Regierungsratswahl

Schwierig für Unterländer Kandidaten

Drei Politiker aus dem Unterland wollen in den Regierungsrat. Doch die Chancen, dass die Region nach dem Rücktritt von Markus Kägi wieder vertreten sein wird, sind nicht riesig. Allen drei Bewerbern fehlt es an Bekanntheit.

Drei Politiker aus dem Unterland wollen dafür sorgen, dass das Unterland auch nach dem Rücktritt von Markus Kägi (SVP, Bild) noch im Regierungsrat vertreten ist.

Drei Politiker aus dem Unterland wollen dafür sorgen, dass das Unterland auch nach dem Rücktritt von Markus Kägi (SVP, Bild) noch im Regierungsrat vertreten ist. Bild: Leo Wyden (Archiv)

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Wenn der SVP-Regierungsrat Markus Kägi aus Niederhasli nächstes Jahr zurücktritt, sieht es für das Unterland nicht rosig aus. Gut möglich, dass die Bezirke Bülach und Dielsdorf bald nicht mehr in der Kantonsregierung vertreten sein werden.Am Donnerstag hat der SVP-Vorstand neben dem Bisherigen Ernst Stocker der Delegiertenversammlung zwei weitere mögliche Kandidaten zur Auswahl gestellt: Sie soll am kommenden Dienstag entweder die Winterthurerin Natalie Rickli oder den Däniker Christian Lucek nominieren.

Der Unterländer Gemeinde- und Kantonsrat dürfte aber gegenüber der national bekannten Nationalrätin einen schweren Stand haben. In den Medien wurde Lucek als Aussenseiter oder gar Hinterbänkler bezeichnet. Bekanntere SVP-Köpfe als er standen für die Wahl vom nächsten März nicht zur Verfügung.

«Ein Spaziergang wird es nicht werden.»Christian Lucek, SVP

Lucek selber sieht sich aber keineswegs als Verlegenheits-Kandidaten. Als Gemeinde- und Kantonspolitiker sei er in jenen Dossiers sattelfest, die für das Amt relevant sind. Im Kantonsrat ist er Teil der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt und setzt sich für eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und die freie Wahl des Verkehrsmittels ein.

Zudem verfüge er als Berufsmilitär und Oberleutnant über Führungserfahrung, betont der 53-Jährige. Dennoch ist er sich der Stärke seiner Mitbewerberin bewusst: «Ein Spaziergang wird es nicht werden.»

Innerhalb der SVP-Reihen hatte auch der Klotener Stadtrat Kurt Hottinger Interesse am Amt bekundet. Dass der Vorstand schliesslich aber seinen Kollegen bevorzugte, kann er nachvollziehen: «Ich bin erst seit vier Jahren politisch aktiv, Lucek dagegen ist ein langjähriges verdientes Parteimitglied», ist sich Hottinger bewusst.

Digitalisierung und Umwelt

Ein weiterer Kandidat aus dem Unterland ist der Opfiker Stadtrat Jörg Mäder. Mit ihm macht die GLP ihre Ansprüche in der kantonalen Exekutive geltend, nachdem sie seit dem Rückritt von Verena Diener 2007 nicht mehr in der Regierung vertreten war. Doch auch Mäder ist über die Region hinaus wenig bekannt.

Dieses Defizit will er aber im nächsten Halbjahr noch aufholen, vor allem über die sozialen Medien: «Ich stehe für eine neue Generation, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist», sagt der Opfiker Gesundheits- und Umweltvorsteher. Im Falle einer Wahl würde er die Digitalisierung der Verwaltung konsequent vorantreiben, stellt er in Aussicht. Wichtige Anliegen sind ihm zudem die Energiewende und mehr Effizienz im Gesundheitswesen. Die Gesundheitsdirektion des zurücktretenden FDP-Amtsträgers Thomas Heiniger würde Mäder deshalb besonders interessieren.

Um diesen Sitz streiten sich aber noch diverse andere: Die FDP wird am 4. Oktober entscheiden, ob sie Martin Farner, Jörg Kündig oder Thomas Vogel aufstellt. Die BDP kommt mit Nationalrätin Rosmarie Quadranti, die EVP haben Hanspeter Hugentobler und die Grünen Martin Neukom nominiert. Mit einem Unterländer tritt zudem die EDU an: Kantonsrat Hans Egli aus Steinmaur weiss, dass seine Chancen klein sind. «Wir glauben aber, dass Wunder möglich sind.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.09.2018, 16:38 Uhr

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