Höri

Schulkinder erfahren Erstaunliches über die Entstehung von Filmen

Das mobile Kino «Roadmovie» machte Halt in der Glatttalhalle in Höri. Die Schulkinder sahen Animationsfilmchen und erfuhren Neues über die Technik von Kinofilmen.

Roadmovie 2019 – der Schweizer Film auf Reisen. Ziel ist, Kindern etwas über die Technik zu erzählen. Von einer Filmrolle haben diese noch nie etwas gehört.

Roadmovie 2019 – der Schweizer Film auf Reisen. Ziel ist, Kindern etwas über die Technik zu erzählen. Von einer Filmrolle haben diese noch nie etwas gehört. Bild: Johanna Boassart

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Daumenlang, hauchdünn und irgendwie aus Kunststoff ist das Ding, das Enis Iseni vors Licht hält und prüfend hindurchschaut. Der Zwölfjährige wirkt ratlos. Auch die anderen 209 Unter- und Mittelstufenschulkinder bekamen ein solches Stückchen ausgehändigt und rätseln, was das sein könnte.

Wie staunen die Digital Natives, als sie später erfahren, was es mit dem analogen Schnipsel auf sich hat. Als die Moderatorin Alva Hagner sagt: «Das ist ein Stück einer Filmrolle. Auf so einem Filmband reihen sich Bilder aneinander, und wenn man 24 dieser Bilder innerhalb von einer Sekunde durch einen Projektor laufen lässt, nehmen wir das als Bewegung wahr», hört man «Wow! Boah! Krass!» aus allen Ecken des Saals.

Ohne eigenes Kino

Immer im Herbst tourt das mobile Kino Roadmovie während zweier Monate durch die Schweiz. Dann baut das Dreierteam jeweils in kleineren Gemeinden, die zwar über eine Schule, aber über kein eigenes Kino verfügen, die Leinwand und die ganze Technik auf. Dass ganz in Nähe ein Kino ist, wie in Höri beispielsweise in Bülach oder Kloten, spielt keine Rolle.

Nachmittags gibt es im Rahmen des regulären Unterrichts ein Kurzfilmprogramm für die Schulkinder, am Abend einen Schweizer Film für die Erwachsenen. «Da müssen wir uns nicht verstecken. Schweizer Film ist grossartig», sagt Alva Hagner. Vom Bund, den Kantonen und von Stiftungen subventioniert, ist die Teilnahme für die Schulkinder gratis, die Erwachsenen zahlen einen freiwilligen Batzen, die Gemeinde sorgt für Kost und Logis des Roadmovie-Teams und berappt die Vorführrechte.

Im Kanton Zürich besucht das Roadmovie während der Tournee jeweils zwei Gemeinden. 2019 sind das im Kanton Zürich Hittnau und eben Höri, das am vergangenen Freitag dran war. In Höri gastierte Roadmovie zum ersten Mal. Im Prinzip könnte die Gemeinde an der Glatt sich alle drei Jahre über www.roadmovie.ch anmelden.

«Hier in Höri machten die Kinder speziell gut mit.»Alva Hagner
Moderatorin bei der Präsentation von «Roadmovie»

In der Glatttalhalle erleben die Mädchen und Buben, umnebelt von Popcornduft, den letzten der sechs Animationsfilme. Er enthält keine Dialoge, damit man ihn in den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz versteht. Und so nehmen die Kinder in Höri lautstark Anteil am Schicksal der Strichmännchen, warnen die Protagonisten oder lachen, wenn sich auf der Leinwand eine Kaulquappe einfach nicht so schnell entwickeln will, wie ihre Kollegen. «Hier in Höri machten die Kinder speziell gut mit und applaudierten nach jedem Film. Das ist nicht überall so», zieht Alva Hagner am Ende Bilanz.

Kollegen zum Staunen bringen

Hört man sich beim jungen Publikum um, erfährt man rasch, dass solche simplen Animationsfilmchen im richtigen Leben eher nicht zu ihren Favoriten gehören. Wenn beispielsweise Elis Iseni ins Kino will, so schaut er sich in Bülach am liebsten Action-Filme aus der Reihe «The Fast and The Furious» an. Kann man einen solchen Jugendlichen überhaupt mit Trickfilmchen begeistern? Er sagt: «Absolut. Heute ging es ja mehr um die Entstehung von Filmen, die Technik. Einen 35-Millimeter-Projektor habe ich vorher noch nie gesehen. Den Filmstreifen werde ich meinen Kollegen zeigen. Die werden staunen!»

Erstellt: 04.11.2019, 11:57 Uhr

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