Flughafen

Skyguide treibt Drohnensystem voran

Ab Juni 2018 sollen Drohnen in den Überwachungsapparat der Flugsicherungsgesellschaft Skyguide integriert sein. Das neue System wird automatisch Bewilligungen für Drohnenflüge ausstellen können und soll zudem die Kommunikation zwischen Drohnenpilot und Flugsicherung ermöglichen.

In Ausnahmefällen werden Drohnenflüge an einen Skyguidemitarbeiter weitergeleitet, etwa bei Aktionen in unmittelbarer Nähe von Flugplätzen.

In Ausnahmefällen werden Drohnenflüge an einen Skyguidemitarbeiter weitergeleitet, etwa bei Aktionen in unmittelbarer Nähe von Flugplätzen. Bild: Keystone

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Der Schweizer Luftraum wird seit Jahren enger: Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) wurden bereits über 100 000 Drohnen im Land verkauft. Zwar gibt es für deren Benützung strenge Richtlinien, ihre Überwachung im Luftraum ist aber immer noch schwierig.

Das soll sich ändern, wie die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide diese Woche mitgeteilt hat. Sie plant, im Juni das erste nationale Luftverkehrsmanagementsystem für Drohnen in Europa einzuführen.

App verbindet Skyguide mit Drohnenpilot

Die Drohnen werden über die bestehende Hardware an das neue Leitsystem angeschlossen. Entweder die Drohne oder die Bodenstation müssen dazu eine Internetverbindung haben. «Die Idee ist, dass das System automatisch Bewilligungen für Flüge ausstellen kann und die Drohnen durch die Registrierung im Luftraum sichtbar sind», erklärt Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa.

Ein Beispiel: Ein Fotograf möchte mit seiner Drohne für einen Werbefilm Aufnahmen einer Jacht auf dem Zürichsee machen. Mithilfe einer App gibt er im System an, an welchem Tag, zu welcher Zeit und an welchem Ort er die Aufnahmen machen will. Das System prüft diese Eingaben, stellt automatisch eine Bewilligung aus und registriert für den Fotografen einen entsprechenden Flugplan. «Das ermöglicht uns auch, auf Veränderungen im Luftraum zu reagieren und mit den Drohnenpiloten im Kontakt zu bleiben», führt Barrosa aus.

Den Luftraum freigeben

Müsste etwa ein Rega-Helikopter während der bewilligten Aufnahmezeit über den Zürichsee fliegen, um ein Kind aus Grau­bünden notfallmässig ins Kinderspital zu verlegen, könnte das System automatisch Massnahmen dazu einleiten. «Es würde dann den Fotografen per App oder über eine SMS direkt auf sein Mobiltelefon informieren, dass in fünf Minuten ein Rega-Helikopter den Luftraum über den Zürichsee benutzt und die Drohne deshalb umgehend gelandet werden muss.»

Sobald der Helikopter den See passiert hat, gibt das System den Luftraum wieder frei. Gerade für die kommerzielle Nutzung von Drohnen, etwa für Transport von Medikamenten oder Konsumgütern, könnte das System viele Abläufe erleichtern und Sicherheit gewährleisten.

Nicht jede Drohne auf dem Radar

Das Leitsystem soll grundsätzlich automatisch funktionieren, nur in Ausnahmefällen werden Flüge an einen Skyguidemitarbeiter weitergeleitet, etwa bei Aktionen in unmittelbarer Nähe von Flugplätzen. «Die einzelnen Drohnen werden nicht auf den Bildschirmen der Fluglotsen zu sehen sein, das wären viel zu viele Daten», erklärt Barrosa. Dafür muss das System auch nicht un­bedingt von einem ausgebildeten Lotsen bedient werden.

Die Pilotphase der Software ­beginnt im Sommer, ab 2019 soll dann ein voll funktionsfähiges Luftverkehrsmanagementsystem für alle Drohnen umgesetzt sein. Bis dahin müssen aber noch ein paar rechtliche Details geklärt werden. «Es muss noch entschieden werden, wer die Drohnen ­registriert», sagt Barrosa. Die ­Skyguide würde dies gerne selbst ­machen, um die Flugobjekte ­möglichst direkt in die Software integrieren zu können. Möglich wäre aber auch, dass die Regist­rierung über das Bazl erfolgen muss.

Erstellt: 10.03.2018, 08:39 Uhr

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