Regensdorf

Singend vom Furttal bis Fernost

Der Bassbariton Yves Brühwiler ist ursprünglich ein Furttaler. Im Dezember tritt er erstmals mit dem Kammerorchester Regensdorf auf. Romantik von Brahms, Grieg und Schubert wird zu hören sein.

Bassbariton Yves Brühwiler kehrt mit Brahms, Grieg und Schubert heim in die Kirche Regensdorf.

Bassbariton Yves Brühwiler kehrt mit Brahms, Grieg und Schubert heim in die Kirche Regensdorf. Bild: Sibylle Meier

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Regensdorf. Der Verein Lebendiges Regensdorf wartet für sein Adventskonzert am 2. Dezember in der reformierten Kirche mit dem Kammerorchester Regensdorf sowie einem heimischen Gast auf: Der Bassbariton Yves Brühwiler ist in Regensdorf und Boppelsen aufgewachsen. In «Mondnacht» wird er mit dem Orchester Lieder von Johannes Brahms, Edvard Grieg, Franz Schubert und Robert Schumann aufführen.

Der 27-Jährige tritt das erste Mal in dieser Konstellation auf, die erste musikalische Rückkehr ins Furttal ist es aber nicht – so kam der gemeinsame Auftritt überhaupt zustande.«Ich habe vor einem Jahr an der Orgel­nacht in Dällikon gesungen, und Alain Schudel, einer der musikalischen Leiter des Kammerorchesters, hat mich dort gehört», sagt Brühwiler. Das Adventskonzert sei thematisch kein solches, auch wenn es zur Jahreszeit passe: «Es geht um Nacht und Stille, Sterne und Mond. Zu hören gibt es Werke aus der Romantik; ich finde, man bekommt einen schönen Einblick in das Schaffen der Komponisten dieser Zeit.»

«Die Welt steht einem offen»

Letztes Jahr schloss Brühwiler seinen Master an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) ab. Der schwierigere Teil für seine Laufbahn habe danach ­angefangen, findet er: «Die Welt steht einem sozusagen offen, man ist auf sich allein gestellt und muss sich behaupten.» Dies scheint ihm zu gelingen. Neben regelmässigen Soloauftritten ist Brühwiler Chorzuzüger am Opernhaus Zürich und Kernmitglied der Zürcher Sing-Akademie. Mit dieser war er auf Tournee in China, Taiwan und Libanon.

Die Reaktionen auf die Auftritte ­seien sehr kulturabhängig gewesen. «Im chinesischen Kunming ist die europäische Chorkultur nicht wirklich bekannt. Die Besucher konnten kaum ruhig sitzen.» Dafür habe der Event selbst mehr Interesse geweckt. «Alle wollten Fotos von uns machen.» Das Publikum in Taiwan sei hingegen sehr aufmerksam gewesen und habe grosse Freude an der Musik gehabt. «Und ich war überrascht, wie westlich Taiwan ist. Offiziell ist die Insel ja ein Teil von China, aber die Kultur ist viel offener. Die Menschen sind sehr offen, sprechen Englisch, und es herrscht ein allgemein freundliches Klima. Man sieht, dass das Land versucht, eine Demokratie zu leben.»

Ins nähere Ausland verschlägt es Yves Brühwiler auch als Solisten. Dass er den klassischen Gesang zum Beruf machen könnte, realisiert er erst nach der Matura. «Mit 19 stand ich für eine Operette erstmals auf der Bühne. Es hat mich so gepackt, dass ich mich nach einem guten Gesangslehrer erkundigte. In meiner ersten Stunde sagte mir die Lehrerin: ‹Ja, du wirst Sänger›», erinnert er sich. «Ab da war es für mich klar, ich habe diese Bestätigung für den Schritt gebraucht.» In der Oper Fuss zu fassen, ist ein nächstes Ziel.

Musik der letzten 500 Jahre

Brühwiler vermeidet bei seiner Arbeit eine Spezialisierung auf gewisse Komponisten. «Grundsätzlich machen wir Musik aus den letzten 500 Jahren, und was so lange überlebt hat und weiter aufgeführt wird, ist sowieso ‹best of›. Man merkt, wie viel drinsteckt, sobald man sich mit einem Stück näher befasst.»

Wichtig ist ihm neben der Oper der Liedgesang. «Dieser ist im Gegensatz zur Oper, die man mit Orchester singt, im kleineren Rahmen, mit einem Sänger und Klavier.» Kleine Gesten, Nuancen des Texts und die Geschichte darin stünden da im Zentrum. Das Konzert mit dem Kammerorchester sei eine Mischform: «Es ist Liedgesang, aber mit Orchester. Die Stücke wurden ursprünglich für den Liedgesang verfasst, und ein Arrangeur komponierte sie um, damit das Kammerorchester sie spielen kann.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.11.2018, 13:51 Uhr

«Mondnacht»

Konzert des Kammerorchesters Regensdorf mit Yves Brühwiler; Sonntag, 2. Dezember, 17 Uhr, reformierte Kirche Regensdorf

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