Schleinikon/Schneisingen

Schleiniker wirten neuim Schneisinger Gourmetlokal

Chris Brunner und Isabella Rack aus Schleinikon sind die neuen Wirtsleute im Schneisinger Restaurant Leuehof. Renommiert ist das Haus nicht nur wegen seiner uralten Geschichte, sondern auch wegen seiner Haute Cuisine.

Isabella Rack und Chris Brunner (rechts) aus Schleinikon kümmern sich künftig um das Wohl der Gäste im Schneisinger Leuehof. Der gute Ruf des bisherigen Lokals von Bea­trice und Jean-Claude Brun (links) soll weiterhin gepflegt werden.

Isabella Rack und Chris Brunner (rechts) aus Schleinikon kümmern sich künftig um das Wohl der Gäste im Schneisinger Leuehof. Der gute Ruf des bisherigen Lokals von Bea­trice und Jean-Claude Brun (links) soll weiterhin gepflegt werden. Bild: Christian Wüthrich

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Das bisherige Wirteehepaar Bea­trice Brun als Gastgeberin und Jean-Claude Brun als Koch tritt nach 30-jähriger Gastronomie­tätigkeit aus gesundheit­lichen Gründen kürzer. Unter ihrer fünfjäh­rigen Ägide erlangte das Speiselokal in Mittelschneisingen ein weit über die Region ausstrahlendes Renommee für seine hochstehende Küche. Der gute Ruf bestand schon länger, denn vor den Bruns war der Sternekoch Sigi Rossal im Leuehof an der Dorfstrasse 39 tätig.

Klassiker, aber auch Neues

Nach einer einmonatigen Inventurzeit öffnet der Leue­hof heute Mittwoch seine Türen unter neuer Leitung: Chris Brunner, der in den vergangenen vier Jahren im Restaurant zur Schmitte in Schöfflisdorf der Küche seinen Stempel aufdrückte, übernimmt den Schneisinger Gourmet­tempel gemeinsam mit seiner Lebens­partnerin Isabella Rack. Sie werden – zumindest zunächst – von den bisherigen Wirtsleuten in Küche und Service unterstützt. Während Bea­trice Brun weiterhin im Service tätig bleibt, wird Jean-Claude Brun sich nach der Anfangsphase mehrheitlich zurückziehen.

Wie der neue Pächter erklärte, werde er das bisherige Personal übernehmen. Für die Küche sei er noch auf der Suche nach einem zusätzlichen Mitarbeiter.

Er wolle die Haute Cuisine, die bisher im Leue­hof zelebriert wurde, auch weiterhin sicherstellen. «Ich werde einige der bei Stammkunden beliebten Klassiker von Jean-Claude Brun übernehmen, aber auch eigene Kreationen einführen», sagte Brunner. Im Besonderen wolle er alte, traditionelle Gemüsesorten ins Angebot aufnehmen. Als Beispiel nennt der Koch die oft verschmähte Schwarzwurzel, die – richtig zubereitet – ein wahrer Gaumenschmaus sein könne. Im Leue­hof sollen auch Vegetarier und sogar Veganer nicht zu kurz kommen, sagt der Koch.

Viel Information zum Wein

Die Weinkarte, die bisher statt­liche 80 Posten aufführte, will Brun­ner etwas verkleinern. Jenen Gästen, die sich nicht übermässig in Weinkunde auskennen, soll jedoch mit zusätzlichen Informationen auf der Karte wie beispielsweise Anbaugebiet, Winzer, Geschmacksrichtung und natürlich Jahrgang usw. eine Hilfestellung geboten werden. Das Personal habe die Möglichkeit, noch vertieftere Informationen zu den edlen Tropfen zu liefern.

Isabella Rack tritt als neue Gast­geberin im Leue­hof in Erscheinung. Bisher arbeitete sie in der Mensa der Kantonsschule Limmattal. Davor war sie auch in der Kantonschule Zürcher Unterland in Bülach in der Verpflegung tätig. «Mit der Pacht des Leue­hofs geht für uns ein Traum in Erfüllung. Schon längere Zeit sehnten wir uns nach einer selbststän­digen Tätigkeit in der gehobenen Gastronomie», erklärte Rack.

Die Öffnungszeiten bleiben wie bisher: Montag und Dienstag ist Ruhetag, Mittwoch bis Samstag ist der Leuehof jeweils von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 24 Uhr offen, am Sonntag von 11 bis 22 Uhr. In der warmen Jahreszeit ist auch die Gartenwirtschaft auf dem von historischen Gebäuden wie dem Schlössli und dem Rohnerhof umgebenen, lauschigen Platz in Betrieb.

Ein Gebäude mit Geschichte

Beim Leue­hof handelt es sich um eines der ältesten Gebäude von Schneisingen. Seine Ursprünge gehen mindestens auf das Jahr 1300 zurück. Damals war das Haus ein Hospitium, also eine Herberge für Durchreisende, denn es lag an der Verbindungsstrasse zwischen Baden und Bad Zurzach.

Auch besass das Lokal das Tavernen­recht, eine Konzession, die weit über das einfache Ausschankrecht hinausging. Es beinhaltete unter anderem das Beherbergungsrecht und die Durch­führung grösserer Fest­an­lässe, die Herstellung von gebrauten oder gebrannten Getränken oder das Betreiben einer Back­stube. Geschichtliche Ereig­nisse der damaligen Zeit sind in Szenerien mit Puppen in drei kleinen Schaufenstern in den verschie­denen Räumlichkeiten des ­Lokals dargestellt. Nicht bildlich dargestellt, aber kolportiert gemäss Jahrzeitbuch der Kirche Schneisingen ist die Ermordung eines Priesters durch einen Mönch im Jahr 1329 in eben diesem Hospitium, dem heutigen Leuehof.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.11.2018, 18:12 Uhr

Infobox

Weitere Informationen auf www.leuehof-schneisingen.ch

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