der kleinen Gemeinde am Lägernsüdhang für rote Köpfe sorgen. Genauer gesagt geht es um den Bus 450, der in einem Rundkurs von Boppelsen zum Bahnhof Otelfingen und wieder zurück fährt. Wer zum Beispiel um 7.52 Uhr nach Otelfingen pendelt, dem fährt die S6 in Richtung Baden vor der Nase weg. Zwar fährt der Bus zweimal pro Stunde nach Otelfingen, der Anschluss Richtung Baden ist aber nur bei jeder zweiten Fahrt gewährleistet.

«Es ist unverhältnismässig, eine Anpassung auf Kosten der Mehrheit zu machen.»Thomas Kreyenbühl, Leiter Angebot der VBG

Der leicht versetzte Halbstundentakt ist damit begründet, dass jeweils eine Fahrt pro Stunde optimal auf den S-Bahn-Anschluss Richtung Zürich und eine Richtung Baden ausgelegt ist. Im Gegensatz zu den Baden-Pendlern erwischen die Zürich-Pendler die S-Bahn aber bei jeder Fahrt des Busses. Dieses Dilemma ist in Boppelsen alt bekannt, und weil der Fahrplan 18/19 nach wie vor keine Änderung vorsieht, hat die Gemeinde im September Rekurs eingelegt. Mittlerweile ist klar: Der Regierungsrat hat diesen Rekurs abgewiesen.

Mehrheit wäre benachteiligt

Gemeindepräsidentin Monika Widmer zeigt sich enttäuscht über diesen ablehnenden Entscheid. Denn die Lösung für das Problem wäre ihrer Meinung nach simpel: «Der Bus müsste in Boppelsen einfach ein paar Minuten früher abfahren, und der Anschluss am Bahnhof Otelfingen wäre in beide Richtungen gewährleistet», sagt sie. Tatsächlich wartet der Bus bei der Bopplisser Haltestelle Hand jeweils ein paar Minuten. Somit wäre eine frühere Abfahrt theoretisch möglich.

Der Haken an dieser Variante sind aber die Pendler in Richtung Zürich, welche gemäss den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) einer Mehrheit von 80 bis 90 Prozent entsprechen. Diese müssten bei einer früheren Ankunft am Bahnhof Otelfingen länger auf ihren Anschluss nach Zürich warten. Konkret geht es um 9 beziehungsweise 10 Minuten. Wie Thomas Kreyenbühl, Leiter Angebot der VBG, erklärt, wird der Fahrplan für die Mehrheit optimiert.

«Es ist unverhältnismässig, eine Anpassung auf Kosten der Mehrheit zu machen», sagt er. Dieser Argumentation ist nun auch der Regierungsrat gefolgt. Die Anforderungen an die Grundversorgung für die Gemeinde Boppelsen seien erfüllt und eine Anpassung der Abfahrtzeiten würde die deutliche Mehrheit der Fahrgäste benachteiligen, heisst es vonseiten Regierungsrat.

Gemeinde hofft auf Umfrage

Für Monika Widmer ist dieser Entscheid unbefriedigend. Zumal sie aus der Bevölkerung, aus der während der öffentlichen Auflage des neuen Fahrplans viele Forderungen nach einer Anpassung eingegangen sind, bereits wieder enttäuschte Reaktionen vernommen habe. Grosse Hoffnung setzt sie daher auf die dringliche Anfrage, die diese Woche dem Regierungsrat eingereicht wurde (siehe Box rechts).

Widmer hofft, dass die VBG, wie angekündigt, eine Umfrage unter der Bevölkerung von Boppelsen und Otelfingen durchführen. «Ich bin zuversichtlich, dass die Pendler nach Zürich eine um wenige Minuten längere Wartezeit in Kauf nehmen würden. Zumal sie diese im Bus verbringen könnten», sagt sie.

Für Thomas Kreyenbühl von den VBG hat sich diese Umfrage allerdings erübrigt – jedenfalls für den Moment. «Die Gemeinde Boppelsen hat den Weg des Rekurses gewählt», sagt er. «Während des laufenden Verfahrens hätte eine Umfrage somit keinen Sinn gemacht.» Nun gelte es, die Antwort auf die dringliche Anfrage abzuwarten. «Für uns ist am Schluss entscheidend, was der Regierungsrat beschliesst.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.01.2018, 16:46 Uhr

Dringliche Anfrage

Kantonsrätin Erika Zahler (SVP, Boppelsen) hat gemeinsam mit Kantonsrat Jürg Sulser (SVP, Otelfingen) eine dringliche Anfrage beim Regierungsrat eingereicht. Sie sieht in der früheren Abfahrt des Busses eine einfache Lösung. «Dies würde wenig Aufwand auslösen, keine Zusatzkosten verursachen, und alle Pendler würden ihren Anschluss erwischen», sagt sie. Ein positiver Nebeneffekt sei die Vereinheitlichung der Abfahrtszeiten. Erika Zahler ist zuversichtlich, dass die meisten Pendler nach Zürich kein Problem mit ein paar Minuten mehr Wartezeit hätten. Doch um dies mit Sicherheit sagen zu können, müsse die von den VBG angekündigte Umfrage durchgeführt werden. Ihre Anfrage dreht sich somit hauptsächlich um dieses Thema. So möchte sie vom Regierungsrat wissen, wann die Gemeinden Boppelsen und Otelfingen mit der Umfrage rechnen dürfen und ob der Regierungsrat eine rasche Umfrage unterstütze. Ausserdem stellt sie die Frage, auf wann frühestens – nach Abschluss der Umfrage – eine Anpassung erfolgen könnte. Zahler betont, dass die Zusammenarbeit mit den VBG in der Vergangenheit sehr gut war und auch heute ist. Umso mehr hoffe sie, dass nun auch in diesem Fall lösungsorientiert gehandelt werden könne.

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