Bratislava

Schweizerinnen auf Halbfinal-Kurs

Nach klaren Siegen über Polen und Deutschland sowie einer herben Niederlage gegen Schweden steht das Schweizer Unihockey-Nationalteam an der ­Frauen-WM im Viertelfinal.

Ein persönlicher Lichtblick: Die Dietlikerin Isabelle Gerig (vorne) erzielt ausgerechnet gegen Schweden ihr erstes Tor an einer Elite-WM.

Ein persönlicher Lichtblick: Die Dietlikerin Isabelle Gerig (vorne) erzielt ausgerechnet gegen Schweden ihr erstes Tor an einer Elite-WM. Bild: Damian Keller

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

An der WM in Bratislava gerieten die beiden Auftaktpartien gegen Polen (14:1) und Deutschland (14:0) zur erwartet leichten Aufgabe für die Schweizerinnen. Dietlikons Captain Michelle Wiki konnte sich gegen das ­überforderte Polen als vierfache Torschützin auszeichnen, ihre Teamkollegin Andrea Gämperli kam in den beiden Partien auf ­total acht Skorerpunkte, während Tanja Stella gegen Deutschland in der Abwehr in aller Ruhe ihr 100. Länderspiel feiern durfte.

«Ich bin froh, ist das Spiel nun durch – jetzt kann ich mich wieder aufs Unihockey konzentrieren», meinte die Jubilarin nach der Partie schmunzelnd und kündigte an, dass für sie noch lange nicht Schluss sein müsse. «Ich spiele so lange, wie ich vom Nationaltrainer aufgeboten werde», sagte die 29-Jährige, die in der Slowakei bereits ihre fünfte WM bestreitet. In Sachen Länderspiel-Einsätze liegen in der «ewigen Rangliste» einzig die ehe­maligen Dietlikerinnen Simone Berner (127), Natalie Stadelmann (124) und Mirca Anderegg (106) vor ihr.

Steigerung nötig

Weniger geruhsam verlief indes das dritte Gruppenspiel gegen die Titelverteidigerinnen aus Schweden. Die Schweizerinnen wurden in den Startminuten regelrecht überfahren und kamen mit einem 2:5 im Startdrittel noch glimpflich weg. Schweden blieb aber auch im weiteren Verlauf der Partie eine Nummer zu gross für sie. Das 3:12-Endresultat spricht für sich. Auch die Reduktion auf zwei Linien – wobei Andrea Gämperli vom dritten Block in die erste Formation vorrückte – änderte wenig am Geschehen. Als eineder wenigen hatte Isabelle Gerig Grund zur Freude – einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag gelang der Dietlikon-Stürmerin ihr erstes WM-Tor. «Ich hätte lieber gewonnen – aber ein Tor gegen Schweden ist natürlich schön», befand Gerig nach dem Spiel­ende.

Nach zwei Ruhetagen geht es für die Schweiz heute Abend um 20 Uhr gegen Norwegen mit dem Viertelfinal weiter. Die Partie dürfte nichts weiter als eine Zwischenstation auf dem Weg zum Halbfinal gegen Finnland sein. Denn die ehemals starken Norwegerinnen bekunden seit Jahren Mühe, den Anschluss an die internationale Spitze zu halten. Es wird also für die Schweize­rinnen vor allem darum gehen, Schwung für den Halbfinal gegen Finnland zu holen, das seinen Viertelfinal gegen Gastgeber Slowakei ebenfalls locker gewinnen dürfte.

Schmid im Fokus

«Wir müssen gedanklich schneller werden», forderte Isabelle Gerig angesichts der Kanterniederlage gegen Schweden. In der Tat müssen die Schweizerinnen noch zulegen, um gegen den häufigen Halbfinal-Gegner eine Chance zu haben. «Das Spiel im April, als wir Finnland 8:4 besiegten, war vielleicht unser bestes Länderspiel überhaupt», befand Tanja Stella. «Damals ist alles perfekt gelaufen, und ich konnte die ganzen 60 Minuten einfach geniessen».

Es wird auf jeden Fall eine starke Monika Schmid im Tor brauchen – Dietlikons Torfrau kam gegen Schweden erst in der zweiten Hälfte der Partie zum Einsatz. Und noch dazu eine Prise Wettkampfglück. Dann liegt ein Sieg gegen Finnland drin, und die ­Gelegenheit zur Revanche gegen Schweden im Final. Das wäre dann aber nochmals ein anderes Kaliber, wie das Gruppenspiel gezeigt hat. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.12.2017, 23:05 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

The Take Die besten Weihnachtsfilme

Bergün Eine Zeitreise in die Vergangenheit inklusive

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.