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Seit 60 Jahren schenkt er ihr wöchentlich einen Rosenstrauss

Nächste Woche feiert das Ehepaar Niklaus und Sophie Gisler Diamantene Hochzeit. Das Paar blickt auf sechs harmonische Jahrzehnte zurück. Ihren gemeinsamen Humor haben sie beibehalten und den Haushalt meistern sie zu zweit im noch immer trauten Heim.

In 60 Jahren Ehe haben Niklaus und Sophie Gisler nur selten miteinander gestritten.
In 60 Jahren Ehe haben Niklaus und Sophie Gisler nur selten miteinander gestritten.
Sibylle Meier

Sie sitzen am Wohnzimmertisch und schauen sich an. Beider Augen strahlen und leuchten beim Erzählen der gemeinsamen Erinnerungen. Er, Niklaus Gisler, 82 Jahre alt, und sie, Sophie Gisler, 88 Jahre, haben fast ihr ganzes Leben zusammen verbracht. «Man merkt gar nicht, wie die Zeit verfliegt, wir waren stets gesund und glücklich», findet Niklaus Gisler. Einander Sorge tragen, dies sei das Rezept für eine lange Ehe.Am nächsten Donnerstag feiert das Paar ihre Diamantene Hochzeit.

Ihr Hochzeitstag liegt dann genau 60 Jahre zurück – in einer Zeit, in denen er und sie dieselben waren und die Welt um sie herum doch so gänzlich anders. 1952, nur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, hatte der aus Embrach stammende Niklaus Gisler eine Lehre als Müller in Buchs SG begonnen. Und lief dort alsbald immer wieder einem Mädchen über den Weg, das es ihm antat. Als er mit dem Turnverein auftrat und sie im Publikum sass; als er im Kino Platzanweiser war und sie zu Besuch kam. Sophie und er wurden ein Paar.

Hochzeit musst warten

Nachdem Niklaus Gisler seine Rekrutenschule absolviert hatte, schmiedeten die beiden Hochzeitspläne. Da sein Lohn aber niemals für die Miete einer gemeinsamen Wohnung – was damals per Gesetz an Hochzeit und Ehe gekoppelt war – ausgereicht hätte, musste der grosse Tag auf sich warten lassen. Sehen konnten sie sich wegen der Distanz bloss alle vierzehn Tage.

Niklaus Gislers Vater stellte schliesslich das Elternhaus zur Verfügung, und so wurde im Jahr 1958 geheiratet. «Da hast du doch die Gemeindeurkunde zuhause vergessen und musstest zurückrennen!», ruft Sophie Gisler und bricht mit ihrem Gatten in herzliches Gelächter aus. Nach dem Mittagessen ging die 50-köpfige Gesellschaft ins Schloss Laufen und zum Rheinfall, abends gab der Jodelclub einen Auftritt zum Besten. Zum Essen gabs Schüblig mit Kartoffelsalat. Vier Jahre später wurde Sohn Felix geboren, und 1974 zog die kleine Familie in eine Wohnung in Bülach. Hier leben sie noch heute.

«Es ist wunderschön, die beiden so glücklich miteinander zu sehen», sagt die 23-jährige Enkelin Valeria Gisler. «Mein Opa nimmt Oma zum Beispiel immer die Jacke ab – solche kleinen Dinge machens aus.» Während der Schulzeit durfte sie mit ihren drei Schwestern einmal pro Woche bei den Grosseltern Mittag essen, und auch heute noch pflegen sie engen Kontakt.

Kaum gestritten

Gestritten haben Sophie und Niklaus Gisler über all die Jahre selten. «Wir haben unseren Fokus immer auf die schönen Momente gelegt.» Über dreissig Jahre lang genossen sie zwei bis drei Mal jährlich Urlaub in Leukerbad im Wallis. Der von Sophie Gisler rückenschmerzbedingte Aufenthalt wurde zum regelmässigen Highlight der beiden.

Zuhause arbeitete Niklaus Gisler als Klärwärter, während seine Gattin Hausfrau war. «Aber sie war nicht «nur» Hausfrau», betont er. «Mir war immer bewusst, was für eine enorme Arbeit sie zuhause verrichtete, und schätzte das sehr.»

Heute, da teilen sie sich die Hausarbeit untereinander auf. Kochen, waschen und staubsaugen tun sie gemeinsam, so, wie es eben am besten geht. Und auch nach all den Jahren schenkt er ihr immer noch jede Woche einen Rosenstrauss, als Liebesbeweis und Symbol der Wertschätzung.

Ob es am 8. Februar einen extra grossen Strauss geben wird, liess Niklaus Gisler offen. Auf jeden Fall werden sie mit der ganzen Familie zusammen Mittagessen gehen und auf ihre 60 gemeinsamen Jahre anstossen.

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