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Schule hält fest an kritisiertem Modell

Insgesamt zehn Jahre war Gregory Turkawka an der Sekundarschule Niederhasli- Niederglatt-Hofstetten tätig, davon die letzten fünf Jahre als Schulleiter. Er setzte das selbstorganisierte Lernen um, das immer wieder zu Protesten von Eltern führte.

Barbara Gasser
Am System des selbstorganisierten Lernens wird an der Sekundarschule Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten festgehalten (Symbolbild).
Am System des selbstorganisierten Lernens wird an der Sekundarschule Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten festgehalten (Symbolbild).
Keystone

Das Zitat von Franz Kafka «Wege entstehen dadurch, dass man sie geht» steht über dem Brief, der Gregory Turkawka, Schulleiter der Sekunderschule Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten Ende April den Eltern zukommen liess. Darin erklärt er, er wechsle im Sommer «um viele Erfahrungen reicher» an die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZ).

«Damit nehme ich eine Chance wahr, die mir die PHZ geboten hat, um mich persönlich weiterzuentwickeln.» Auch Schulpflegepräsident Philippe Chappuis äussert sich im gleichen Brief mit den Worten: «Mit Gregory Turkawka verlässt uns eine engagierte Person, welche unsere Schule mit einem enormen Einsatz geprägt und professionell mitentwickelt hat. Es ist ihm gelungen, einen Ort zu schaffen, an dem Mitarbeitende und Lernende sich wohl fühlen, sich einbringen und Verantwortung übernehmen.»

«Untaugliche Lernmethode»

Das 2013 unter Turkawka an der Schule eingeführte System des selbstorganisierten Lernens (SOL) hatte allerdings immer wieder für Wirbel gesorgt. Die Interessengemeinschaft (IG) Schule Niniho, der zahlreiche unzufriedene Eltern angehören, hatte sich immer wieder mit verschiedenen Mitteln gegen diese ihrer Meinung nach für eine grosse Anzahl Schüler untaugliche Lernmethode gewehrt.

Chappuis sieht jedoch keinen Grund vom bisherigen Kurs abzuweichen. «Es war seinerzeit ein Entscheid der Schulpflege, das selbstorientierte Lernen an unserer Sekundarschule einzuführen. Wir bleiben auch nach dem Weggang des Schulleiters dabei.» Seine Kündigung kurz vor den Frühlingsferien sei absolut überraschend gekommen. «Wir werden demnächst die Führungsstrukturen überprüfen, um herauszufinden, wer für welche Aufgaben eingesetzt werden kann und wo eine Erhöhung der Stellenprozente möglich ist.» Erst wenn das alles abgeklärt sei, käme die Anstellung einer neuen Fachperson in Frage.

Kritiker fühlen sich bestätigt

Über den Zeitpunkt von Gregory Turkawkas Kündigung ist man bei der IG Schule Niniho nicht erstaunt. Nicole Fuchs setzt sich seit langem im Namen der IG dafür ein, dass die Schüerlinnen und Schüler im Schulhaus Seehalde stärker kontrolliert werden. Zusammen mit andern IG-Delegierten war sie vor rund einem halben Jahr bei der Schulpflege vorstellig geworden, um auf Missstände hinzuweisen. «Die Kinder waren viel zu oft sich selber überlassen und wurden von keiner Lehrperson betreut», sagt sie. Die Schulpflege habe dann aufgrund von vermehrten Kontrollen und Schulbesuchen bestätigt, dass gewisse Dinge nicht in Ordnung seien.

Gemäss Fuchs habe der Schulleiter in ein anderes Büro umziehen müssen, um näher bei den Unterrichtsräumen zu sein. Zudem sei ihm die Budgetkompetenz auf 5000 Franken beschränkt worden. Sie attestiert Turkawka , dass er ein Macher sei und über einen quirligen Geist verfüge. «Er braucht viel Freiraum für seine Ideen ­– zu viel.» Seit Anita Lommatzsch, die ebenfalls der IG angehört, in die Schulpflege gewählt wurde und dort für die Finanzen zuständig ist, sei es für den Schulleiter schwieriger geworden, seine IdeenVorstellungen kompromisslos umzusetzen. Die IG sieht darin den Grund für die Kündigung.

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