Wil

Skirennen durch die Wiler Rebberge

Einen speziellen Event organisierte der Verein Lambo zum Zehn-Jahre-Jubiläum. Auf einer 300 Meter langen Piste sausten 101 Teilnehmer am Silvester den Hang hinunter. Der Applaus der rund 350 Zuschauer war ihnen sicher.

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Am Silvester um zwölf Uhr mittags ist es soweit – der Start für das Skirennen in Wil wird freigegeben. «Vorsichtig fahren, der Zielauslauf ist kurz», mahnt der Speaker und gibt gleich auch die Kriterien für die Bewertung bekannt. «Nicht nur die Zeit zählt, sondern auch die Verkleidung und der Untersatz.»

Während die 14 angemeldeten Kinder alles geben, um möglichst schnell unter dem Beifall des Publikums ans Ziel zu gelangen, erzählt Kaspar Bosshard, Präsident des Vereins Lambo, wie es zu diesem erstmaligen Skirennen kam. «Seit zehn Jahren betreibt unser Verein Lambo, der aus zwölf Mitgliedern besteht, eine Schneebar.» Zum Jubiläum habe man sich etwas Besonderes einfallen lassen. «Wir fahren alle gern Ski und gehen gern an Ski-Weekends – so entstand die Idee des Rennens vor Ort.» Seit Februar 2107 sei man am Vorbereiten.

400 Kubikmeter Schnee

400 Kubikmeter Schnee von den Kunsteisbahnen Bülach, Kloten und Dielsdorf wurden über die Weihnachtstage angeliefert, um das Rennen zu ermöglichen. Zwei Tage vor dem Event habe wurde mit dem Traktor die Piste gemacht und sie schliesslich mit der Kreiselegge für das Rennen präpariert. «Teurer als der Schnee selber war dessen Transport», sagt Bosshard. «Er wurde von Bauern aus dem Dorf gesponsert.»

Auch sonst durfte der Verein auf zahlreiche Sponsoren zählen, sonst wäre ein Anlass wie dieser nicht realisierbar gewesen. «Wir haben ein Budget von 28 000 Franken und wollen unter dem Strich eine Null schreiben.» Als Einnahmequellen sind sowohl die Startgebühren für die Teilnehmer zu verzeichnen, als auch der Gewinn aus den Konsumationen. «Der Zweck unseres Vereins ist die Förderung der Geselligkeit», erwähnt Bosshard mit einem Lachen.

Vom Ernstfall zur Angstkurve

Nach dem Kinderrennen gibt es eine lautstarke musikalische Einlage der Guggenmusik. Im Festzelt stärken sich die Gäste mit einem Raclette, bevor die 87 angemeldeten Erwachsenen, grösstenteils in Teams, sich für die Abfahrt bereit machen. 35 Meter Höhendifferenz gilt es zu bewältigen, elf Prozent Gefälle weist der steilste Hang auf. Die verschiedenen Abschnitte tragen schon fast Weltcup-verdächtige Namen:

Es geht vom Startschuss über den Ernstfall zur Angstkurve und über das Halb-S bis zum Bagätz-Schuss und dem Lamboplatz. Die Teilnehmer überbieten sich gegenseitig mit der Originalität der Verkleidungen. So streiten sich Teufel und Engel mit den Säulijägern und den Senilen Bettflüchtern um die Gunst der Jury und der Zuschauer, während sich Affe Big Foot mit Geheimniskrämerei umgeben. Ohne Namen und im Affenkostüm habe sich Ersterer am Vortag angemeldet, tuschelt man und werweisst, um wen es sich handeln könne.

Auch Big Foot gibt sich nicht zu erkennen. «Inkognito zu bleiben, macht es spannend», sagt er und erzählt, dass es in seiner 29 Sekunden dauernden Abfahrt erstaunlich gut gelaufen sei. «Überwältigend, wie die Zuschauer auf der Strecke mitgefiebert haben.» Für den «ZU» gibt er dann doch seine Identität bekannt. «Ich heisse Sämi Meier und komme aus Weiach», flüstert er augenzwinkernd.

Röbi Reif vom Säulijägerteam kommt zu Fuss ins Ziel gehumpelt. «Ein Ski ging verloren, der zweite nach einer scharfen Kurve und einem Salto», erzählt er lachend und deutet auf die wieder gefundenen uralten Skis, ausgeliehen von einem Weinbauern. Als Sieger des Tages mit 76 und 118 Sekunden stehen bei der Rangverkündigung am frühen Abend Bruno und Andrea Spühler aus Wil fest. Zeit plus Tenü sowie die Fahrt auf Fassdauben gaben den Ausschlag. Bis spät nachts darf im Festzelt zu DJ-Musik gefeiert werden. Wann das nächste Skirennen stattfindet, steht in den Sternen. Den Gästen wäre es recht, wenn sie nicht weitere zehn Jahre warten müssten.

Erstellt: 02.01.2018, 15:01 Uhr

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