Embrachertal

Sepp Blatter unterstützt Unterländer Turner

Der ehemalige Fifa-Präsident wirkt als «freundschaftlicher Berater» für das Regionalturnfest Embrachertal 2020. Eine kuriose Äusserung Blatters, welche den Turnverein Embrach mit der Fifa verglich, steht am Anfang des Engagements.

Hat ohne zu zögern zugesagt: Sepp Blatter wird als «freundschaftlicher Berater» des Turnfests Embrachertal wirken.

Hat ohne zu zögern zugesagt: Sepp Blatter wird als «freundschaftlicher Berater» des Turnfests Embrachertal wirken. Bild: Keystone

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Hoher Besuch wird am Freitagabend im Gemeindesaal von Freienstein-Teufen erwartet. Sepp Blatter, der ehemalige Fifa-Präsident, wohnt auf Einladung des Organisationskomitees Regionalturnfest Embrachertal einem Workshop bei. Doch was hat der einstige oberste Hüter des globalen Fussballs mit den lokalen Turnvereinen zu tun?

In der Regel nicht viel, wäre da nicht die Aussage Blatters in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung». Darin äusserte er sich anfang Oktober 2018 abschätzig über die Fifa sowie das Internationale Olympische Komitee (IOC). Er warf beiden eine unprofessionelle Führung vor. Fifa und IOC seien Vereine «so wie der Fischerverein hier unten. Oder wie der Turnverein in Embrach. Das ist nicht mehr richtig». Beim TV Embrach sorgte das Zitat damals zwar für Unverständnis, die Sache war aber auch schnell wieder vergessen.

Ganz in Ruhe gelassen hatte die Geschichte die Turner im Embrachertal aber nicht. Und im Hinblick auf das Regionalturnfest, das Ende Juni 2020 stattfindet, waren die vier organisierenden Turnvereine aus Freienstein, Rorbas, Lufingen und Embrach ohnehin daran, die Werbetrommel zu rühren. Deshalb kam die Idee auf, Sepp Blatter wegen dessen Äusserung ins Boot zu holen.

Ohne zu zögern zugesagt

«Nachdem wir über Umwege den Kontakt zu Sepp Blatter hergestellt hatten, ging alles sehr schnell», erzählt Reto Joos, OK-Präsident des Turnfests. Bei einem Mittagessen wurde dem ehemaligen Fifa-Präsidenten vorgeschlagen, dem OK als freundschaftlicher Berater zur Seite zu stehen. «Er unterstützte die Idee sofort und sagte ohne zu zögern zu. Alles ist enorm unkompliziert abgelaufen», sagt Joos. Er verheimlicht nicht, dass die Bekanntheit Blatters dem Anlass zu einem breiteren Publikum verhelfen soll.

«Am mehrtägigen Fest sollen die Turner für einmal aus dem Schatten von Fussballern und Eishockeyspielern treten», erklärt Joos. Dass der Schuss nach hinten losgehen könnte, weil die Fifa in der Vergangenheit immer wieder mit Korruption in Verbindung gebracht wurde, bezweifelt Joos. «Wir haben nicht die Fifa eingeladen, sondern Sepp Blatter als Privatperson. Er bringt grosse Erfahrung in der Organisation von Veranstaltungen mit, die uns sicher nützlich sein wird.»

«Er unterstützte die Idee sofort und sagte ohne zu zögern zu. Alles ist enorm unkompliziert abgelaufen.» Reto Joos, OK-Präsident Turnfest

Wie es zum Embrach-Zitat gekommen ist, erklärt Blatter auf Anfrage so: «Kurz vor dem Interview bin ich auf dem Weg zu einem Termin in Pfungen durch Embrach gefahren. Der Name der Ortschaft ist mir beim Gespräch mit dem Journalisten wieder in den Sinn gekommen.» Die Äusserung sei nicht despektierlich gemeint gewesen. Schliesslich war er selber in jungen Jahren begeisterter Turner. «Vielmehr wollte ich damit das Kuriosum verdeutlichen, dass eine weltumspannende Organisation wie die Fifa auch heute noch offiziell als Verein gilt.»

Am Workshop wird Blatter unter anderem eine Grussbotschaftan das rund 80-köpfige OK richten. Weitere Referate des ehemaligen Fifa-Präsidenten, beispielsweise bei den lokalen Behörden oder beim Gewerbe, sind bereits geplant.

Erstellt: 10.04.2019, 17:30 Uhr

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