Regensdorf

Sicherheitsglas am Postschalter ist passé

Die Post im «Zentrum Regensdorf» ist nach einer Woche Umbau wieder offen. Es ist die fünfte Filiale im Unterland mit neuem Konzept.

Die Post im «Zentrum Regensdorf» bietet mit vier Schaltern einen weniger als bisher und setzt mehr auf Kundenberatung zu den Post-Apps.

Die Post im «Zentrum Regensdorf» bietet mit vier Schaltern einen weniger als bisher und setzt mehr auf Kundenberatung zu den Post-Apps. Bild: Leo Wyden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Romi Zimmermann wollte am Montagmorgen auf der Post nur rasch eine Einzahlung tätigen. Die Regensdorferin zieht eine Nummer, setzt sich auf die Sitzbank und lässt den Blick durch die neu eröffnete Postfiliale im Einkaufszentrum schweifen. «Schön», ist ihr erster Eindruck. «Offen und aufgeräumt.» Sie prüft kurz die Anzeigetafel mit den Nummern, ihre leuchtet aber noch nicht auf. «Zum Glück kann man hier sitzen», bemerkt sie. Neben ihr hat eine weitere Postkundin mit der Wartenummer in der Hand Platz genommen. «Etwas mehr Sitzgelegenheiten dürften es sein», kommentiert diese.

Im Blickfeld der wartenden Frauen befindet sich die Empfangstheke, ein mit «Grüezi» beschriftetes Holzmöbel, wo Filialleiter Davide Marchese die Fragen eines Kunden beantwortet. Die Theke ist Teil des neuen Filialkonzepts der Post: Am sogenannten Desk will man die Kundschaft persönlich empfangen. Das Ziel: die digitalen Angebote der Kundschaft erklären, sodass Postgeschäfte per Mobile-App oder im Internet erledigen werden können. Kinder können während der Beratung mit einer Minipost spielen.

Kunden besser hören

Direkten Kundenkontakt bieten auch die Schalter. Daniela Wickli bedient zum ersten Mal am Schalter ohne Sicherheitsglas: «Es ist viel angenehmer ohne das Glas. Wenn viel Betrieb war, mussten wir dieses hochheben, um die Kunden verstehen zu können. Jetzt ist der Kontakt mit den Leuten deutlich besser», sagt sie und weist lachend auf die breite Holztheke: «Es gibt ja immer noch eine gewisse Distanz zum Kunden.» Auf persönlichen Kundenkontakt verzichtet die Post indes bei zwei Automaten: Einer dient dem Bezahlen von Rechnungen, der andere, um vorfrankierte Pakete aufzugeben.

Näher an die Kundschaft: Das will die Post in den rund 300 «Filialen der Zukunft», die sie bis Ende 2022 errichtet. Obschon die Regensdorfer Post jetzt einen Schalter weniger hat, seien keine Stellen abgebaut worden, wie Rahel Huber, Leiterin Filialgebiet Zürcher Unterland, sagt. Mit dem neuen Konzept reagiere man auch auf die Kritik, wonach die Post zum Krämerladen mutiert sei. Jetzt sei das Verkaufsangebot auf Papeteriewaren und Handyzubehör beschränkt, betont sie.

Trotz Apps und Automaten: Romi Zimmermann wird – wie viele ältere Menschen auch – ihre Rechnungen weiterhin am Schalter bezahlen, auch wenn sie einen Moment warten muss.

Erstellt: 21.01.2020, 08:40 Uhr

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.