Bachs

Solarpanels in Rekordzeit «verkauft»

Die Gemeinde baut auf dem Dach des neuen Werk- gebäudes eine Solaranlage. Das Angebot des Gemeinderats an die Einwohnerschaft, sich an den (Verlust-)Kosten zu beteiligen, schlug ein wie eine Bombe. Die Finanzierung der Anlage ist damit gesichert.

Alle 70 Solarpanels haben «Käuferinnen» und «Käufer» gefunden (Symbolbild).

Alle 70 Solarpanels haben «Käuferinnen» und «Käufer» gefunden (Symbolbild). Bild: Keystone

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Der Bachser Einwohner Urs Meier darf sich als Sieger fühlen: An einer Gemeindeversammlung hatte er vor Jahresfrist beantragt, der Gemeinderat möge den Bau einer Solaranlage auf dem zurzeit entstehenden Werkgebäude prüfen. Das tat die Behörde, kam jedoch zum Schluss, eine Energieproduktion aus Sonnenlicht sei bei diesem Objekt nicht wirtschaftlich. Nachdem sich Einwohner mit diesem Entscheid nicht zufrieden geben wollten, kam der Gemeinderat auf das Thema zurück und anerbot, die Anlage zu realisieren, falls sich die Bevölkerung an den Kosten beteiligen werde.

Alle Panels vorzeitig verkauft

Vor zwei Wochen erhielten alle Haushalte von Bachs ein Angebot der Gemeinde, einzelne Panels symbolisch zu kaufen. Von den total 70 Modulen müssten mindestens 53 Stück (75 Prozent) abgesetzt werden, damit das Projekt schliesslich auch realisiert werden könne.

Gestern lief die Frist für den Modulkauf ab, doch schon vorher stand fest, dass alle 70 Solarpanels «Käuferinnen» und «Käufer» gefunden hatten. «Die Nachfrage übersteigt sogar das Angebot», erklärte Gemeindeschreiberin Andrea Jakob auf Anfrage.

Nicht weniger als 54 Interessenten beteiligten sich an dieser Solidaritätsaktion und sicherten sich die 70 Panels zu einem Einzelpreis von 130 Franken. Eine Person habe gleich sechs Stück gekauft, eine weitere erwarb fünf dieser Solarmodule, teilte Andrea Jakob mit.

Ein «Käufer» aus Japan

Dabei beteiligten sich nicht nur Bachserinnen und Bachser an der Gemeinschaftsaktion, wie die Gemeindeschreiberin ausführte. Auch Leute aus den Gemeinden Fisibach, Kaiserstuhl, Dällikon, Neerach und Lindau entpuppten sich als Freunde der erneuerbaren Energien und erwarben sich Bachser Solarmodule.

Sogar vor den Landesgrenzen machte das Angebot keinen Halt, wie Jakob sagte: «Jemand aus Japan, welcher eine Liegenschaft in Bachs besitzt», habe sich ebenfalls beteiligt. Die stolze Käuferschaft wird auf einer Spendentafel am neuen Werkhof mit Namen verewigt. Zehn Panelbesitzer verzichten aber darauf.

Den Verlust decken

Die Einnahmen aus dem Panelverkauf, der im Grunde genommen dem Crowdfunding entspricht, wie die moderne Geldbeschaffungsmethode genannt wird, belaufen sich auf total 9100 Franken. Damit wird der Verlust in Höhe von knapp 9400 Franken, der bei einer Lebensdauer der Anlage von 25 Jahren entsteht, fast gedeckt. Die Analyse der Wirtschaftlichkeit erstellten die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (ekz) im Auftrag des Bachser Gemeinderats.

Die Rechnung sieht so aus: Die Anlagekosten dürften sich nach Abzug der Subvention auf etwa 32 000 Franken belaufen. Die Stromproduktionskosten werden von den ekz mit 10,88 Rappen pro Kilowattstunde errechnet, wobei darin auch die Wartung der Anlage enthalten ist. Da der Stromtarif jedoch tiefer liegt, resultiert ein Verlust von 1,78 Rappen pro produzierter Kilowattstunde. Auf die Lebensdauer von 25 Jahren ergibt sich daher eine Verlustsumme von total 9400 Franken.

Erstellt: 02.11.2018, 17:49 Uhr

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