Kloten

So soll das Tram durch Kloten rollen

Auf einer Strecke von dreieinhalb Kilometern und mit einem Viadukt über die Autobahn soll die Glattalbahn künftig den Flughafen mit Klotens Industriegebiet verbinden. Sechs Haltestellen sind auf dem neuen Abschnitt geplant.

So könnte ein der sechs geplanten Haltestellen in Kloten gemäss den Verkehrsbetrieben Glattal ungefähr aussehen.

So könnte ein der sechs geplanten Haltestellen in Kloten gemäss den Verkehrsbetrieben Glattal ungefähr aussehen. Bild: VBG

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Mit dem Tram vom Flughafen nach Bassersdorf ins Grindel fahren und dort eine Partie Minigolf spielen – das soll in Zukunft möglich sein. Der Regierungsrat hat 5,7 Millionen Franken gesprochen, um ein Vorprojekt zur Verlängerung der Glattalbahnlinie durch Kloten bis an die Bassersdorfer Gemeindegrenze zu erarbeiten. Natürlich geht es dabei nicht um Minigolf. Im Klotener Industriegebiert entlang der Steinackerstrasse soll ein boomendes Quartier entstehen – ähnlich wie entlang der bereits bestehenden Glattalbahn im Glattpark und in Dübendorf.

Die Streckenführung (Quelle: Quelle: ©swisstopo (JM100004), Grafik: da)

Angestrebt wird gemäss kantonaler Raumplanung eine «Mischnutzung». Das heisst, wo heute nur Lagerhallen oder Autogaragen stehen, soll in Zukunft auch gewohnt werden. Der Klotener Stadtrat beabsichtigt, gar ein grösseres Grundstück in dem Gebiet zu kaufen, um über dessen künftige Verwertung mitbestimmen zu können. 4500 neue Einwohner und 7000 Arbeitsplätze soll die Transformation des Gebiets Steinacker der Stadt Kloten in den nächsten 20 bis 30 Jahren bescheren. «Ohne die Erweiterung der Glattalbahn ist das nicht möglich», sagt Klotens Stadtpräsident René Huber. Er ist hocherfreut darüber, dass der Regierungsrat vorwärtsmacht. «Endlich können wir den Schildbürgerstreich beenden, dass das Tram kurz vor unserem Stadtzentrum kehrtmacht», sagt er.

Wendeschlaufe im Grindel

Die geplante Streckenführung sieht vor, dass nach der heutigen Endstation Fracht am Flughafen die Autobahn A 51 mit einem Viadukt überquert wird. Danach quert das Trassee die Obstgartenstrasse und verläuft entlang des Altbaches in Richtung Stadthaus und Industriestrasse. Dann führt es weiter in die Steinackerstrasse und endet nach rund dreinhalb Kilometern und voraussichtlich sechs Haltestellen an der Gemeindegrenze von Bassersdorf mit einer Wendeschlaufe im Grindel. Nach dem Viadukt verläuft das Trassee durchgehend oberirdisch. «Tunnels oder weitere grosse Brücken sind nicht vorgesehen», sagt Katrin Piazza, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG).

Eine Linienführung über die Kreuzung Wilder Mann und die Dorfstrasse sei ebenfalls erwogen, aber verworfen worden. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Verzweigung sei es nicht möglich, das Tram auch noch über die Kreuzung fahren zu lassen, erklärt Piazza. Die genauen Standorte für die Haltestellen seien noch nicht endgültig festgelegt.

Bach wird renaturiert

Gleichzeitig zum Tram soll Kloten auch einen Rad- und Fussgängerweg erhalten, welcher den Flughafen, das Stadtzentrum und das Gebiet Steinacker verbindet. Auch darüber freut sich Huber. «Der Bau des Radweges hätte schon lange realisiert werden müssen, nun rückt er endlich näher.» Ebenfalls Teil des Pakets ist der Bau eines Hochwasserentlastungskanals für den Altbach. Das Gewässer verläuft teilweise entlang der geplanten Tramstrecke.

Laut dem Kanton stellt der Bach bei Hochwasser eine grosse Gefahr für die Stadt und den Flughafen dar. Der Bau eines unterirdischen Kanals parallel zum Bachbett würde nicht nur für mehrSicherheit sorgen. Es würde ebenfalls möglich, das Gewässer zu renaturieren. So hätten die Trampassagiere bei der Fahrt zum Minigolf auch noch eine schöne Aussicht. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.11.2018, 10:43 Uhr

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