Verkehrsprognosen

So viele Autos fahren 2040 durchs Unterland

Auf der Wehntalerstrasse rollen täglich mehr als 16 000 Autos durch Höri. Bis 2040 sollen es über 20 000 Fahrzeuge pro Tag sein. Der Kanton hat Modellrechnungen fürs Strassennetz angestellt – und die Prognosen zeigen ein deutliches Wachstum.

Der Verkehr wird bis 2040 noch gehörig wachsen. Davon geht der Kanton in seinen Modellen aus. Vor der Ruebisbach-Sporthalle rollen heute täglich 21 000 Autos vorbei – im Jahr 2040 sollen es über 25 000 sein.

Der Verkehr wird bis 2040 noch gehörig wachsen. Davon geht der Kanton in seinen Modellen aus. Vor der Ruebisbach-Sporthalle rollen heute täglich 21 000 Autos vorbei – im Jahr 2040 sollen es über 25 000 sein. Bild: Leo Wyden

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In einschlägigen Magazinen und Onlineportalen liest man in regelmässigen Abständen davon, dass wieder irgendeine Tech-Firma an einem fliegenden Auto basteln soll. Wahlweise 2020, 2030 oder 2040 sollen diese Wunderwerke der Technik dann für ­jedermann erschwinglich sein. Wahrscheinlicher ist, dass das klassische Auto als strassengebundenes Fortbewegungsmittel doch nicht ganz so schnell ab­gelöst wird. Davon zumindest ­gehen die Modellrechnungen des Kantons Zürich aus, die im Rahmen des Gesamtverkehrsmodells erstellt worden sind.

Die Zahlen bilden einerseits die durchschnittlichen Verkehrszahlen auf den Hauptachsen des kantonalen Strassennetzes ab. Andererseits stellen die Exper-ten damit Prognosen für das Verkehrsaufkommen der Zukunft auf; konkret für die Jahre 2030 und 2040.

23 Autos pro Minute

Im geografischen Informationssystem (GIS) sind diese Zahlen veröffentlicht, und zwar je Strassenabschnitt (siehe Kasten). Wer sich dort durch die Region klickt, stellt ziemlich rasch fest, dass die Modelle ein nicht nur moderates Wachstum des Verkehrsaufkommens vorhersagen. Über die 100 Jahre alte Rheinbrücke bei Eglisau sind 2013 rund 26 400 Autos (motorisierter Individualverkehr, in beiden Richtungen) gefahren.

Für das Jahr 2030 geht das Modell von 32 100 Autos,für 2040 von 33 800 Autos aus – wobei bis dahin keine allfällige Umfahrung berücksichtigt ist. Demnach würde der Verkehr auf der heute schon stark belasteten Route durch Eglisau in einem Zeitraum von 27 Jahren ummehr als 28 Prozent anwachsen. Zur Veranschaulichung: 33 800 Autos pro Tag entsprechen einem Rhythmus von 23,5 Autos pro Minute, wenn während 24 Stunden dasselbe Aufkommen verzeichnet würde.

Mehrverkehr in den Tälern

Dass Autos in Eglisau keine ­Seltenheit sind, ist bekannt. Und auch die Flughafenautobahn weist in der Folge im Modell Zahlen von über 30 000 Autos aus. Doch die GIS-Karte zeigt auch auf, welche der übrigen Haupt- und Nebenverbindungen durch die Region wie gut frequentiert sind. So zeigt sich beispielsweise auch die Bedeutung der Ost-West-Achse über die Wehntalerstrasse bei Höri: Die Kreisgemeinde mit ihren 2700 Einwohnern weist einen täglichen Transitverkehr von zwischen 13 000 und 16 000 Fahrzeugen aus, je nach Strassenabschnitt. Für das Jahr 2040 sollen es dann zwischen 17 000 und 20 000 Autos sein.

Auch in den Talschaften der Region soll es in 22 Jahren deutlich mehr Autos geben: Von 7700 auf über 12 000 Fahrzeuge soll das Verkehrsaufkommen etwa auf der Hauptachse durchs Embrachertal (Weiacherstrasse) ansteigen. Und was das Wehntal (Wehntalerstrasse) angeht, so rechnet man da mit einer Steigerung von rund 10 000 auf über 13 000 Autos.

Das Modell berücksichtigt bei seinen Zahlen stets Durchschnittswerte von einem Werktag. Die jeweiligen Morgen- und Abendspitzen werden immer separat ausgewiesen. Das Amt für Verkehr hält in seinen Verwendungshinweisen fest, dass für spezifische Aussagen stets eine fachliche Interpretation der Zahlen nötig ist – und dass letztlich keine Modellrechnung die Verkehrszählung ersetzen kann. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 30.01.2018, 11:25 Uhr

INFOS IM GIS-BROWSER

Das Amt für Verkehr hat die Zahlen zum Gesamtverkehrsmodell des Kantons über die Plattform des geografischen Informationssystems (GIS) veröffentlicht. Die Modellzahlen zum Verkehrsaufkommen (jeweils motorisierter Individualverkehr und öffent­licher Verkehr) sind damit über die Hauptseite des GIS-Browsers (www.maps.zh.ch) abrufbar. Den Datensatz findet man über die linke Spalte, Rubrik Verkehr, Stichwort «Gesamtverkehrs­modell Kanton Zürich». Klickt man auf der Karte den entsprechenden Strassenabschnitt an, erscheinen die Zahlen samt Jahresprognosen und Lastwagenanteil in der rechten Spalte. Berücksichtigt sind alle Hauptverbindungsstrassen sowie für den regionalen Verkehr bedeutsame Nebenstrassen.

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