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Sie teilen die Leidenschaft für den Stahl

Vor 45 Jahren gründete Patron Peter Hiltebrand gemeinsam mit Gattin Elisabeth seinen Betrieb. Inzwischen sind es drei Generationen, welche die Kunstschlosserei mit Leidenschaft und Knowhow betreiben. Hergestellt wird alles vor Ort, sowohl mit modernen gesteuerten als auch mit sehr alten Maschinen.

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In der Werkstatt der Kunstschlosserei Hiltebrand AG riecht es nach geschmiedetem Stahl. Überall stehen Maschinen, Stahlteile, Werkzeuge und Gegenstände, die auf ihre Endverarbeitung warten. Peter Hiltebrand Senior treibt mit geübten Griffen Teile eines geraden Blechs zu einer kunstvollen Blüte, welche später einmal ein Torgitter zieren wird.

Sohn Peter René, heutiger Eigentümer des Familienbetriebs, schmiedet unterdessen im sogenannten Gesenk unter dem Lufthammer bei rund 1200 Grad einen Schnörkel. Der Stahlstab wird erwärmt, anschliessend geschmiedet und von Hand eingerollt. An der Wand hängen Leisten mit Warmlochungen. «Das ist eine alte Schmiedetechnik vor allem für Fenstergitter, die sehr aufwendig und heute fast nicht mehr gewünscht ist», erklärt der 51-jährige eidgenössisch diplomierte Metallbaumeister.

Neben teils alten stehen modernste Maschinen wie die Plasma-Schneidanlage. Enkel Peter Michael, Metallbau-Werkstattleiter, steht am Programmierplatz. Die zuvor mit dem CAD-Programm erstellten Zeichnungen werden auf die Maschine übertragen. Innert Minuten entsteht ein passgenaues Teil in Form eines Schuhlöffels. Funken stieben, doch die Rauch-Emissionen werden abgesaugt und gefiltert.

Nebenan befindet sich ein Blechlager mit verschiedenen Schubladen. 25 Tonnen Material an Stahlblechen zwischen einem und 15 Millimeter Dicke können darin gelagert werden. Der 26-jährige jüngste Hiltebrand bedient nun eine moderne Universalmaschine. Aus vier zusammengeschweissten Stahlteilen formt er einen Zirbel – eine geschwungene Geländerverzierung. «Wir sind eingerichtet für alles – Handwerk kombiniert mit modernen Mitteln», betont Patron Peter Hiltebrand stolz. Zwar hat er die Führung an seinen Sohn abgegeben, steht ihm aber dennoch mit Rat und Tat zur Seite.

In einer Garage begonnen

45 Jahre ist es her, seit Peter Hiltebrand, unterstützt von Gattin Elisabeth, in einer Doppelgarage neben dem heutigen Areal seinen Betrieb aufbaute. Im Jahre 1980 entstand die heutige rund 1000 Quadratmeter umfassende Werkstatt inklusive Ausstellungsräumen.

Umfasste das Angebot in den Anfangszeiten vor allem Metallbau- und Schlossereiarbeiten, verlagerte sich der Betrieb immer mehr in Richtung Kunstschmiedearbeit. Hiervon zeugen unzählige Gegenstände in den grosszügigen Ausstellungsräumen – von personifizierten Briefkästen über Weinregale und Wasserspiele bis zu Laternen, Toren und Treppengeländern.

Der 74-jährige Firmengründer ist glücklich darüber, dass aus seine Firma inzwischen ein Drei-Generationen-Familienbetrieb mit insgesamt zehn Mitarbeitenden geworden ist. «Offensichtlich ist es mir gelungen, meine Freude und meine Leidenschaft für die Arbeit mit Stahl an Sohn und Enkel weiterzugeben.»

Strenger Chef mit Humor

Sohn Peter René bezeichnet seinen Vater als dazumals strengen Chef mit einem extremen Willen, wenn es um die Erreichung seiner Ziele gehe. «Zudem ist er ein hervorragender, sehr kommunikativer und humorvoller Verkäufer unserer hochwertigen Produkte.» Er selber sei eher der ruhigere Typ. «Mein Vater hat aber stets akzeptiert, wenn ich etwas anders machen wollte als er.»

Von Enkel Peter Michael schwärmt Hiltebrand in den höchsten Tönen. «Er ist sehr pflichtbewusst und beruflich hoch qualifiziert.» Dann zeigt er auf einen kunstvoll mit Trauben verzierten Flaschenhalter, in dem eine Fünf-Liter-Flasche Wein steht. «Ein solches Exemplar wurde von einem Kunden bestellt. Ich stellte aber gleich drei davon her. Der Kunde war so begeistert von meiner Arbeit, dass er mir diese Riesenflasche Wein schenkte.»

«Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur», steht auf den ausgestellten Sonnenuhren, die mit Blattgold verziert um die Wette strahlen, geschrieben. Wer mit Peter Hiltebrand zu tun hat, bekommt dank dessen humorvollen Sprüchen und sonnigem Gemüt einige der heitere Stunden geschenkt.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.05.2017, 16:48 Uhr

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